Bei der WM 2014 in Brasilien hat sich die deutsche Nationalmannschaft einiges vorgenommen. Kein Wunder, ist man doch bei den letzten großen Turnieren jeweils haarscharf am Titel vorbeigeschrammt. Wie sich das deutsche Team schlägt, was im deutschen Lager los ist und ob sich schon wieder einer verletzt hat, erfahren Sie in unserem Blog zur DFB-Elf.

Donnerstag, 03. Juli 2014

+++ Müller fand Freistoßtrick richtig geil +++

Sehen wir den etwas seltsam anmutenden Freistoßtrick aus dem Achtelfinale im nächsten Spiel noch einmal? Wenn es nach Thomas Müller (aka "der Stolperer) geht, gerne. "Das fand ich richtig geil, um ein Haar hätte es funktioniert. Natürlich kriegt man den Trick um die Ohren gehauen, wenn er nicht klappt. Aber das war es wert."

+++ Wenger nimmt Özil in Schutz +++

Mesut Özil hat vor dem deutschen WM-Viertelfinale gegen Frankreich Zuspruch von seinem Vereinstrainer Arsène Wenger bekommen.

Der französische Coach des FC Arsenal wies in der "Bild"-Zeitung die jüngste Kritik an Özil zurück. "Ich bin sehr zufrieden mit ihm. Özil kann immer den Unterschied machen. Genau wie Götze oder Müller, der mich hier schon sehr beeindruckt hat", erklärte Wenger. Auch Bundestrainer Joachim Löw hatte Özil gerade erst erneut in Schutz genommen.

In der Debatte um die Position von Philipp Lahm äußerte sich Wenger indirekt. "Löw hat das Problem, dass er keine große Auswahl an guten Außenverteidigern hat. Es ist ein Handicap, wenn über die Außenbahnen zu wenig für das Offensivspiel getan wird", sagte Wenger.

Mittwoch, 02. Juli 2014

+++ 22 Spieler sind fit +++

Außer Shkodran Mustafi stehen alle deutschen WM-Spieler für das Viertelfinale am Freitag gegen Frankreich bereit. "Alle sind einsatzfähig", verkündete Andreas Köpke, Assistenztrainer von Joachim Löw, nach dem Training des DFB-Teams in Santo André.

"Wir gehen davon aus, dass alle mit nach Rio fliegen werden", sagte Torwartcoach Köpke. Auch die zuletzt im Achtelfinale gegen Algerien fehlenden Mats Hummels und Lukas Podolski sind wieder im Training. Christoph Kramer konnte wegen Schüttelfrost nicht an der Übungseinheit teilnehmen, die aus Fußballtennis und einigen Läufen bestand. Mustafi, der wegen eines Muskelbündelrisses in Brasilien nicht mehr spielen kann, wird zur weiteren Behandlung beim Team bleiben. "Wir müssen Vollgas geben. Wenn einer nicht mehr kann, haben wir genug Alternativen auf der Bank", betonte Köpke.

Der Löw-Assistent bestätigte, dass innerhalb der Sportlichen Leitung über die Rolle von Kapitän Philipp Lahm diskutiert wird. "Wir müssen schauen, was gegen Frankreich das Beste ist", sagte der Europameister von 1996: "Wir dürfen das vor einem WM-Viertelfinale aber nicht öffentlich machen. Wir werden zu Lösungen kommen, von denen wir überzeugt sind."

+++ Bierhoff nimmt Mertesacker in Schutz +++

So kannte man Per Mertesacker noch gar nicht. Nach dem Spiel gegen Algerien hatte der Abwehrspieler den ZDF-Reporter nach kritischen Fragen ordentlich zusammengestaucht. Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff nimmt Mertesacker nun in Schutz. Er könne die Reaktion des Spielers "voll verstehen", sagte er im Interview mit der "Bild". "Wer nach 120 Minuten Kampf mit einem wichtigen Sieg am Ende nicht ein einziges positives Wort im Interview hört, der kann schon mal ausrasten." Bierhoff kritisiert auch die Fußballberichterstattung allgemein: "Generell leben wir in Zeiten, in denen vieles nur noch schwarz oder weiß gesehen wird. Nach dem 4:0 gegen Portugal, bei dem nicht alles gut war, waren wir schon Weltmeister. Und nach dem 2:2 gegen Ghana sah es schon wieder anders aus. Sachliche Kritik akzeptieren wir, aber was aktuell teilweise auf unsere Jungs niederprasselt, finde ich ungerecht. Auch wenn nicht immer alles klappt, zerreissen sich die Jungs für Deutschland."

Dienstag, 01. Juli 2014

+++ Spielerfrauen im DFB-Camp +++

Algerien besiegt, Frankreich vor der Brust. Gerade ist Entspannung für die deutsche Nationalmannschaft wichtiger denn je. Am Nachmittag öffnete Bundestrainer Jogi Löw die Tore für die Familien und Frauen der Spieler. Im Kreise der Lieben relaxt es sich einfach am Besten.

Montag, 30. Juni 2014

+++ Algerischer WM-Kapitän von 1982 hat keine Rachegelüste +++

Eigentlich hätte Ali Fergani durchaus Gründe, der deutschen Elf bei dieser WM Schlechtes zu wünschen - tut er aber nicht. Der Kapitän der algerischen WM-Mannschaft von 1982, die durch den "Nichtangriffspakt" beim 1:0 Deutschlands gegen Österreich ausschied, hat gute Erinnerungen an diese Zeit: "Wir sind erhobenen Hauptes aus diesem Wettbewerb ausgeschieden. Das ist eine Zeit des Ruhms für den algerischen Fußball", sagte in einem Interview der "Tageszeitung/taz" vom Montag. "Meine Landsleute erinnern sich mit Stolz an diese Zeit."

Schweini auf die Bank: Gegen Algerien braucht DFB-Elf mehr Offensiv-Power.

