Bei der WM 2014 in Brasilien werden nicht nur sportliche Themen bewegen. Damit Sie jederzeit auf dem neuesten Stand sind, informieren wir Sie in unserem WM-Tagebuch täglich über die wichtigsten Themen rund um die Weltmeisterschaft.

Montag, 30. Juni 2014

+++ Klub aus Kosovo macht Suarez Angebot +++

Zumindest der Kosovo bietet dem gesperrten Luis Suarez für die nächsten vier Monate eine fußballerische Zukunft an. Während der Zeit seiner Verbannung durch den Weltverband Fifa offeriert der Klub Hajvalia Pristina dem uruguayischen Stürmer sportliches Asyl.

"Da Kosovo von der Fifa nicht anerkannt ist, glaube ich, dass er hier spielen kann. Ich habe eine Offerte für Liverpool vorbereitet", wurde Clubchef Xhavit Pacolli von der Zeitung "Bota Sot" zitiert. Doch der Funktionär irrt sich. "Luis Suarez darf in keinem Land Fußball spielen, auch nicht im Kosovo. Er ist von allen Aktivitäten ausgeschlossen", kommentierte der Weltverband in Rio de Janeiro eine Anfrage der dpa.

Ein Verstoß gegen die Sperre - wie zum Beispiel ein Fußball-Einsatz im Kosovo - würde neue Ermittlungen der Fifa-Disziplinarkommission und eventuell eine Verschärfung der Sanktionen nach sich ziehen. Der kosovarische Verband FFK ist bisher noch nicht Mitglied der Fifa, aus Europa gehört zum Beispiel auch Gibraltar nicht dem Weltverband an. Ein Fußball-Asyl für den Stürmer aus Uruguay wären sie aber laut Fifa nicht.

+++ Entscheidung über neuen Italien-Trainer im August +++

Italien will nach dem bitteren Vorrunden-Aus bei der WM erst im August über einen Nachfolger für den zurückgetretenen Nationaltrainer Cesare Prandelli entscheiden.

In einer Sitzung am 11. August soll der neue Präsident des italienischen Fußball-Verbandes (FIGC) und Nachfolger für den ebenfalls zurückgetretenen Giancarlo Abete gewählt werden, entschied der FIGC-Rat übereinstimmenden Medienberichten zufolge. Dieser soll dann über den neuen Nationaltrainer entscheiden, mit dem Italien nach der enttäuschenden WM in die am 9. September beginnende EM-Qualifikation geht.

Als ein Kandidat für die Nachfolge von Abete gilt Carlo Tavecchio, der bisherige Präsident des Amateurliga-Verbandes. Gute Chancen auf den Posten des Nationaltrainers haben Medienberichten zufolge Roberto Mancini, Luciano Spalletti und Massimiliano Allegri. Prandelli und Abete waren vergangene Woche nach der 0:1-Niederlage gegen Uruguay und dem damit verbundenen Vorrunden-Aus bei der WM zurückgetreten.

+++ Gerüchte um Spielmanipulation bei WM +++

Wurden bei der Weltmeisterschaft in Brasilien Spiele verschoben? Nach einem Bericht des Magazins "Der Spiegel" glaubt ein bekannter Wettbetrüger, dass Partien von Kamerun manipuliert worden seien. Während eines Chats mit Journalisten des "Spiegel" hatte Wilson Raj Perumal einige Stunden vor Beginn des Spiels angekündigt, dass Kamerun 4:0 gegen Kroatien verlieren und zudem einen Platzverweis in der ersten Halbzeit kassieren würde. Beide Vermutungen traten später ein.

"In dieser Nationalmannschaft gibt es sieben faule Äpfel", habe Parumal in einer Nachricht geschrieben. Er geht davon aus, dass alle drei Gruppenspiele von Kamerun manipuliert worden sind. Die Fifa hatte schon vor der WM eine Offensive gegen Spielmanipulationen gestartet.

+++ Kolumbien-Star James Rodriguez flirtet mit spanischen Klubs +++

Costa Rica im Siegesrausch, Oranje mit Glück - die Pressestimmen.

Das wertvollste Transferjuwel der WM reichte seine Wechsel-Bewerbung direkt auf der größten Fußball-Bühne ein. Es wäre ein Traum, in der spanischen Primera División zu spielen, verkündete Kolumbiens Shootingstar James Rodríguez. Dabei konkretisierte er nach den Turniertreffern vier und fünf gegen Uruguay gänzlich unbescheiden seine Präferenzen. "Ich mag Madrid mehr als Barcelona." Der 22 Jahre alte Stürmer vom AS Monaco hat seinen Marktwert in Brasilien schon nach dem Achtelfinale drastisch erhöht.

+++ Mexikaner Moreno erleidet nach Zweikampf an Robben Schienbeinbruch +++

Der mexikanische Fußball-Nationalspieler Hector Moreno hat bei der Niederlage im WM-Achtelfinale gegen die Niederlande einen Schienbeinbruch erlitten. Der 25 Jahre alte Innenverteidiger von Espanyol Barcelona war am Sonntag in Fortaleza nach einem Zweikampf mit Arjen Robben kurz vor der Halbzeitpause liegengeblieben. Mexikos Trainer Miguel Herrera gab die Verletzung nach der Partie bekannt. Moreno wurde nach der Pause durch Diego Reyes ersetzt.

+++ Costa Rica feiert Torwart Keylor Navas +++

Rooney hat ein WM-Tor auf dem Konto - genau wie diese "Torjäger".

Costa Ricas historische WM-Heldentaten nehmen langsam mythologische Formen an. "Wir sind durch!!! Wir haben es geschafft!!! Giganten!!!", twitterte Costa Ricas Staatschef Luis Guillermo Solís nach dem Elfmeter-Krimi gegen Griechenland. Das Fünf-Millionen-Einwohner-Land in Mittelamerika versinkt im WM-Rausch - und liegt Elfmeter-Hero Keylor Navas zu Füssen. "Keylor (Navas) ist unser Zeus", feierte die Presse den überragenden Keeper.

Sonntag, 29. Juni 2014

+++ Mann stirbt bei Brasiliens Elfer-Krimi +++

Traurige Nachricht aus Brasilien: Ein 69-jähriger Mann ist während des Elfmeterschießens bei Brasiliens dramatischem 4:3-Sieg gegen Chile gestorben. Der Fußballfan schaute das Achtelfinalmatch in einer Bar nahe des Spielorts in Belo Horizonte, als ihn plötzlich ein Herzinfarkt ereilte. Der Verstorbene hatte jahrelang an Bluthochdruck und Diabetes gelitten. Er wurde zwar umgehend in ein Krankenhaus gebracht, doch für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Samstag, 28. Juni 2014

+++ Prostituierte beklagen WM-Aus von europäischen Mannschaften +++

Dass bei der Fußball-WM in Brasilien bereits so viele europäische Mannschaften ausgeschieden sind, ärgert nicht nur die Fans. Enttäuscht sind auch die "Garotas de programa" (Programm-Mädchen), wie die Prostituierten in dem Land genannt werden. Denn mit der Abreise der als besonders zahlungskräftig geltenden Europäer bricht für sie ein großer Teil des Geschäfts weg - Hoffnung macht immerhin das Weiterkommen der US-Boys.

"Ich habe gedacht, heute 1000 Reais (rund 330 Euro) verdienen zu können", erzählt Rita in einer einschlägigen Bar an der Copacabana in Rio de Janeiro. "Nun weiß ich, es werden bloß 100", beklagt die 26-Jährige. Sie und ihre Kolleginnen hätten neben den Anhängern aus den USA vor allem auf die europäischen Schlachtenbummler gesetzt. Schließlich habe auch das horizontale Gewerbe mit der Preis-Explosion zur Weltmeisterschaft zu kämpfen. "Alles ist für uns teurer geworden: Motels, Pensionen, die Kneipen, wo wir essen."

Ihre Kollegin Laura ist enttäuscht, dass noch so viele Mannschaften aus Lateinamerika dabei sind. Bei den Latinos, weiß sie zu berichten, sitze das Geld längst nicht so locker in der Tasche: "Uruguayer, Chilenen, Kolumbianer, Argentinier, die zahlen nichts, die sind abgebrannt und haben keinen Real", poltert die 31-Jährige. "Die jammern bloß und wollen alles umsonst", ergänzt sie. Lauras Fazit lautet deshalb: "Diese Sch....-WM hat uns ruiniert!"

+++ Luis Suarez zeigt sich seinen Fans +++

Uruguays gesperrter Stürmerstar Luis Suárez hat sich nach der Rückkehr in seine Heimat erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt. Mit seinen Kindern Benjamín und Delfina auf dem Arm grüßte er am Freitagabend (Ortszeit) Fans vom Balkon eines Hauses nahe der Hauptstadt Montevideo. Äußerungen für die Presse machte er nicht.

Freitag, 27. Juni 2014

+++ Der Patient meldet sich +++

Er ist der ärmste Tropf überhaupt: Marco Reus muss dank fieser Verletzung die Weltmeisterschaft vor dem Fernseher verfolgen. Jetzt hat sich der prominenteste Patient der deutschen Nationalmannschaft mit einer frohen Botschaft auf Twitter gemeldet: Der Gips kommt ab!

Wir wünschen weiterhin gute Besserung!

Donnerstag, 26. Juni 2014

+++ Ghana und der mysteriöse Geldkoffer +++

Kurz vor ihrem entscheidenden WM-Vorrundenspiel gegen Portugal am Donnerstag haben Ghanas Fußball-Nationalspieler einem Medienbericht zufolge ihre versprochenen Antrittsprämien erhalten.

Das brasilianische Portal "globo.com" veröffentlichte Bilder von der Ankunft eines Charterflugzeuges in Brasília, in dem sich mehrere Millionen US-Dollar befunden hätten. Laut den Aufnahmen ging es dann mit Autos per Polizeieskorte ins ghanaische Teamhotel, wo angeblich Geldkoffer ins Hotel getragen wurden. Ghanas Verband äußerte sich zunächst nicht offiziell.

Die den Spielern versprochenen Zahlungen in Höhe von 75 000 US-Dollar pro Profi hatten sich zuletzt rund zwei Wochen verzögert. Die Spieler reagierten unter anderem mit einem Trainingsboykott. Trainer Kwesi Appiah hatte noch kurz zuvor von "Problemen mit dem Geld" berichtet, aber diese sollten "hoffentlich in zwei bis drei Stunden erledigt sein", wie er erklärte. Die verärgerten Spieler hatten nach Berichten einheimischer Medien darauf bestanden, das Geld in bar zu erhalten und nicht überwiesen zu bekommen. Medienangaben zufolge sollten sie nun sogar jeweils 100 000 US-Dollar bekommen.

+++ Balotelli ist jetzt Brasilien-Fan +++

Italiens Stürmerstar Mario Balotelli hat sich nach dem WM-Aus der Azzurri nun zum Brasilienfan erklärt.

"Zeigt jetzt, dass ihr die Väter des Fußballs seid und seid die Könige dieses Festes. Vorwärts Seleção!!!" schrieb Balotelli in portugiesischer Sprache auf Instagram.

"Brasilien war es wert. Die WM ist für mich nicht optimal gelaufen, aber mit euch zu sein, das war Note eins. Die Brasilianer sind in meinem Herzen und hinterlassen Sehnsucht", schrieb Balotelli weiter. Auf seinem Twitter-Account fand sich nur das Wort "Brasile" mit einem Herzen sowie einem Link zum Instagram-Eintrag.

Mittwoch, 25. Juni 2014

+++ Balotelli wirft Kritikern Rassismus vor +++

Italiens Stürmerstar Mario Balotelli hat sich nach dem WM-Aus der Italiener gegen die harsche Kritik gewehrt und seinen Landsleuten Rassismus vorgeworfen.

"Die Afrikaner würden nie einen ihrer 'Brüder' beschuldigen. In dieser Sache sind wir Neger, so wie ihr uns nennt, euch Lichtjahre voraus. Eine Schande ist nicht derjenige, der vielleicht eine Torchance vergibt oder mehr oder weniger läuft. Beschämend sind diese Sachen", schrieb der 23-Jährige auf Twitter.

Der Angreifer war nach einer enttäuschenden Leistung und seiner Auswechslung bei der 0:1-Pleite gegen Uruguay in den italienischen Medien und in sozialen Netzwerken heftig attackiert worden. "Die Schuld lasse ich dieses Mal nicht auf mir abladen, weil Mario Balotelli alles für die Nationalelf gegeben hat und keine Fehler gemacht hat", schimpfte er. "Ich habe bei dieser WM alles versucht und bin traurig, wütend und enttäuscht von mir selbst."

+++ Zocker wettet auf Suarez-Beißattacke - und gewinnt +++

"Wird Suarez einen Gegenspieler beißen?" Mit dieser Frage haben sich wahrscheinlich die wenigsten vor dem Spiel Uruguay gegen Italien befasst. Nur der norwegische Zocker Thomas Syversen hatte den richtigen Riecher. Der fand eine mögliche Beißattacke des Uruguayers nicht unwahrscheinlich (Quote von 175:1) und setzte in einem Wettbüro 32 Kronen (3,85 Euro) darauf. In der 80. Minute erwies Luis Suarez dem Zocker den Gefallen und dieser konnte sich über einen Gewinn von 5.600 Kronen (675 Euro) freuen.

Dienstag, 24. Juni 2014

+++ Lionel Messi bekommt Schuhe zum Geburtstag +++

Ausrüster Adidas hat dem argentinischen Superstar Lionel Messi ein ganz besonderes Geschenk zum Geburtstag gemacht: neue Schuhe. Die designtechnisch fragwürdigen Treter trug Messi zum ersten Mal im Training an seinem Geburtstag, dem 24. Juni.

Insgesamt gibt es weltweit 27 Paar von den bunten Fußballschuhen zu kaufen - passend zum Alter, das Messi erreichte. Ob der "Zauberfloh" auch mit den neuen Tretern solche Traumtore wie den Siegtreffer gegen den Iran schießen kann?

+++ US-Fußballfans fordern Feiertag für Deutschland-Spiel +++

Fußballfans in den USA haben in einer Online-Petition an das Weiße Haus einen landesweiten Feiertag für das Spiel gegen Deutschland bei der Weltmeisterschaft in Brasilien verlangt. "Überall in diesem großartigen Land können Amerikaner dieses Spiel nicht sehen, werden die Verbrüderung mit ihren Landsleuten nicht genießen können, weil es mitten am Tag stattfindet", heißt es in der auf der Website des Weißen Hauses veröffentlichten Eingabe.

Bis zum Dienstagmorgen (Ortszeit) hatte die Petition aber erst gut 2700 Unterzeichner - für eine offizielle Antwort der Regierung von US-Präsident Barack Obama sind 100.000 Unterstützer notwendig. Wenn das von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann gecoachte US-Nationalteam am Donnerstag gegen Deutschland um das Weiterkommen ins Achtelfinale kämpft, ist es an der Ostküste der USA zwölf Uhr mittags. An der Westküste läuft das entscheidende Gruppenspiel wegen der Zeitverschiebung sogar schon um neun Uhr morgens.

"Wir werden uns für lange Mittagessen herausschleichen, die Internetbrowser aktualisieren, uns krank melden", prophezeien die Verfasser der Petition und appellieren an die Obama-Regierung: "Sie können uns allen die Umstände ersparen. Machen Sie Donnerstag zum Feiertag. Lasst uns diese Sache richtig machen, alles stehen und liegen lassen und gemeinsam das Spiel anschauen."

"Soccer" hat in den Vereinigten Staaten eigentlich nicht den gleichen Stellenwert wie die vier großen Sportarten American Football, Baseball, Basketball und Eishockey. Nach dem Sieg des US-Teams gegen Ghana und dem Unentschieden gegen Portugal bei der WM überrollt das Land aber eine Welle der Fußball-Begeisterung. Die Partie gegen die Portugiesen am Sonntag erreichte eine Rekordquote von rund 25 Millionen Fernsehzuschauern, in vielen Städten finden ähnlich wie in Deutschland öffentliche Übertragungen auf Großbildleinwänden statt. Das Deutschland-Spiel am Donnerstag soll unter anderem am belebten Platz Dupont Circle mitten in der Hauptstadt Washington live gezeigt werden.

+++ Spanier sind urlaubsreif +++

Urlaubsreif sind nach dem deprimierenden Scheitern in der WM-Vorrunden wohl alle entthronten Titelverteidiger. Diego Costa, Gerard Piqué und Cesc Fábregas entschieden sich dafür, in Brasilien ein paar Tage länger zu bleiben, um auszuspannen.