Kein Groll also gegen den Achtelfinalgegner Deutschland? "Algerien hat gute Erfahrungen mit Deutschland gemacht. Wir haben zweimal gegen Deutschland gespielt und beide Spiele gewonnen", sagte er vor dem Montagabendspiel (22.00 Uhr MESZ) im brasilianischen Porto Alegre. Der 2:1-Sieg gegen Deutschland 1982 wurde zwar durch die "Schande von Gijón", also das unrühmliche 1:0-Gekicke der Deutschen und der Österreicher, zunichtegemacht. Die K.o-Partie am Abend sei aber aus algerischer Sicht keine Revanche. "Wenn hier einer Revanche will, dann Deutschland. Denn Deutschland hat uns noch nie besiegt."

+++ Afrika-Kenner Otto Pfister warnt vor Algerien +++

Trainer-Weltenbummler und Afrika-Kenner Otto Pfister hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft davor gewarnt, den WM-Achtelfinalgegner Algerien auf die leichte Schulter zu nehmen. "Wenn ein oder zwei Spieler im Unterbewusstsein den Gegner unterschätzen, dann wird es schwierig", sagte Pfister dem Inforadio des RBB. Algerien sei eingespielt - seit rund vier Jahren habe sich die Aufstellung kaum verändert. Auch sei die Fußball-Infrastruktur in dem Land mit mehreren Stadien und einer regelmäßigen Liga besser als in einigen anderen Nationen Afrikas.

Die Sängerin zeigt sich mit den frischgekürten Weltmeistern.

Sonntag, 29. Juni 2014

+++ WM-Prämie: DFB-Elf winkt sattes Urlaubsgeld +++

Ab jetzt können Thomas Müller und seine Kollegen in Brasilien ihre Urlaubskasse füllen. Für einen Sieg gegen Algerien würde der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die ersten 50.000 Euro als Erfolgsprämie locker machen. Beim Titelgewinn könnte jeder der 23 Akteure sogar die Rekordsumme von 300.000 Euro kassieren. "Wir möchten die Prämie auch gerne auszahlen", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach vor der Partie gegen Algerien am Montag in Porto Alegre der Nachrichtenagentur dpa.

Bei einem blamablen Achtelfinal-K.o. würden die deutschen Spieler dagegen leer ausgehen. Darauf hatte sich Kapitän Philipp Lahm in den Verhandlungen mit DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock geeinigt. "Es gab überhaupt keinen Prämienpoker", betonte Niersbach. Mit 100.000 Euro würde der Verband das WM-Halbfinale entlohnen, mit 150.000 Euro die Endspiel-Teilnahme.

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Fuleco, Helden und ein Iron Man

Das große ABC zur Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Lustige und nützliche Informationen zu allen Buchstaben.

Samstag, 28. Juni 2014

+++ Brasilianer pfeift Deutschland gegen Algerien +++

Der brasilianische Schiedsrichter Sandro Ricci pfeift das WM-Achtelfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Algerien. Der 39-Jährige hatte bereits das 2:2 der DFB-Auswahl gegen Ghana in der Vorrunde geleitet.

Für Ricci ist die Partie in Porto Alegre am Montag der dritte Auftritt bei der Weltmeisterschaft in seinem Heimatland. Zum Auftakt war er beim 3:0-Sieg der Franzosen gegen Honduras im Einsatz. Das zweite Achtelfinale am Montag zwischen Frankreich und Nigeria steht unter der Leitung des US-Amerikaners Mark Geiger, wie der Weltverband Fifa mitteilte.

+++ Lukas Podolski fällt gegen Algerien aus +++

Die deutsche Nationalmannschaft muss im WM-Achtelfinale gegen Algerien auf Lukas Podolski verzichten. Der Angreifer muss laut Bundestrainer Joachim Löw wegen einer Zerrung zwei oder drei Tage pausieren.

Wegen Kniebeschwerden konnte Jérome Boateng am Samstag nur individuell trainieren. Der Verteidiger soll aber am Montag (22:00 Uhr LIVE im ZDF und bei uns Ticker) gegen die Afrikaner auflaufen können. "Wenn jemand denkt, dass man es jetzt im Achtelfinale mit einem vermeintlich leichten Gegner zu tun hat, macht man einen riesengroßen Fehler", warnte Löw, der noch viel Potenzial im DFB-Team sieht. "Wir wissen, wir können besser spielen, wir sind noch nicht am Limit."

Freitag, 27. Juni 2014

+++ Keine Blessuren - alle fit +++

Am Tag nach dem Achtelfinaleinzug bei der Fußball-Weltmeisterschaft hat Bundestrainer Joachim Löw nur die Reservisten und Teilzeitkräfte des 1:0-Sieges gegen die USA auf dem Trainingsplatz stärker belastet.

Die Stammkräfte um Torschütze Thomas Müller regenerierten auf Ausdauergeräten im offenen Fitnessbereich neben dem Fußballplatz in Santo André. Von der medizinischen Abteilung übermittelte der DFB erfreuliche Nachrichten: Größere Blessuren habe es im letzten Gruppenspiel in Recife nicht gegeben. Löw könne ohne angeschlagene Akteure für das Achtelfinale am Montag (22.00 Uhr) in Porto Alegre gegen Außenseiter Algerien planen.

Das DFB-Team um Kapitän Philipp Lahm wird schon an diesem Samstag wieder auf Reisen gehen und am Abend (Ortszeit) mit einer Chartermaschine die fast 2000 Kilometer in den kühleren Süden von Brasilien fliegen. Die Fahrzeit mit dem Auto von Porto Seguro nach Porto Alegre würde übrigens rund 35 Stunden betragen.

Nach den drei Gruppenspielen im heißen und feuchten Nordosten des WM-Landes können sich die deutschen Akteure an ihrem vierten Spielort auf deutlich angenehmere Spielbedingungen einstellen. Für Montag sind in Porto Alegre maximal 16 Grad und Wolken vorhergesagt.

+++ Mesut Özil freut sich über Barack Obamas neue Fußballleidenschaft +++

US-Präsident Barack Obama gibt sich als Fußballfan, was insbesondere Mesut Özil freut. Im Netz verbreitet sich nämlich ein Twitterbild von Obama, wie er an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One das Spiel Deutschland gegen die USA verfolgt. Und wer ist auf einem der Fotos deutlich auf dem abgebildeten Fernsehbildschirm zu erkennen? Der deutsche Nationalspieler Özil!

Der Kommentar von Deutschlands Nummer acht auf seinem Twitterprofil dazu ist kurz: "Hehe ;)", schreibt der Star vom FC Arsenal. Manchmal ist eben auch mit zwei Silben alles gesagt.

Mittwoch, 25. Juni 2014

+++ Joachim Löw gewinnt - das Spiel und "Wet-T-Shirt-Contest" +++

Das dunkelblaue Hemd vollgesogen am Körper klebend, die Haare klatschnass ins Gesicht hängend: Bundestrainer Joachim Löw ist im Regen von Recife ganz schön durchgeweicht, was im Internet gleich heiß diskutiert wurde.

Er habe klar den "Wet-T-Shirt-Contest" gewonnen und sehe sexy aus in seine nassen Klamotten, meinten viele Twitter-Nutzer - vor allem weibliche. Komiker Matze Knop verglich Löw mit dem früheren James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan.

"Mmmmh, Löw auf dem Weg in die Kabine: nass, entschlossen, sexy. Für mich der Chris Isaak der WM. GERUSA: Wicked Game", analysierte das Fußballmagazin "11 Freunde" zur Halbzeitpause. Und die ARD-"Sportschau" meinte spaßig: "Jogi Löw hat heute einen Wet Hair Day".

+++ Özil wird während Ramadan nicht fasten +++

Der deutsche Nationalspieler Mesut Özil wird während des Ramadans nicht fasten.

"Ich kann da leider nicht mitmachen, weil ich arbeite. Das kommt für mich leider nicht infrage", sagte der DFB-Profi mit türkischen Wurzeln in Recife, einen Tag vor dem letzten Gruppenspiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien gegen die USA (Donnerstag/18.00 Uhr MESZ).

Der Fastenmonat Ramadan beginnt an diesem Samstag. Muslimen ist die Nahrungsaufnahme nur vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang gestattet. Allerdings sieht der Koran Ausnahmen vor. So können "Menschen auf Reisen" die Fastentage nachholen. Die Profis des möglichen deutschen Achtelfinal-Gegners Algerien und weitere Spieler aus anderen Teams wären vom Ramadan ebenfalls betroffen.

+++ Mutti Merkel hat keine Zeit +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel kann sich das letzte WM-Vorrundenspiel Deutschlands gegen die USA nicht im Fernsehen anschauen. Sie wird am Donnerstag im belgischen Ypern an einer Zeremonie zum Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren teilnehmen.

Im Anschluss ist ein Abendessen mit den EU-Staats- und Regierungschefs vorgesehen. "Das wird ein Abend, der ganz der Arbeit mit den europäischen Kollegen gewidmet ist", hieß es am Mittwoch aus Regierungskreisen. Das erste deutsche WM-Spiel in Brasilien gegen Portugal hatte Merkel im Stadion verfolgt und sich im Anschluss in der Kabine mit der Nationalelf fotografieren lassen.

+++ Müllers Mama ist wahnsinnig stolz +++

Die Mutter von Fußball-Star Thomas Müller hat sich an die Spitzenleistungen ihres Sohnes auf dem Spielfeld gewöhnt. Wenn das Können des Sohnes sie und ihren Mann "jedes Mal aufregen würde, hätte ich irgendwann bestimmt einen Herzinfarkt", sagte Klaudia Müller der Zeitschrift "Bunte". Der Begeisterung tut die Routine aber keinen Abbruch: "Mein Mann und ich sind natürlich wahnsinnig stolz auf Thomas."

Für die hervorragende Vorstellung des Nationalspielers, der bei der WM-Vorrunden-Partie gegen Portugal drei Tore geschossen hatte, hat Mutter Klaudia eine Erklärung: Wenn "Thomas ein Ziel vor Augen hat, dann zieht er es knallhart und konzentriert durch", sagte sie der Zeitschrift.

Dienstag, 24. Juni 2014

+++ Ravshan Irmatov pfeift Deutschland gegen USA +++

Der Usbeke Ravshan Irmatov leitet das entscheidende WM-Vorrundenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen das US-Team von Nationaltrainer Jürgen Klinsmann. Das teilte der Weltverband FIFA am Dienstag mit.

Für den 36-Jährigen ist es am Donnerstag in Recife bereits der dritte Einsatz im laufenden Turnier in Brasilien. Irmatov hatte erst am Montag beim 3:1-Sieg von Mexiko über Kroatien amtiert, davor pfiff er beim 2:1-Erfolg der Schweiz über Ecuador.

Bei der WM 2010 kam er zunächst im Eröffnungsspiel zwischen Südafrika und Mexiko (1:1) zum Einsatz. Danach wurde er auch für ein Spiel der deutschen Mannschaft angesetzt und beaufsichtigte dabei den grandiosen 4:0-Erfolg des DFB-Teams im Viertelfinale über Argentinien. Auch beim 3:2-Sieg der Niederländer im Halbfinale über Uruguay war Irmatov danach erneut der 23. Mann.

Damit hat die FIFA einen sehr erfahrenen Unparteiischen für das DFB-Spiel gegen die USA nominiert, das aufgrund der Ausgangslage heiß diskutiert wird. Beiden Mannschaften genügt bereits ein Unentschieden zum Weiterkommen.

Nawaf Shukralla aus Bahrain wurde für das Parallelspiel der Gruppe G zwischen Portugal und Ghana ausgewählt. Er hatte sich am Montag offenbar mit seiner Leistung bei der Partie zwischen dem entthronten Weltmeister Spanien und Australien (3:0) empfohlen.