Sie flogen nicht mit der spanischen Nationalmannschaft von Curitiba nach Madrid zurück. Mittelstürmer Diego Costa nutzt die Gelegenheit zu einem Familienbesuch. Er stammt aus dem Zentrum Brasiliens. Der 25 Jahre alte Torjäger mit beiden Staatsbürgerschaften dürfte anschließend nur noch zur Wohnungsauflösung nach Spanien zurückkehren. Sein Wechsel vom Meister Atlético Madrid zum FC Chelsea ist noch nicht offiziell, gilt aber als sicher.

+++ Ghana wartet immer noch auf Startgelder +++

Mehr als eineinhalb Wochen nach Beginn der Fußball-WM warten Ghanas Nationalspieler noch immer auf ihre Antrittsgagen.

"Ich kann bestätigen, dass die Spieler das Geld noch nicht bekommen haben, aber wir gehen davon aus, dass das noch vor dem Spiel gegen Portugal geschieht", sagte der ghanaische Verbandspräsident Kwesi Nyantakyi nach einheimischen Medienberichten.

Die Regierung hatte den 23 Profis um den Schalker Kevin-Prince Boateng den Angaben zufolge vor WM-Beginn eine Festzahlung von 75 000 US-Dollar pro Spieler zugesagt. An diesem Donnerstag kämpfen die Westafrikaner im entscheidenden Gruppenspiel gegen Portugal noch um den Einzug ins Achtelfinale.

+++ Xavi würde bis 55 weiterspielen +++

Abschied nehmen fällt schwer. Kein Wunder, dass Profis wie Englands Steven Gerrard oder Spaniens Xavi auf eine klare Ansage noch bei der Fußball-WM in Brasilien verzichteten.

"Ich würde bis 55 spielen, aber man muss realistisch sein", sagte Xavi nach dem 3:0 gegen Australien und legte sich erneut nicht klar fest. Italiens Andrea Pirlo hat sich dagegen schon vor dem Turnier in Südamerika zu seinem bevorstehenden Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt.

Er ist nicht der einzige: Auch die afrikanischen Legenden Didier Drogba (Elfenbeinküste) oder Samuel Eto'o (Kamerun) werden Fans nach Brasilien zumindest bei einer WM nicht mehr sehen. Tschüss sagen ziemlich sicher auch Frank Lampard (England), Dirk Kuyt (Niederlande), Yaya Touré (Elfenbeinküste), Nigerias Rekordspieler Joseph Yobo und sein japanisches Pendant Yasuhito Endo.

Montag, 23. Juni 2014

+++ Königin gratuliert dem falschen Spieler +++

Das war peinlich für Belgiens Königin Mathilde. Beim Treffen mit der Nationalmannschaft nach dem 1:0-Sieg gegen Russland verwechselte die Gattin von König Philippe Stürmer Romelu Lukaku mit Divock Origi, dem Schützen des entscheidenden Treffers.

"Bravo, dank Ihrem Tor haben wir gewonnen, nicht wahr?", sagte sie, während sie Lukakus Hand schüttelte. Der musste lachen und zeigte mit dem Finger auf Origi. Das meldete die belgische Zeitung "Het Nieuwsblad".

Lukaku war nach einer Stunde für Origi ausgetauscht worden. Über seine Auswechslung war er sauer. Auf den Fauxpas von Mathilde reagierte der Torjäger aber mit Humor. Vor ein paar Wochen war der 19 Jahre alte Origi selbst den meisten seiner Nationalmannschaftskollegen noch unbekannt gewesen.

+++ Fifa streicht Werbevideos mit Franz Beckenbauer +++

Dreht die Fifa jetzt völlig durch? Jetzt hat der Weltverband Franz Beckenbauer auch aus den Pressezentren in den zwölf WM-Stadien verbannt. Ein Werbefilm des Weltverbandes, in dem der deutsche Fußball-Kaiser auftritt, wird in Brasilien bei der WM nicht mehr in den Arbeitsräumen der internationalen Medien gezeigt. Dies bestätigte die Fifa am Sonntag in Rio de Janeiro. Beckenbauer ist wegen seiner 90-Tage-Sperre derzeit von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen.

Einen kleines Filmchen hat die Fifa jedoch vergessen. Der Spot "10 things you didn't know about Fifa" (10 Dinge, die sie noch nicht über die FIFA wussten) mit Beckenbauer als einem von vielen Promis von Pelé über Luis Figo und Vicente del Bosque bis Didier Drogba und Neymar flimmert weiter regelmäßig über hunderte Bildschirme in den Medienarbeitsräumen. Beckenbauer erzählt darin auf Englisch, dass die Fifa viel mehr zu bieten habe als die WM ("FIFA is not just about the World Cup every four years"/Die FIFA ist mehr als die WM alle vier Jahre).

Beckenbauer war am 13. Juni für 90 Tage provisorisch gesperrt worden, weil er Fragen der FIFA-Ethikkommission zu den Ermittlungen um die WM-Vergaben an Russland 2018 und Katar 2022 nicht beantwortet hatte. Mittlerweile hat der 68-Jährige dies nachgeholt und wartet auf die Aufhebung des Banns. Als Grund für seine Weigerung hatte er angegeben, die auf Englisch formulierten juristischen Fragen nicht verstanden zu haben.

+++ Flitzer dementiert Nazi-Bezug +++

Der bärtige Flitzer, der bei der WM-Partie Deutschland - Ghana (2:2) aufs Spielfeld lief, hat jeglichen Bezug seiner Aktion zu Neonazi-Ideen zurückgewiesen. Der Mann aus Polen hatte eine Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse auf seinen Oberkörper gemalt und war aufs Feld gerannt. Zwei Buchstaben ähnelten dabei den Siegrunen der SS. Dabei habe es sich aber vielmehr um zwei 4-Ziffern gehandelt.

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Rihanna feiert mit DFB-Stars

#GER gewinnt Twitter-Duell gegen #ARG: Statue leuchtet Schwarz-Rot-Gold.

Nach brasilianischen Medienberichten wollte der Pole, der in seiner Heimat als Barkeeper arbeiten soll, letztlich nur Aufmerksamkeit erregen und Geld sammeln - zum einen für WM-Tickets und zum anderen für seine Rückreise nach Polen. Die Aktion geschah am Samstag in der 53. Minute der in Fortaleza ausgetragenen Partie. Der Flitzer wurde nach seinem Intermezzo von einem ghanaischen Spieler schulterklopfend vom Feld eskortiert.

Freitag, 20. Juni 2014

+++ Fifa schickt Linienrichter heim +++

Der kolumbianische Schiedsrichter-Assistent Humberto Clavijo kommt bei der Fußball-Weltmeisterschaft vorerst nicht mehr zum Einsatz. Clavijo wurde für die Partie Südkorea gegen Algerien am Sonntag durch Christian Lescano aus Ecuador ersetzt, wie der Fußball-Weltverband am Freitag mitteilte. Weiterer Assistent im Team des kolumbianischen Unparteiischen Wilmar Roldán bleibt dessen Landsmann Eduardo Diaz.

Der Südamerikaner hatte in der Partie Mexiko gegen Kamerun zwei Treffer der Mexikaner wegen Abseits aberkannt. Einen Manipulationsverdacht wollte die Fifa nicht bestätigten. Gegen Clavijo werde "nicht ermittelt", sagte Ralf Mutschke, der zuständige Fifa-Direktor. "Für mich gilt immer die Unschuldsvermutung, solange nicht das Gegenteil bewiesen wurde."

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Fuleco, Helden und ein Iron Man

Das große ABC zur Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Lustige und nützliche Informationen zu allen Buchstaben.

+++ Argentinien und Iran dürfen nichts ins WM-Stadion +++

Argentinien und Iran haben ihr Abschlusstraining vor dem WM-Gruppenspiel an diesem Samstag (18.00 Uhr MESZ) in Belo Horizonte nicht wie sonst üblich im WM-Stadion absolvieren dürfen.

Wie der argentinische Fußballverband mitteilte, geschehe dies auf Anweisung der Fifa, um den Rasen im Estadio Mineirao zu schonen. Die Südamerikaner, die mit einem Sieg vorzeitig das Achtelfinale erreichen könnten, wollten daher eine 75-minütige Einheit in ihrem WM-Quarter Cidade do Galo bestreiten. Iran wich auf das Estádio Independência aus.