Montag, 23. Juni 2014

+++ Mats Hummels gibt Dribbling-Versprechen +++

Mats Hummels gibt für das Gruppenfinale gegen die USA schon einmal ein WM-Versprechen ab. "Wenn es in der 91. Minute 1:1 stehen sollte, werde ich nicht als letzter Mann gegen vier Amerikaner ins Dribbling gehen", sagt der Innenverteidiger und fügt an, "vielleicht gegen zwei Mann".

Den kleinen Scherz zu dem einträglichen Resultat, das sowohl dem deutschen Team als auch den Amerikanern den Einzug in das Achtelfinale garantieren würde, konnte sich der 25-Jährige bei den vielen Nachfragen zu möglichen Absprachen am Donnerstag in Recife nicht verkneifen. Ernsthaft sagte er jedoch: "Wir werden definitiv auf Sieg spielen. Alles andere wäre anderen Nationen gegenüber relativ unfair."

+++ Mittelfeldrolle von Lahm steht nicht zur Debatte +++

Philipp Lahm wird bei der WM weiter im Mittelfeld spielen. Die Position des Kapitäns in der defensiven Schaltzentrale der deutschen Nationalmannschaft wird von der Sportlichen Leitung vor der letzten Gruppenpartie gegen die USA nicht infrage gestellt.

Mit einem klaren "Nein" beantwortete Hansi Flick, Assistent von Bundestrainer Joachim Löw, bei der Pressekonferenz des DFB eine entsprechende Frage. "Philipp macht seine Sache im Mittelfeld richtig gut, wir sind mit ihm zufrieden", auch wenn ihm mal ein Fehlpass unterlaufe, erklärte Flick: "Man merkt, das Spiel im Mittelfeld fängt an zu greifen."

+++ "Müller kann mir gefährlich werden" +++

Mit Ronaldo hat er gleichgezogen, aber im Interview mit "dfb.de" gibt sich Deutschlands "one and only" Stürmer Miroslav Klose weiter kämpferisch: "Mein Ziel ist es, ganz alleine ganz vorne zu stehen. Ich bin noch nicht fertig. Ich würde lügen, wenn ich anderes behaupten würde. Ich bin ein Stürmer - und Stürmer wollen Tore erzielen. Und natürlich will ich diese Liste so lange wie möglich anführen."

Ein DFB-Kollege könnte ihm bei diesem Vorhaben allerdings gefährlich werden: Thomas Müller. "Ohne Frage - Thomas hat das Zeug dazu", sagt Klose über Müller. "Das Können und das Potenzial hat er, ganz klar. Er ist ein richtig guter Stürmer."

+++ Lukas Podolski: "Qualität für Gruppensieg" +++

Trotz der personellen Fragezeichen um die angeschlagenen Sami Khedira (Innenbandzerrung im Knie) und Jerome Boateng (Muskelverhärtung im Oberschenkel) ist die Zuversicht im DFB-Lager groß. "Wir haben die Qualität aus der Gruppe als Erster rauszukommen, und das muss das Ziel sein", erklärte Offensivmann Lukas Podolski.

Auch wenn Deutschland und den USA am Donnerstag (18:00 Uhr unserer Zeit) im heißen Recife je ein Punkt reichen würde, wollen beide Teams nicht auf ein Remis spielen. "Nein, so etwas macht einen verrückt. Ich bin ganz klar dafür, dass wir eher die Spielweise wie gegen Portugal wiederholen", bemerkte Verteidiger Mats Hummels. Sogar mit einer Niederlage wäre das DFB-Team in der K.o.-Runde, wenn Ghana oder Portugal das schlechtere Torverhältnis nicht aufholen.

Freitag, 20. Juni 2014

+++ Bierhoff warnt vor Euphorie +++

In seinem WM-Blog auf "dfb.de" hat Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff davor gewarnt, nach dem Spiel gegen Portugal in Euphorie auszubrechen: "Von den vier Toren dürfen wir uns nicht blenden lassen. Wir haben nur ein Spiel gewonnen, das ist nicht mehr als ein Siebtel, wenn wir Weltmeister werden wollen. Uns muss bewusst sein, dass noch erheblich größere Herausforderungen auf uns warten. Gegner, die uns mehr fordern werden, als Portugal das an diesem Tag konnte."

Als wichtige Aufgabe für den Trainierstab sieht Bierhoff nun "die Spieler und auch das Umfeld runterzufahren und dafür zu sensibilisieren, dass lediglich die Pflicht erfüllt und noch gar nichts erreicht ist. Die drei Punkte gegen Portugal sind nicht viel wert, wenn wir gegen Ghana nicht nachlegen. Ich kann mich noch an einige Situation erinnern, in denen wir trotz guten Auftakts vor dem dritten Spiel unter Druck standen. Eben weil wir im zweiten Spiel nicht abgerufen haben, was wir hätten abrufen können. Das wollen wir diesmal vermeiden."

+++ Ghana muss Abwehr umbauen +++

Ghanas Rechtsverteidiger Daniel Opare fällt nach einem Bericht der nationalen Nachrichtenagentur GNA gegen die deutsche Nationalmannschaft aus. Das Medium berief sich einen Tag vor der WM-Vorrundenpartie auf Mannschaftskreise.

Der 23-Jährige von Standard Lüttich hatte am Vortag wegen einer Knieblessur das Training abbrechen müssen. Eine offizielle Stellungnahme zu einem möglichen Ausfall Opares gab es zunächst nicht, allerdings wird Ghanas Trainer Kwesi Appiah bei der Abschluss-Pressekonferenz vor dem Deutschland-Match in Fortaleza erwartet. Am ehesten ersetzt werden könnte Opare durch Samuel Inkoom vom griechischen Club FC Platanias.

Neben dem Abwehrspieler war zuletzt auch Routinier Michael Essien angeschlagen. Der Mittelfeldprofi vom AC Mailand hatte allerdings am Donnerstag bereits wieder mit der Mannschaft trainieren können. Sein Einsatz sollte sich kurzfristig entscheiden. Die Alternative für ihn wäre Mohammed Rabiu vom russischen Verein Kuban Krasnodar.

+++ Neuer erwartet Partie wie gegen Kamerun +++

Nationaltorhüter Manuel Neuer erwartet im zweiten WM-Gruppenspiel gegen Ghana eine schwere Aufgabe für die deutsche Nationalmannschaft.

"Wir wissen, dass Ghana eine sehr aggressive Mannschaft ist", sagte der Schlussmann des FC Bayern München im Interview der "Bild"-Zeitung mit Blick auf die Partie am Samstag in Fortaleza. Man habe schon im Test gegen Kamerun gesehen, wie hart afrikanische Teams in die Zweikämpfe gingen. "Uns wird am Samstag etwas Ähnliches erwarten. Da müssen wir voll auf der Höhe sein", forderte Neuer.

Die im Pokalfinale lädierte rechte Schulter bereite keine Probleme mehr, versicherte Neuer. "Mir geht es gut. Echt", sagte der 28-Jährige. Natürlich habe er noch seine Behandlungen. "Aber das ist nur noch Kosmetik. So sagen es die Physios scherzhaft. Es ist nur noch Feinjustierung", erklärte der Torwart.

Donnerstag, 19. Juni 2014

+++ Jose Mourinho macht Thomas Müller madig +++

José Mourinho teilt nicht die allgemeinen Lobpreisungen über die Leistung von Thomas Müller beim deutschen 4:0 zum WM-Auftakt gegen Portugal. Zwar sei dieser "unglaublich dynamisch" und habe "einen einzigartigen Torinstinkt". Allerdings wolle er Müller gegen eine kompakte Defensive sehen. "Dann ist er gefordert. Portugal war doch viel zu schwach", sagte der Portugiese in einem Interview von "eurosport.yahoo.com". Es gebe einige WM-Mannschaften, die besser verteidigen. "Ich bin sehr gespannt darauf, wie Thomas Müller sich gegen solche Teams behauptet. Nicht nur er, sondern die ganze Nationalmannschaft. Nein, dieses Portugal war kein echter Prüfstein für Deutschland."

Der 51-Jährige verteidigt hingegen seinen ehemaligen Schützling Mesut Özil. "Die Kritik ist nicht berechtigt. Özil ist Özil. Man darf von ihm nicht erwarten, dass er zwischen den beiden Torauslinien hin und her läuft und Kilometer macht. Dass er der große emotionale Leader dieser Mannschaft ist und alle mitreißt mit seiner aggressiven Art. Nein, das ist nicht Mesut", sagte er in dem Interview.

Mourinho trainierte den deutschen Fußball-Nationalspieler während seiner Zeit bei Real Madrid. Der Coach des FC Chelsea ist auch ein Jahr nach der gemeinsamen Zeit weiter voll des Lobes. "Özil ist jemand, der den Ball lächeln lässt. Er ist immer anspielbereit und spielt gnadenlos gute Pässe, seine Bälle sind immer präzise und auch vom Tempo her richtig getimt." Zwar sei Özil manchmal lange nicht zu sehen. "Aber wenn er dann wieder auftaucht, ist er einzigartig."

+++ Brasilianer Ricci leitet Deutschland gegen Ghana +++

Der Brasilianer Sandro Ricci leitet am Samstag (21.00 Uhr MESZ) das zweite Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Brasilien gegen Ghana. Der Internationale Fußball-Verband FIFA benannte den 39-Jährigen als Referee für den mit Spannung erwarteten zweiten Auftritt der Elf von Joachim Löw nach dem 4:0-Triumph über Portugal.

Ricci steht seit 2011 auf der Liste der Schiedsrichter des Weltverbandes. Bei der Club-WM war der brasilianische Referee des Jahres 2010 im vorigen Jahr beim Finale zwischen dem FC Bayern München und Raja Casablanca im Einsatz.

+++ Pinguine sicher: Deutschland gewinnt gegen Ghana +++

Das Pinguin-WM-Orakel im Spreewald hat Deutschland erneut einen Sieg vorausgesagt. Die beiden Pinguine Don Juan und Polly stupsten am Donnerstag einen mit der deutschen Flaggenfarbe beklebten Ball an, wie das Spreewelten-Bad in Lübbenau mitteilte. Den Ghana-Ball ließen sie links liegen.

Am Samstag steht das zweite Vorrundenspiel Deutschland gegen Ghana an. Bereits beim ersten Spiel hatte das Tierorakel richtig gelegen und die Niederlage Portugals vorhergesagt.

Das WM-Orakel funktioniert so: Zwei mit den jeweiligen Flaggenfarben beklebte Bälle werden vor die 16 Pinguine in dem Bad gelegt - der Ball mit den meisten Pinguin-Stupsern bedeutet dann einen Sieg für die jeweilige Mannschaft. In dem Schwimmbad im Spreewald kann man mit Pinguinen schwimmen - zumindest indirekt. Sie sind durch eine Glasscheibe von den Badenden getrennt.

Mittwoch, 18. Juni 2014

+++ Hummels glaubt an Einsatz gegen Ghana +++

Via Facebook hat sich der verletzte Mats Hummels an die deutschen Fans gewandt:

"Der Auftakt ist uns schon mal gelungen und persönlich war es ein unglaubliches erstes WM-Spiel. Da ein Tor zu schießen ist einer der größten Träume die ich (und vermutlich auch andere) als Kind hatte. Die Verletzung schmälert das Ganze zwar ein wenig, aber scheint nichts "Dramatisches" zu sein, deshalb überwiegt das Positive.

Jetzt verbringe ich die Zeit mit Behandlungen und Reha-Übungen um mich bis zum Ghana-Spiel am Samstag wieder fit zu kriegen, die Chancen sind auf jeden Fall da."

Das klingt doch mal ganz hoffnungsvoll.