Im WM-Stadion von Belo Horizonte wurden bislang die WM-Partien Kolumbien - Griechenland und Belgien - Algerien ausgetragen. In der Arena sind auch ein Achtelfinale und ein Halbfinale angesetzt.

+++ Gerrard lässt Nationalmannschafts-Zukunft offen +++

Steven Gerrard hat eine Stellungnahme zu seiner Zukunft als Kapitän der englischen Fußball-Nationalmannschaft angekündigt und einen Abschied nach der WM in Brasilien offen gelassen.

"Ich denke, dass ich den Schmerz und das Gefühl wegschieben muss und schaue, was die nächsten vier oder fünf Tage passiert", sagte der Mittelfeldspieler vom FC Liverpool nach dem 1:2 gegen Uruguay. "Falls wir in der Gruppenphase ausscheiden, wäre das ein persönliches Tief für mich und das Team."

Es sei nicht der Moment über seine Zukunft zu sprechen, betonte Gerrard im Gespräch mit der Presse. "Aber ich habe vor dem Turnier gesagt, dass ich zu euch Jungs ehrlich sein werde, also lasst uns abwarten, was die nächsten vier oder fünf Tage geschieht und dann sprechen wir wieder."

+++ Brych pfeift möglichen DFB-Achtelfinalgegner +++

Im legendären Maracana von Rio de Janeiro kommt Felix Brych bei der Weltmeisterschaft in Brasilien zu seinem zweiten Einsatz. Der deutsche WM-Schiedsrichter leitet an diesem Sonntag (18.00 Uhr) die Partie zwischen Belgien und Russland.

Seine Premiere beim Weltturnier hatte der 38-Jährige zuvor bei der Begegnung Uruguay gegen Costa Rica gefeiert. Die vom Fußball-Weltverband am Freitag vorgenommene Ansetzung für das Duell zwischen den von Marc Wilmots trainierten Belgiern und Russland kommt durchaus überraschend, weil in der Gruppe H auch der Achtelfinalgegner von Deutschland ermittelt wird.

+++ Spaniens Verband will del Bosque halten +++

Die Mehrheit der spanischen Fans ist gegen ihn, doch der nationale Verband RFEF will trotz des Vorrunden-K.o. bei der Weltmeisterschaft in Brasilien an Trainer Vicente del Bosque festhalten.

"Uns würde es gefallen, dass er bleibt. Sein Vertrag läuft bis zur EM in Frankreich", sagte RFEF-Generalsekretär Jorge Pérez dem Madrider Radiosender Cope und durchbrach damit die Funkstille seiner Funktionärskollegen. "Del Bosque hat nicht seinen Rücktritt eingereicht. Sollte er es tun, werden wir ihn darum bitten, weiterzumachen."

+++ Balotelli will Kuss von der Queen +++

Mario Balotelli hätte gerne eine besondere Belohnung von der Queen - falls sein Team der englischen Nationalelf mit einem Sieg gegen Costa Rica die letzte Chance auf das Achtelfinale bei der WM rettet.

"Wenn wir Costa Rica schlagen, will ich einen Kuss, natürlich auf die Wange, von der UK Queen", schrieb der 23-Jährige nach der 1:2-Niederlage Englands gegen Uruguay auf Twitter. Gewinnen die Azzurri am Freitag ihr zweites Spiel gegen Costa Rica nicht, ist England aus dem Turnier ausgeschieden. Dass Königin Elizabeth II. dem Stürmer diesen Wunsch tatsächlich erfüllt, scheint jedoch äußerst unrealistisch.

Donnerstag, 19. Juni 2014

+++ Mascherano: Trainer hat bei uns das Sagen +++

Ex-Kapitän Javier Mascherano hat bekräftigt, dass die taktische Umstellung zur Pause des WM-Auftaktspiels der Argentinier gegen Bosnien-Herzegowina die Entscheidung von Trainer Alejandro Sabella war.

"Alejandro hat das gesehen. Natürlich hat er es entschieden", sagte der Mittelfeldchef der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft in einem Interview der Zeitung "Olé".

Nachdem Sabella von der destruktiven 5-3-2-Taktik auf ein offensiveres 4-3-3 umgestellt hatte, waren die Argentinier und vor allem auch Lionel Messi besser ins Spiel gekommen. Manche vermuteten, dass der Superstar des Teams für die Systemänderung plädiert hätte.

Mascherano räumte damit weiter auf. Der Trainer habe sich mit seinen Assistenten besprochen und der Mannschaft danach erklärt, wie man nun weiterspiele, betonte der Vereinskollege von Messi beim FC Barcelona. Das Team habe großen Respekt vor und große Wertschätzung für Sabella, sagte Mascherano.

Messi wäre überhaupt nicht der Typ, derartiges zu entscheiden. "Das ist nicht seine Art", sagte Mascherano. "Das ist ein Kerl, der niemals zwischen dem einen oder dem anderen Mitspieler entscheiden könnte."

+++ Rote Karte für Ronaldo-Stalkerin "Miss BumBum" +++

Eine ehemalige Kandidatin beim Wettbewerb für Brasiliens schönsten Frauenhintern ist unsanft aus dem WM-Trainingslager der portugiesischen Fußballnationalmannschaft befördert worden. Wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtet, drang Andressa Urach kurz vor dem Eintreffen von Portugals Superstar Cristiano Ronaldo und seiner Teamkollegen in das Camp in der südöstlichen Stadt Campinas ein - Mikrofon in der Hand und offenbar mit einer offiziellen Presseakkreditierung versehen.

Ordner geleiteten die auch als "Miss BumBum" bekannte brasilianische Fernsehmoderatorin jedoch im Polizeigriff zum Ausgang des Geländes. Die blonde Frau trug ein Trikot der portugiesischen Elf, gesäßbetonte schwarze Shorts und weiße Socken. Erst in der vergangenen Woche soll Urach dem 29-jährigen Frauenschwarm Ronaldo mit den Farben der portugiesischen Seleção auf ihren nackten Oberkörper gemalt ihre Aufwartung gemacht haben.

Vergangenes Jahr hatten britische Medien über die Behauptung der Mittzwanzigerin berichtet, der Kapitän der Portugiesen habe seine Freundin Irina Shayk mit ihr betrogen - in einer Nacht vor einem wichtigen Match. Ronaldo hatte die Story heftig bestritten. Nach ihrem Rauswurf aus dem Trainingslager beschwerte sich Urach über Twitter: "Ich wollte CR7 (Ronaldo) viel Glück wünschen, aber ich wurde weggeschafft und mir wurde meine Akkreditierung abgenommen. Wo bleibt die Meinungsfreiheit?"

+++ Pepe für ein Spiel gesperrt +++

Portugals Verteidiger Pepe ist nach der Roten Karte beim WM-Auftakt gegen Deutschland mit der Minimalsperre von einer Partie belegt worden. Der Defensivmann von Real Madrid war beim 4:0-Sieg der DFB-Elf nach einer Tätlichkeit gegen Thomas Müller vom Platz gestellt worden. Er fehlt den Portugiesen damit nur im zweiten Gruppenspiel gegen das Fußball-Nationalteam der USA in Manaus. Bei Roten Karten sieht das FIFA-Reglement eine Mindestsperre von einem Spiel vor.

+++ Maradona wirft Spaniens Trainer Fehler vor +++

Argentiniens Fußball-Idol Diego Armando Maradona hat das WM-Aus der spanischen Nationalmannschaft gegen Chile (0:2) als gerecht bezeichnet und zugleich Trainer Vicente del Bosque Fehler vorgeworfen. "Ich habe viel Respekt für Spanien, für mich ist es ehrenhaft und verdient aus der WM ausgeschieden", sagte der 53-Jährige in seiner Sendung "De Zurda" (Mit links) im venezolanischen TV-Sender Telesur.

Es sei allerdings ein Fehler gewesen, Torwart Iker Casillas aufzustellen, statt ihn auf der Ersatzbank zu lassen. "Es hat ihm an Selbstvertrauen gefehlt, an Koordination, bei den Treffern hat er stets gezweifelt", befand Maradona. Chile habe verdient gewonnen. "Die Spieler haben die Botschaft ihres Trainers verstanden, sich nicht zurückzuziehen und nicht auf Unentschieden, sondern auf Sieg zu spielen."