+++ Jogi Löw verliert eine haarsträubende Wette +++

Das Kopfballtor von Mats Hummels beim deutschen 4:0-Sieg im WM-Auftaktspiel gegen Portugal kommt Bundestrainer Joachim Löw teuer zu stehen.

Wie Assistenztrainer Hansi Flick im deutschen WM-Quartier in Brasilien berichtete, verlor Löw damit schon in der ersten Partie eine Wette, dass der DFB-Auswahl kein Treffer aus einer Standardsituation gelingt. Löw muss nun Flick, Torwarttrainer Andreas Köpke und Teammanager Oliver Bierhoff sowie deren Partnerinnen zu einem gemeinsamen Essen einladen - und zahlen.

Aber auf so einen Käse wettet man auch nicht, lieber Bundestrainer!

+++ Hummels-Einsatz weiter fraglich +++

Der Einsatz von Mats Hummels zumindest im zweiten WM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Brasilien ist weiterhin fraglich.

"Wir sind guter Dinge, auch wenn es mit Sicherheit knapp wird für das Spiel am Samstag gegen Ghana", sagte Assistenztrainer Hansi Flick im deutschen Teamquartier. "Wir rechnen damit, dass Mats spielen kann, wenn nicht, haben wir Alternativen", fügte Flick hinzu. Eine Rückkehr von Philipp Lahm aus dem Mittelfeld auf den Posten des rechten Außenverteidigers komme nicht infrage, unterstrich er.

Während Hummels wegen seiner Prellung im rechten Oberschenkel und der daraus resultierenden Einblutung nur ein individuelles Programm absolvierte, konnte der ebenfalls angeschlagene Abwehrkollege Jérôme Boateng laut Flick normal mittrainieren. Der Münchner hatte sich während des 4:0 gegen Portugal bei einem Sturz einen Teilabriss des Seitenbandes am rechten Daumen zugezogen. Er muss eine Schiene tragen, darf aber mit Zustimmung des Schiedsrichters weiterhin bei der WM spielen.

+++ Müller glaubt an Müller +++

Für Gerd Müller wird Thomas Müller der nächste Rekordtorjäger von Fußball-Weltmeisterschaften.

"Ich bin mir sicher, dass sich Thomas Müller den WM-Torrekord holt, denn er hat ja noch zwei bis drei weitere Weltmeisterschaften vor sich", sagte Gerd Müller der "Sport Bild". Thomas Müller war mit fünf Treffern bester WM-Torschütze vor vier Jahren und erzielte am Montag drei Tore beim deutschen 4:0-Auftaktsieg gegen Portugal. Mit 15 Treffern liegt Brasiliens Ronaldo in der ewigen WM-Torschützenliste vor den Deutschen Miroslav Klose und Gerd Müller (beide 14).

Dienstag, 17. Juni 2014

+++ Mustafi schreibt WM-Geschichte +++

Shkodran Mustafi von Sampdoria Genua gelang beim 4:0-Sieg von Deutschland gegen Portugal ein seltenes Kunststück. Der eingewechselte Innenverteidiger ist der vierte WM-Teilnehmer des DFB, der seit der Bundesliga-Gründung 1963 kein Bundesligaspiel vorzuweisen hat.

Er bildet einen illustren Kreis mit den Wahl-Italienern Helmut Haller (1966, 1970) und Albert Brülls (1966) sowie England-Legionär Robert Huth (2006), die ohne ein Spiel in der höchsten deutschen Liga bei WM-Endrunden eingesetzt wurden.

Das trifft im Prinzip auch für den viermaligen WM-Teilnehmer Karl-Heinz Schnellinger (1958, 1962, 1966, 1970) zu. Der langjährige Italien-Profi und Weltklasse-Verteidiger bestritt aber vier Jahre nach seiner letzten WM noch 19 Bundesliga-Partien für Tennis Borussia Berlin. Diese Möglichkeit eines späteren Bundesliga-Einstiegs haben der 22 Jahre alte Mustafi und der für Stoke City spielende Huth (29) ebenfalls noch.

+++ Maradona: "Deutschland macht Angst" +++

Diego Maradona ist nach dem 4:0-Sieg der deutschen Nationalelf über Portugal schwer beeindruckt von der DFB-Auswahl.

Das deutsche Team habe die Elf um Cristiano Ronaldo regelrecht plattgemacht, befand der 53-Jährige im venezolanischen TV-Sender "Telesur", für den er die WM kommentiert: "Deutschland hat die Perfektion gestreift." Imponierend sei auch die physische Überlegenheit gewesen. "Deutschland macht angesichts der körperlichen Stärke Angst", meinte Maradona. Dagegen habe Portugal "sehr klein ausgesehen".

"Ohne jeglichen Riss", habe das Team von Joachim Löw gespielt. "Auch beim Laufen sind sie sehr, sehr intelligent." Voll des Lobes war die frühere Nummer "10" der Argentinier auch für den dreifachen Torschützen Thomas Müller: "Er hat keine Muskeln, aber heute hat er ganz stark gespielt."

Montag, 16. Juni 2014

+++ 10.000 Fans in Salvador +++

Mehr als 10.000 deutsche Fußball-Anhänger wollten das erste WM-Spiel der DFB-Elf gegen Portugal in Salvador da Bahia besuchen. Das erklärte der deutsche Polizei-Einsatzleiter in der Küstenstadt knapp zwei Stunden vor Anpfiff der Partie in der Arena Fonte Nova.

Rund um das Stadion wie auch in der historischen Altstadt Pelourinho herrschte buntes Treiben. Tausende deutsche, portugiesische und brasilianische Fußball-Fans feierten eine große fröhliche Party und stimmten sich auf das Spiel ein. Zwar kam der Verkehr in Salvador fast völlig zum Erliegen. "Aber bisher blieb alles überwiegend friedlich", sagte Ganz.

Sonntag, 15. Juni 2014

+++ Die Kanzlerin ist da +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist einen Tag vor dem WM-Auftaktspiel der DFB-Elf in Brasilien eingetroffen. Sie landete in der Hauptstadt Brasília. Anschließend traf sie zu einem Arbeitsessen mit Präsidentin Dilma Rousseff zusammen. Danach fliegt die Kanzlerin weiter nach Salvador im Bundesstaat Bahia, wo die deutsche Nationalmannschaft am Montag um 18:00 Uhr (live in der ARD und bei uns im Ticker) gegen Portugal spielt.

+++ Rangnick: Viele WM-Tore Vorteil für DFB-Elf +++

Aus Sicht des einstigen Bundesliga-Trainers Ralf Rangnick spricht der bisherige Verlauf der Fußball-Weltmeisterschaft für ingesamt bessere Chancen der deutschen Mannschaft in Brasilien. "Wenn sich unsere Gegner in der Abwehr so verhalten wie viele Teams bisher im Turnier, dann bin ich sehr optimistisch, dass wir in der Lage sind, genug Tore zu schießen", sagte der Sportdirektor des österreichischen Meisters Red Bull Salzburg der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vor dem deutschen Auftaktspiel gegen Portugal.

Es sei auffällig, dass vor allem die europäischen Länder zu großen Respekt vor der Hitze hätten und sich deshalb für eine Spielweise im Energiesparmodus entschieden hätten. "So was von passiv habe ich zum Beispiel die Spanier in den letzten zehn Jahren noch nicht gesehen", sagte Rangnick zum 1:5 des Weltmeisters gegen die Niederlande. "Eigentlich wäre es logisch, dass bei der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit wenig Tore fallen, weil die Mannschaften vorsichtig agieren. Aber in ihrer Vorsicht haben viele Mannschaften die Grundregeln der Abwehrarbeit vergessen", meinte Rangnick. Die Vielzahl der Tore zeige, "wie schlecht verteidigt wird, dass nur passiv rückwärts gelaufen oder rumgestanden wird".

+++ Jogi Löw versprüht Zuversicht +++

Bundestrainer Joachim Löw startet mit Zuversicht ins erste WM-Gruppenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Portugal am Montag. "Wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass wir eine Mannschaft mit großer Qualität sind. Wir haben uns in vielen Bereichen enorm verbessert. Wenn wir in der Lage sind, unser Potenzial im gesamten Turnierverlauf abzurufen, sind wir eine Mannschaft, die schwer zu schlagen ist", sagte Löw auf der Pressekonferenz in Salvador.

Die Problematik mit den Verletzungen in der Vorbereitung sei überstanden. "Ich denke, dass wir gut vorbereitet ins Turnier gehen. Wir können davon ausgehen, dass alle Spieler zu 100 Prozent einsatzfähig sein werden." Die klimatisch schwierigen Bedingungen seien indes seit Tagen kein Thema mehr. "Ich denke, dass wir auf die Witterungsbedingungen gut vorbereitet sind."

+++ Manuel Neuer: "Ja, ich bin fit" +++

Das Abschlusstraining in der Arena Fonte Nova wartete Deutschlands Ballfänger Nummer eins gar nicht mehr ab. "Ja, ich bin fit", verkündete Manuel Neuer vor dem WM-Start der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in der Millionenstadt Salvador. "Ja, richtig fit", wiederholte der 28 Jahre alte Münchner nochmals auf Nachfrage in der ARD. Vier Wochen und zwei Tage nach seinem Sturz auf die rechte Schulter im Pokalfinale in Berlin meldete sich Neuer öffentlich WM-bereit.

Immer wieder in diesen 30 Tagen waren Zweifel aufgekommen, ob die Zeit tatsächlich reichen würde, den Kapseleinriss im Schultereckgelenk auszuheilen.

+++ Jogi Löw joggt, um Kopf frei zu bekommen ++

Kurz vor der Partie gegen Portugal findet Jogi Löw kaum noch eine freie Minute für sich selbst. Seine Strandläufe sind hingegen ein Kraftquell für die prall gefüllten Tage mit Trainingseinheiten, Sitzungen, Videostudium und vielen Gesprächen, die er mit seinem Trainerstab, der Mannschaft, den Medizinern und Fitnesstrainern sowie dem Logistik-Team um Manager Oliver Bierhoff führen muss. "Für mich persönlich ist gerade am frühen Morgen eine gute Gelegenheit, ein bisschen Sport zu machen, das tut mir gut. Das ist für mich ein guter Ausgleich und ein guter Auftakt in den Tag", schilderte Löw. Er könne dabei abschalten: "Ich begebe mich da nicht in eine Welt, in der ich nur an Cristiano Ronaldo denke."

Samstag, 14. Juni 2014

+++ Podolski: Titel auch für Schumacher +++

Lukas Podolski denkt auch kurz vor dem deutschen WM-Auftakt gegen Portugal an seinen verunglückten Freund Michael Schumacher. "Ich möchte einen guten Freund grüßen, der leider nicht dabei sein kann. Das ist der Michael Schumacher. Er ist genauso Fußball-verrückt wie wir alle. Wir, die Mannschaft und der DFB möchten seiner Familie weiterhin viel Kraft wünschen", sagte Lukas Podolski zum Abschluss der Pressekonferenz in Santo André und fügte hinzu: "Wenn wir den Titel gewinnen sollten, wäre das ein Stück, womit man ihm eine Freude machen kann."

Der Offensivspieler kennt den Formel-1-Rekordweltmeister aus seiner Zeit beim 1. FC Köln, dessen Anhänger der Kerpener ist. Schumacher hatte am 29. Dezember 2013 einen Skiunfall in den französischen Alpen. Er zog sich dabei schwere Kopfverletzungen zu. Ende Januar hatten die Ärzte in der Klinik von Grenoble begonnen, die Aufwachphase einzuleiten. Podolski hatte bereits im englischen Pokalfinale mit dem FC Arsenal vor vier Wochen seine Verbundenheit mit Schumacher demonstriert. Er spielte mit Schuhen, auf denen "Wir sind bei dir" und "Keep fighting" (Kämpfe weiter) geschrieben war.