Mittwoch, 18. Juni 2014

+++ Chile-Fans stürmen Pressezentrum +++

Chilenische Fans haben vor dem WM-Spiel gegen Spanien in Rio de Janeiro für einen Riesen-Tumult gesorgt. Mehrere Dutzend Anhänger stürmten den Medienbereich des Maracanã-Stadions und lieferten sich Jagdszenen mit den Sicherheitskräften.

Dabei wurden Schränke und Wände zerstört, die Situation war erst nach mehreren Minuten einigermaßen unter Kontrolle. Die Fans waren offenbar durch den Medieneingang ins Stadion eingedrungen, weil sie keine Karten für das Spiel bekommen hatten. Eine Vielzahl von ihnen wurden vorübergehend festgehalten.

+++ Messi-Fan lässt nichts unversucht +++

Auf der Jagd nach einem Autogramm von Lionel Messi ist ein brasilianischer Fan des argentinischen Superstars auch im zweiten Anlauf gescheitert.

Der Mann schaffte es zwar unerlaubt auf das Gelände der Cidade do Galo bei Belo Horizonte, wo Argentiniens Team trainiert. Sicherheitskräfte geleiteten ihn jedoch nachdrücklich zum Ausgang - ohne Autogramm. Beim öffentlichen Training der Argentinier vor WM-Beginn im Estádio Indenpendência von Belo Horizonte hatte es der Mann schon einmal probiert. Er war damals über die Absperrung geklettert und wie einige andere zu Messi geeilt, der sich mit seinem Team auf dem Weg in die Kabine befand - ebenfalls vergeblich.

+++ Rooney kehrt auf zentrale Position zurück +++

Englands Stürmerstar Wayne Rooney steht Medienberichten zufolge beim zweiten WM-Gruppenspiel gegen Uruguay vor der Rückkehr auf eine zentrale Angriffsposition.

Der 28-Jährige sei von Trainer Roy Hodgson im nicht-öffentlichen Training am Dienstag hinter Stoßstürmer Daniel Sturridge eingesetzt worden, schrieben englische Zeitungen übereinstimmend. Demnach könnte Raheem Sterling in der Partie am Donnerstag auf den rechten Flügel rücken und Danny Welbeck die linke Seite besetzen. Rooney hatte beim 1:2 gegen Italien auf der ungewohnten linken Außenstürmerposition gespielt und erneut sein erstes WM-Tor verpasst.

+++ Van Gaal mag die Trainerbänke nicht +++

Louis van Gaal hat die Position der Trainerbänke im WM-Stadion von Porto Alegre kritisiert. Der Bondscoach bemängelte vor der Partie der Niederlande gegen Australien im Estádio Beira-Rio am Mittwoch (18.00 Uhr), dass sein Arbeitsplatz viel zu tief liege.

"Ich kann nichts sehen", sagte van Gaal. "Genau an der Mitte vom Spielfeld sitzt ein Kameramann. Der nimmt allen Trainern die Sicht", schimpfte van Gaal. Er intervenierte deshalb noch während des Abschlusstrainings beim Verantwortlichen der Arena. "Du bist gezwungen, zu stehen. Aber ich bin ein sitzender Coach", sagte der 62-Jährige.

+++ Auch ein Pelé steckt im Stau +++

Fußballgott hin oder her: Die berüchtigten Staus in der Millionenmetropole São Paulo machen auch vor einem Pelé nicht Halt. Die erste Halbzeit der Partie Brasilien gegen Mexiko musste der Jahrhundertfußballer notgedrungen im Radio verfolgen.

Eigentlich hatte Pelé pünktlich im Morumbi-Stadion sein wollen, um dort die in Fortaleza ausgetragene Partie auf Großleinwänden zu verfolgen. "Ich habe sehr gelitten", sagte der 73-Jährige. Seine Hoffnung, dass die Seleção mit dem ersten Tor auf ihn warte, erfüllte sich nicht - die Partie blieb gleich ganz torlos. Ob das daran lag, dass es der Fußballkönig nicht rechtzeitig zum Public Viewing geschafft hat, ist nicht überliefert.

Dienstag, 17. Juni 2014

+++ Scolari muntert Portugiesen auf +++

Brasiliens Nationalcoach Luiz Felipe Scolari hat dem portugiesischen Team nach der 0:4-Niederlage gegen Deutschland Mut zugesprochen. Das sei kein Todesurteil, meinte der 65-Jährige, der von 2003 bis 2008 Portugal trainiert hatte.

"Ich möchte meine portugiesischen Freunde daran erinnern, dass wir bei der Europameisterschaft 2004 auch das erste Spiel verloren hatten", sagte Scolari am Montag (Ortszeit) in Fortaleza. Dennoch sei Portugal bis ins Finale gekommen. Das Endspiel verlor die Auswahl dann aber gegen Auftaktgegner Griechenland. "Die Chance, weiterzukommen, ist sehr groß, und Portugal hat auch die Mannschaft, um das zu schaffen", befand Felipao.

+++ Ban Ki Moon wahrt Neutralität +++

Eigentlich fiebert Ban Ki Moon bei der Fußball-WM mit seiner südkoreanischen Heimatmannschaft. Doch als UN-Generalsekretär müsse er diplomatische Neutralität wahren, sagte der 70-Jährige vor Reportern in Genf.

Seine Lösung für das Match gegen Russland: "Ich werde das Spiel nicht sehen und mir morgen früh von meinen Mitarbeitern einen Bericht über den Verlauf geben lassen." Grundsätzlich unterstütze er alle Teams, die an der Fußball-WM teilnehmen, versicherte der Mann an der Spitze der Vereinten Nationen. "Aber wenn das koreanische Team gegen ein anderes antritt, schlägt mein Herz sehr viel schneller."

+++ Tatum bewundert Ronaldos Körper +++

US-Schauspieler Channing Tatum bewundert den durchtrainierten Körper von Portugals Fußballstar Cristiano Ronaldo. "So würde ich auch dann nicht aussehen, wenn ich 24 Stunden am Tag in der Muckibude verbringen würde", sagte der 34-Jährige der Zeitschrift "Fit for Fun". "Junge, der Typ ist wirklich eine echte Maschine".

+++ Twitter-Verbot für Russlands Nationalmannschaft +++

Aus Angst vor dummen Einträgen hat Russlands WM-Trainer Fabio Capello seinen Spielern ein Twitter- und Facebook-Verbot für die Zeit der Fußballweltmeisterschaft erteilt. "Die Spieler müssen einen Monat enthaltsam sein. Wenn sie wieder heimkehren, können sie wieder durchdrehen", sagte der für seine eiserne Disziplin berüchtigte Coach aus Italien in Cuiabá. "Tweets können zu einem Ärgernis werden, wenn sie nicht in intelligenter Weise geschrieben werden. Also rufe ich meine Spieler auf, keine Sozialnetzwerke zu verwenden."

Russland steigt am Dienstag in Cuiabá mit seinem Auftaktspiel gegen Südkorea in die WM ein.

+++ Messi hat ja richtig Ahnung +++

Lionel Messi hat zwei Mannschaften nach den bisherigen Eindrücken von der Fußball-Weltmeisterschaft herausgehoben.

"Das Beste, was es zu sehen gab, waren die Niederlande und Deutschland", sagte der Superstar und Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft bei einer Pressekonferenz im WM-Camp bei Belo Horizonte. "Es gibt aber auch Mannschaften, die noch nicht alles gezeigt haben, was sie zeigen können."

Da schau einer an! Der kleine Argentinier scheint richtig Ahnung von Fußball zu haben ...

Montag, 16. Juni 2014

+++ Klinsmann mit USA Reise-Weltmeister +++

Einen Titel hatte Jürgen Klinsmann bei dieser WM schon vor dem ersten Spiel gegen Ghana sicher: Deutschlands Gruppengegner USA ist der Reise-Weltmeister der Vorrunde.

Zu ihren drei Partien in der Gruppe G in Natal, Manaus und Recife legen die "Klinsmänner" knapp 14 500 Flugkilometer zurück. Das komplette Gegenteil sind die Belgier, die zu ihren Spielen quasi mit dem Bus fahren könnten. Das Team von Marc Wilmots tritt in Belo Horizonte, Rio de Janeiro und São Paulo an und hat somit eine Gesamtreiseroute von gerade mal 720 Kilometern vor sich.

Klinsmann hatte sich bereits vor der Gruppenauslosung Anfang Dezember auf São Paulo als WM-Quartier festgelegt - und diese Entscheidung auch beibehalten, als klar war, dass die Amerikaner ihre Vorrundenpartien im Norden und Nordwesten des Landes austragen. Zum Vergleich: vor vier Jahren betrugen die Entfernungen für die "Yanks" zu ihren Vorrundenpartien in Südafrika insgesamt nur etwas mehr als 300 Kilometer - weshalb das Team jeweils mit dem Bus anreiste.

+++ Auftaktniederlage raubt Japans Kagawa den Schlaf +++

Dem früheren Dortmunder Shinji Kagawa hat die Niederlage Japans zum WM-Auftakt gegen die Elfenbeinküste sehr zu schaffen gemacht. "Ich habe kaum schlafen können", sagte der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler von Manchester United.

"Offen gestanden, hatte ich das Gefühl, dass wir unser Spiel nicht aufziehen konnten, und ich persönlich konnte auch nichts ausrichten. Es war frustrierend." Nippon hatte den Auftakt gegen die Ivorer trotz einer Führung mit 1:2 verloren. Japan bestreitet seine zweite Partie in Gruppe C am Freitag in Natal gegen Griechenland. "Wir glauben, dass wir es noch schaffen können", meinte Kagawa zum Erreichen der K.o.-Runde.

+++ Maradona kritisiert anfängliche Taktik Argentiniens +++

Argentiniens Fußball-Legende Diego Maradona hat nach dem Auftaktsieg der "Albiceleste" gegen Bosnien-Herzegowina bei der WM in Brasilien Kritik und Lob an Trainer Alejandro Sabella verteilt.

Das taktische Schema mit einer defensiven Fünferkette in der ersten Halbzeit sei ein Fehler gewesen, beklagte der 53-Jährige als Kommentator im venezolanischen TV-Sender "Telesur". "Sabella hat das aber rechtzeitig gemerkt", fügte er hinzu. Mit der Einwechselung von Angreifer Gonzalo Higuaín sowie Fernando Gago in der zweiten Hälfte sei das argentinische Spiel besser geworden.

"Da haben sich die Spannungen dann gelöst. Die Mannschaft begann, präziser zu agieren und gefährliche Bälle zu spielen. Das hatten wir in der ersten Hälfte nicht gesehen." Maradona ergänzte allerdings: "Argentinien hat viel Raum, um das zu verbessern, was es heute gezeigt hat." Ein knapper Sieg sei aber manchmal besser als eine übertriebene Siegessicherheit. "Es wurden in vielen Augenblicken Fehler gemacht, was vielleicht auch daran lag, dass es das erste Spiel war."

+++ Spanien stimmt sich mit Barbecue gegen Chile ein +++

Mit einem gemeinsamen Barbecue im WM-Quartier CT do Caju hat sich Weltmeister Spanien auf das "Gruppen-Endspiel" gegen Chile eingestimmt.

Der spanische Fußball-Verband RFEF verbreitete auf seiner Homepage und über Twitter mehrere Bilder, auf denen Abwehrchef Sergio Ramos, Torhüter Pepe Reina, die Stürmer Diego Costa und Fernando Torres sowie andere Spieler lachend und hungrig an Töpfen mit Fleisch und anderen Leckereien standen, um sich zu bedienen. Im Speisesaal des Mannschaftshotels in Curitiba wurden am Sonntagabend (Ortszeit) alle Tische zusammengerückt, um auch optisch zu zeigen, dass das Team trotz der Auftaktpleite zusammensteht.

Trainer Vicente del Bosque und zahlreiche Spieler hatten nach der 1:5-Schlappe gegen die Niederlande betont, dass sie alles unternehmen würden, um das Achtelfinale zu erreichen. Cesc Fábregas hatte sogar von einem "Spiel auf Leben und Tod" gesprochen.

Spanien muss am Mittwoch in Rio de Janeiro unbedingt gewinnen, um nicht frühzeitig zu scheitern. Selbst ein Sieg gegen Chile garantiert noch nicht das Weiterkommen. Die Südamerikaner hatten ihr erstes Spiel gegen Australien 3:1 gewonnen.

+++ Ghanas Gyan trägt jetzt die "3" im Haar +++

Ghanas Kapitän Asamoah Gyan war beim Friseur und hat sich seine Rückennummer auch in seine Haarpracht einrasieren lassen. Auf der rechten Kopfseite prangt jetzt eine große "3".

Was das Ganze soll, wollte der Stürmer aber nicht verraten. "Es hat mit meinem Bruder zu tun. Er weiß, warum. Ich weiß, warum. Das genügt", äußerte der 28-Jährige vom arabischen Spitzenclub Al-Ain FC lapidar.

+++ Thomas Müller als Torschütze unter Zugzwang +++

Zweimal Robben, zweimal van Persie, zweimal Neymar und auch noch zweimal Benzema - nach dem furiosen WM-Auftakt namhafter Offensivstars startet Thomas Müller in seine schwierige Titelverteidigung.

Der Torschützenkönig von 2010 sollte gegen Portugal im 50. Länderspiel schon treffen, wenn er im Kampf um die Torjägerkrone nicht gleich weit ins Hintertreffen geraten will.

Fünf Tore und drei Assists bescherten dem damals 20-Jährigen in Südafrika sensationell den Titel, als erst drittem DFB-Kicker nach Gerd Müller (1970/10 Tore) und Miroslav Klose (2006/5). "Man kehrt zu dem Turnier zurück, in dem es super gelaufen ist. An dieses Turnierformat habe ich gute Erinnerungen, die sich hoffentlich positiv auswirken", sagte Müller dem "Kicker" (Montag). "Wir sind hier in Brasilien, um wirklich Großes zu leisten. Die Ansprüche sind hoch, zumindest unsere eigenen."

Sonntag, 15. Juni 2014

+++ Endlich darf auch mal die Torlinientechnik ran +++

Erstmals in der Geschichte von Fußball-Weltmeisterschaften ist ein Tor nach dem Einsatz der Torlinientechnologie gegeben worden. Beim Spiel zwischen Frankreich und Honduras in Porto Alegre zählte das 2:0 in der 48. Minute nach dem Einsatz des neuen technischen Hilfsmittels.

Die Bilder zeigten, dass der Ball vom honduranischen Torhüter Noel Valladares knapp hinter die Linie prallte, erst dann erwischte ihn der Schlussmann mit der Hand und bugsierte ihn zurück ins Feld. Zuvor war das Leder nach einem Schuss von Karim Benzema an den Innenpfosten die Linie entlang geflogen.

+++ Italien-Keeper Buffon geht es besser +++

Italiens Nationaltorhüter Gianluigi Buffon kann nach Angaben seines Mannschaftsarztes auf ein schnelles Comeback hoffen. "Bei Buffon sind wir zuversichtlich, vorsichtig optimistisch. Aber wir können noch nicht sagen, wann genau er zurückkehrt", sagte Enrico Castellacci im WM-Quartier der Azzurri in Mangaratiba.

Ob der 36-jährige Kapitän, der im Abschlusstraining vor dem WM-Auftakt gegen England leicht umgeknickt war und die Partie verpasst hatte, für das zweite WM-Spiel gegen Costa Rica rechtzeitig fit wird, ist jedoch noch fraglich. "Ich glaube an eine schnelle Erholung, aber ich weiß nicht, ob er gegen Costa Rica spielen wird, das entscheiden wir von Tag zu Tag", sagte Castellacci mit Blick auf die Partie am Freitag in Recife.

+++ Keine Hymne für Frankreich und Honduras +++

Panne bei der WM: Vor dem Spiel zwischen Frankreich und Honduras wurden keine Hymnen gespielt, die Teams stellten sich auch nicht in einer Reihe auf. Der Anpfiff verzögerte sich deswegen um ein paar Minuten, die Spieler und Verantwortlichen reagierten etwas irritiert. Mittlerweile ist der Grund für die Panne bekannt: "Die FIFA und das lokale Organisationskomitee bedauern, dass das Audiosystem für die Nationalhymnen nicht richtig funktioniert hat, um die Hymnen von Frankreich und Honduras zu spielen. Wir untersuchen derzeit den Grund für diese Situation und arbeiten daran, es zu reparieren", hieß es in einer ersten Reaktion der FIFA.

"Jetzt wird der arme Kapellmeister für 90 Tage von der FIFA gesperrt", witzelte der ehemalige deutsche Nationalspieler Christoph Metzelder bei Twitter und spielte damit auf die vorläufige Sperre für Franz Beckenbauer an.

+++ Russlands Kicker müssen auf Frauen verzichten +++

Russlands Spieler müssen vor ihrer Auftaktpartie bei der Fußball-WM in Brasilien auf persönlichen Beistand ihrer Frauen und Freundinnen verzichten. "Keiner von unseren Spielern hat seine Frau hier in Brasilien. Von daher ist ein solches Treffen nicht möglich", sagte Wassili Beresuzki auf einer Pressekonferenz im Teamquartier in Itu. Der Abwehrspieler ist aussichtsreicher Kandidat auf die Nachfolge von Roman Schirokow als neuer Kapitän der Sbornaja.

+++ Italien mit Rekord-Passquote gegen England +++

Die italienische Nationalelf hat bei ihrem 2:1-Sieg über England zum WM-Auftakt einen historischen Bestwert bei der Passquote erreicht. 93,2 Prozent aller Zuspiele der Squadra Azzurra kamen nach Angaben von Opta in der Partie in Manaus beim Empfänger an.

Dem Sportdatenanbieter zufolge ist dies der höchste Wert, der bei einer Fußball-WM seit Beginn der Aufzeichnung 1966 gemessen wurde. Doch auch Gegner England lag nur knapp dahinter: Das Team von Trainer Roy Hodgson brachte Opta zufolge 91 Prozent der Pässe zum Mitspieler - der höchste Wert für England in einem WM-Spiel seit Start der Messung.

+++ Brasiliens Hulk bricht Training ab +++

Brasiliens Angreifer Hulk musste das Training des favorisierten Gastgebers bei der Fußball-WM am Sonntag abbrechen. Der Profi von Zenit St. Petersburg hatte nach einem erfolgreichen Torschuss Beschwerden am Oberschenkel. Hulk verließ den Platz im Camp "Granja Comary" in Teresópolis und ließ sich von den Physiotherapeuten der Seleção behandeln.

Der Profi von Zenit St. Petersburg gab aber kurz darauf bei einer Pressekonferenz Entwarnung: "Ich hatte mich entschieden, rauszugehen. Das war eine Vorsichtsmaßnahme. Mir geht es gut, ihr könnt beruhigt sein. Ich kann spielen"

+++ Cesare Prandelli fordert wegen Hitze Auszeiten +++

Italiens Nationaltrainer Cesare Prandelli hat sich erneut vehement für Auszeiten im Fußball ausgesprochen. "Es ist wirklich absurd, dass wir kein Timeout haben", äußerte der 56-Jährige nach dem 2:1 (1:1) im ersten WM-Vorrundenspiel in Manaus gegen England sein Unverständnis.

"Wenn wir Unterhaltung wollen, dann brauchen die Spieler auch die Energie, um diese bieten zu können." Die klimatischen Bedingungen in der Amazonas-Hauptstadt seien schwierig gewesen. "Ein Wahnsinn, dass es keine Timeouts gab." Vor allem die englischen Spieler hatten während der packenden Partie bei Hitze und Luftfeuchtigkeit vereinzelt mit Krämpfen zu kämpfen.

+++ Iker Casillas: "Chile ist ein Finale für uns" +++

Nach der historischen Klatsche für Spanien beim Spiel gegen die Niederlande steht dem Titelverteidiger schon früh ein unerwartetes Endspiel bevor. Die Iberer müssen gegen Chile unbedingt gewinnen, um nicht schon vorzeitig kläglich zu scheitern.

"Chile ist ein Finale für uns", sagte der beim 1:5 (1:1)-Debakel an mehreren Toren mitschuldige Keeper und Kapitän Iker Casillas und hob die herausragende Bedeutung der Partie gegen die siegreich in die WM gestarteten Südamerikaner hervor. Der wie die meisten seiner Mannschaftskollegen im zweiten Durchgang völlig untergegangene Abwehrchef Sergio Ramos rechnete realistisch-nüchtern vor: "Ein Remis ist zu wenig."

Samstag, 14. Juni 2014

+++ Flagge bekennen, aber anders +++

Für betuchtere weibliche Fußballfans gibt es eine Alternative zum Schlabber-Trikot: Leder-Minikleider in den Nationalfarben Deutschlands, Brasiliens sowie der drei deutschen WM-Vorrundengegner. Der Berliner Star-Designer Daniel Rodan stellte seine farblich gewagten Kreationen in der Hauptstadt vor. Das deutsche Kleidchen schimmert in einer Kombination aus Pythonschlange und Ziegenvelours-Stretchleder in schwarz-rot-gold, das "Stars & Stripes"-Outfit der USA überrascht mit einem asymmetrischen Abschluss, der über das Knie geht, während das brasilianische Modell eher durch Kürze auffällt.

1500 bis 1900 Euro soll so ein Kleid als Einzelauftrag kosten; für einen wohltätigen Zweck würde er die Kleider aber auch spenden, sagte Rodan, der bereits für Fußballstars wie Cristiano Ronaldo oder Franck Ribéry gearbeitet hat. Für die beiden hat er aber mit Sicherheit keine Kleider entworfen.

+++ Fifa streicht DDR aus Medienportal +++

Knapp 25 Jahre nach dem Mauerfall streicht die FIFA die DDR, aber auch die ehemalige Bundesrepublik, aus ihrem Medienportal im Internet.

Ein technischer Fehler bei einer Systemumstellung des Serviceproviders wurde als Grund dafür genannt, dass ein Filter zur Ausschließung nicht mehr aktiver Staaten deaktiviert war, teilte die FIFA mit. Deutsche Journalisten, die sich im Medienportal anmeldeten, hatten zur Auswahl unter den Punkten "Nationalität" und "Herkunftsland" gleich drei Möglichkeiten zur Auswahl angeboten bekommen, darunter auch noch die DDR.

+++ Algeriens Trainer hat Angst vor dem Schiri +++

Der algerische Fußball-Nationaltrainer Vahid Halilhodzic hat vor dem ersten Spiel seiner Mannschaft am Dienstag gegen Belgien die bisherigen Schiedsrichterleistungen bei der WM in Brasilien heftig kritisiert. "Was im Spiel Kroatien gegen Brasilien passiert ist, ist ein Skandal. Ich habe mehr Angst vor dem Schiedsrichter als vor Belgien", sagte der Bosnier in der belgischen Zeitung "Het Nieuwsblad".

"Es ist eine Schande. Die großen Länder werden immer bevorzugt. Brasilien, England, Deutschland ... Ich weiß, dass Algerien ein kleines Land ist. Aber ich fordere, dass wir in der gleichen Art und Weise wie die großen Länder behandelt werden." Ob er Belgien bei der WM als ein großes Land sehe, ließ der Coach offen. Seine Mannschaft sei aber bereit. "Ich habe einen Plan in meinem Kopf." Die weiteren Gegner in der Gruppe H sind Russland und Südkorea.

+++ Irans Präsident Ruhani verspricht Achtelfinal-Prämie +++

Präsident Hassan Ruhani hat der iranischen Nationalmannschaft eine Prämie für den Achtelfinal-Einzug bei der Fußball-Weltmeisterschaft versprochen. "Wenn ihr uns mit eurem Weiterkommen gute Nachrichten beschert, dann tun wir das für euch auch", sagte Ruhani in Teheran bei einer Pressekonferenz. Trotz der wirtschaftlichen Engpässe im Land, "werde ich dafür sorgen, dass wir das Geld schon irgendwie zusammenbekommen".

Das Volk erwarte keine Wunder, aber die Mannschaft solle wissen, dass Millionen von iranischen Fans mit Herz und Seele die Spiele verfolgen werden. "Vielleicht sind die anderen Teams stärker, aber was wir alle wollen, ist euch kämpfen sehen", sagte Ruhani. Der Iran startet am Montag (21.00 Uhr) in Curitiba gegen Nigeria in die WM. Angesichts der weiteren Gruppengegner Argentinien und Bosnien-Herzegowina gelten die Asiaten als großer Außenseiter.

+++ Disziplinarverfahren gegen Argentinien +++

Der Fußball-Weltverband Fifa hat ein Disziplinarverfahren gegen den argentinischen Verband wegen der Plakat-Aktion beim Testspiel gegen Slowenien eingeleitet. Die Spieler hatten in der vergangenen Woche vor dem Spiel gegen Slowenien ein Banner mit der Aufschrift "Las Malvinas Son Argentinas" gezeigt.

Las Malvinas ist die spanische bzw. argentinische Bezeichnung für die Falkland-Inseln, die zum britischen Überseegebiet zählen. 1982 hatten Großbritannien und Argentinien wegen des Inselgruppe im Südatlantik Krieg geführt. Die Fifa-Disziplinarkommission untersucht nun mögliche Verstöße wegen provozierenden Handlungen und Fehlverhalten der Mannschaft.

+++ Gigi Buffon bricht Training ab +++

Italiens Fußball-Nationaltorwart Gigi Buffon hat das Abschlusstraining vor dem WM-Auftakt gegen England vorzeitig abbrechen müssen.

Der Keeper sei mit einem Fuß sehr, sehr leicht umgeknickt, sagte Nationaltrainer Cesare Prandelli bei der anschließenden Pressekonferenz. Er gab aber sofort Entwarnung. "Es ist nichts Ernstes", stellte der 56-Jährige klar, der sich wie auch Englands Nationalcoach Roy Hodgson entspannt über den kontrovers diskutierten Rasen in der Arena da Amazonia äußerte. "Man hat mir gesagt, dass der Rasen ziemlich schlecht sei, aber der Untergrund ist eigentlich in guter Verfassung", sagte Prandelli.

Freitag, 13. Juni 2014

+++ Wilmots serviert "Training a la carte" +++

Während die deutschen Spieler beim Vollgas-Training in der Mittagshitze schwitzen mussten, um sich an das heiße Wetter in Brasilien zu gewöhnen, lassen es die Belgier eher ruhig angehen. Marc Wilmots hat seinen Roten Teufeln einen ruhigen Tag gegönnt. Nur 16 der 23 Spieler erschienen zum Training in Mogi das Cruzes auf dem Rasen. Die restlichen sieben Akteure saßen in dieser Zeit auf dem Fahrrad. Andere spielten Fußball-Tennis. "Es war mehr oder weniger ein Training à la carte", sagte Wilmots später. Dennoch sei es eine gute und entspannte Einheit gewesen, meinte der ehemalige Profi des FC Schalke 04 vier Tage vor dem Auftakt der Belgier bei der WM gegen Algerien.

Am Donnerstag hatten die Belgier unter Ausschluss der Öffentlichkeit untereinander noch ein intensives Trainingsspiel absolviert. Wäre ja sonst auch keine WM, sondern einfach nur ein kleiner Fitness-Urlaub in Brasilien.

+++ Achtung, die Zombies kommen! +++

Pünktlich zur WM in Brasilien kommt der erste Zombie-Fußball-Film als DVD auf den Markt. In dem Gruselspaß "Goal Of The Dead - 11 Zombies müsst ihr sein" tritt der Erstligist Olympic Paris gegen einen Provinzclub in dem nebligen französischen Kaff Caplongue zum Freundschaftsspiel an.

765 Sitze und gerade einmal vier Ultras - was will man da schon erwarten? Doch dann wird es ganz schön blutig und schleimig auf dem Platz: Denn ein Spieler hat sich verbotene Mittel aus Osteuropa spritzen lassen und trägt eine Zombie-Seuche auf das Spielfeld. Das Ende vom Lied: Manndeckung der brutalen Art. Da wird nicht nur Bein gestellt, da wird direkt das Genick gebrochen. Und kurz darauf legen marodierende Untote das Kaff in Schutt und Asche.

Wenn das mal nicht ganz hervorragend klingt!

+++ Van Gaal ist kein Geheimniskrämer +++

Louis van Gaal ist ein mitteilungsfreudiger Mensch. Das wissen wir spätestens seit seinem "Feierbiest"-Geständnis. Von Geheimnissen hält der Nationaltrainer der Niederländer also herzlich wenig und deshalb gab er auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Spanier gleich mal die ganze Startaufstellung bekannt. "Warum soll ich ein Geheimnis daraus machen? Ich vertraue allen meinen Spielern. Und man muss sich auf ein Spiel gut vorbereiten, auch auf den entsprechenden Positionen", sagte van Gaal. Auch die letzte noch offene Frage wurde geklärt. Jonathan de Guzman spielt neben Nigel de Jong im defensiven Mittelfeld. Vorne vertraut van Gaal den drei erfahrenen Offensivkräften Wesley Sneijder, Arjen Robben und Robin van Persie.

Irgendwie nett. Und so verhindert er natürlich auch irgendwelche Maulwurf-Diskussionen.

Donnerstag, 12. Juni 2014

+++ Englands Hart hält alles - egal, ob Stein oder "Brazuka" +++

Joe Hart, Torhüter der englischen Nationalmannschaft, findet den Ball, der bei der WM 2014 zum Einsatz kommt ("Brazuca"), zwar nicht besonders gelungen. Doch beschweren will er sich trotzdem nicht. Denn für ihn ist klar, dass seine Mitspieler "wissen, wie sie den Ball bewegen - egal, ob wir einen Stein oder 'Brazuca' benutzen." Wie er auf den Vergleich kommt, ist uns allerdings schleierhaft.

+++ Vertonghen: "Schlechtester Bankwärmer der Welt" +++

Ein Selbstvertrauen wie Cristiano Ronaldo: Der belgische Nationalspieler Jan Vertonghen ist sich sicher, dass er am 17. Juni beim WM-Auftakt der "Roten Teufel" in Belo Horizonte gegen Algerien in der Startformation stehen wird. Die Begründung: "Ich bin wahrscheinlich der schlechteste Bankwärmer der Welt." Ja dann muss ihn Trainer Marc Wilmots ja aufstellen.

+++ Torhunger zum Auftakt ist Mangelware +++

Erst seit 1966 gibt es einzelne WM-Eröffnungsspiele. Die Zuschauer konnten sich darüber aber zunächst nicht so recht freuen - zumindest, wenn sie Tore sehen wollten. Bis einschließlich WM 1978 fielen in den Auftaktspielen überhaupt keine Treffer. Auch anschließend wurde mehr Wert auf die Defensive als auf die Offensive gelegt. Nur 1998 (Brasilien schlägt Schottland mit 2:1) wollte der Ball öfter als zweimal ins Netz. 2006 zeigte sich dann die deutsche Nationalmannschaft treffsicher: Gegen Costa Rica gewann die DFB-Elf 4:2.

Heute Abend ab 22:00 Uhr trifft Brasilien auf Kroatien (hier finden Sie unseren Liveticker zum Eröffnungsspiel zur WM 2014) - und obwohl beide Teams die Statistik kennen, wollen sie die Zuschauer mit Offensivfußball begeistern. "Wir werden keinen Bus ins Tor stellen. Wir wollen angreifen und unsere Chance suchen", kündigt der kroatische Nationaltrainer Niko Kovac an. Und die Brasilianer? Die sprechen schon vor dem ersten Spiel nur vom WM-Titel - ein torreiches Auftaktspiel stellt auf dem Weg dorthin mit Sicherheit kein Hindernis dar.

+++ Klaas-Jan Huntelaar muss die Zeche zahlen +++

Teures Los-Pech für Klaas-Jan Huntelaar: Zusammen mit einigen Teamkollegen war der niederländische Stürmer in einem Restaurant. Die Zeche musste er zahlen. Und das kam so: Als es um die Rechnung ging, steckten alle Fußballer ihre Kreditkarten in einen leeren Champagner-Kühler und ließen den Kellner ziehen. Er fischte laut "De Telegraaf" die Karte von Huntelaar heraus.

+++ Spätes Glück für Kroaten Milan Badelj +++

Auch eine späte WM-Nominierung ist eine WM-Nominierung, dachte sich wohl Milan Badelj, als er am Dienstag vom Trainerstab der Kroaten einen Anruf bekam. Da hieß es so in etwa: "Pack deine Sachen und komm' nach Brasilien." Der Mittelfeldspieler vom Hamburger SV ersetzt Ivan Mocincic, der wegen einer Sprunggelenksverletzung noch vor dem Eröffnungsspiel wieder abreisen musste. Badelj stieß im Lauf des Mittwochs zum kroatischen Nationalteam und damit nur etwa 24 Stunden vor dem Auftaktspiel gegen Brasilien. Hoffentlich kann er so kurzfristig seinen Sommerurlaub noch absagen.

Mit Material der dpa und AFP