+++ Alle fit für den WM-Auftakt gegen Portugal +++

Alle 23 Spieler konnten in Santo André das letzte Training der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vor dem Abflug in den ersten Gruppenspielort Salvador absolvieren. Nach einer kurzen Ansprache von Bundestrainer Joachim Löw in der Mitte des neu angelegten Sportgeländes wärmten sich Kapitän Philipp Lahm und Co. zunächst wie immer in Gruppen auf. Beim beliebten Kreisspiel Fünf gegen Zwei kickte Löw persönlich mit. Nach den starken Regenfällen am Vortag konnte wieder bei Sonnenschein trainiert werden.

Die taktischen Schulungen in Vorbereitung auf den WM-Auftakt gegen Portugal fanden unter Ausschluss der Medien statt. Welche Startelf der Bundestrainer am Montag (ab 18:00 Uhr live bei uns im Ticker) gegen Portugal bringt, bleibt damit weiter ein Geheimnis.

Auch die portugiesische Mannschaft kann am Montag in Bestbesetzung in das WM-Spiel gegen Deutschland gehen. Auch beim letzten Training vor dem Abflug nach Salvador waren alle 23 Spieler inklusive Superstar Cristiano Ronaldo dabei. Offen ist nur noch, ob Portugals neue Nachwuchs-Hoffnung William Carvalho von Sporting Lissabon auf der Position zentral vor der Abwehr spielen wird oder der deutlich erfahrenere Miguel Veloso von Dynamo Kiew. Im Angriff hat der frühere Bremer Hugo Almeida nach seinen beiden Toren im letzten WM-Test gegen Irland (5:1) die deutlich besseren Karten als sein Dauerrivale Helder Postiga.

+++ Milorad Mazic pfeift DFB-Spiel gegen Portugal +++

Milorad Mazic aus Serbien pfeift bei der Fußball-WM das deutsche Vorrundenspiel am Montag (18.00 Uhr) gegen Portugal. Das gab der Weltverband FIFA am Samstag bekannt. Der 41-Jährige war vergangenen September auch beim deutschen WM-Qualifikationsspiel in München gegen Österreich (3:0) im Einsatz. Die WM in Brasilien ist das erste große Turnier des Direktors einer Fleischfabrik. Mazic war auch Schiedsrichter beim Dortmunder 1:0 in der Champions League Anfang Dezember gegen Manchester City.

+++ Angela Merkel: DFB-Elf ist Sympathieträger +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht die Nationalelf bei der Fußball-WM in Brasilien als wichtigen Botschafter Deutschlands. Sie sei ein Sympathieträger für Millionen von Menschen, sagte Merkel vor ihrem Abflug nach Brasilien zum ersten deutschen Gruppenspiel gegen Portugal in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft.

"Ich möchte mit meinem Besuch einfach auch die Unterstützung deutlich machen, auf der anderen Seite auch die Anerkennung für den Gastgeber Brasilien", sagte Merkel. "Für die Brasilianer ist das sicherlich auch, bei aller Kritik, ein großes Ereignis, mit dem sie sich in der Welt präsentieren können." Merkel wollte sich nicht festlegen, wie weit die deutsche Mannschaft kommen kann: "Ich drücke natürlich der deutschen Mannschaft unheimlich die Daumen, dass sie möglichst weit kommt. Aber es wird ein hartes Ringen werden", betonte Merkel, die seit der WM 2006 bei allen großen Turnieren Spiele verfolgt hat.

+++ Jogi und seine Jungs ziehen um +++

Nach sechs Tagen in Santo Andre, wo das DFB-Team sein WM-Basiscamp aufgeschlagen hatte, geht es schon am Samstagabend nach Salvador. Dort steht am Montag bereits um 13 Uhr Ortszeit das erste Gruppenspiel gegen die Portugiesen an. Bundestrainer Joachim Löw warnt vor einem "harten Brocken". Ob Superstar Ronaldo im Auftaktspiel dabei ist oder nicht, spiele allerdings keine Rolle.

Nach insgesamt sieben Trainingseinheiten mit zwei Spielsimulationen wähnt Löw seine Mannen bestens vorbereitet: "Ich weiß als Trainer, dass man nicht nur einfach einen Gegner besiegen muss. Man muss die klimatischen Bedingungen und die Anstoßzeit besiegen können."

+++ Liebesgrüße aus der Heimat +++

Für Bastian Schweinsteiger gibt es kurz vor dem Auftakt noch einen besonderen Motivationsschub von seinem Kumpel Felix Neureuther. In einer Videobotschaft macht der Ski-Star dem zuletzt vom Verletzungspech geplagten Mittelfeldregisseur Mut: "Lieber Basti, hier ist der Wedler. Ich wünsche dir alles, alles Gute für die Weltmeisterschaft. Schau, dass du fit wirst und dass du alles geben kannst. Ich drück' dir auf alle Fälle die Daumen hier aus Deutschland."

In dem Clip trägt Neureuther das WM-Trikot seines Freundes, den er seit Kindertagen kennt, und feuert "Schweini" an: "Dein Trikot, Numero 7. Hau sie weg. Come on Burschi, come on!"

Freitag, 13.06.2014

+++ Schnauze voll vom Döner-Wurf +++

Nicht einmal der DFB selbst kann es sich verkneifen, Kevin Großkreutz auf die Dönerwurf-Affäre anzusprechen. In einem Interview für die Webseite des Deutschen Fußballbundes wird der BVB-Allrounder gefragt, ob er froh sei, dass es in Campo Bahia keinen Dönerladen geben.

Großkreutz reagiert etwas säuerlich: "Ganz ehrlich - ich finde das nicht sonderlich lustig. Es gibt hier auch keine Hotellobby, das wäre bestimmt als Nächstes gekommen. Aber ich finde nicht, dass diese Geschichten Thema des Gesprächs sein sollten."

Auf die Nachfrage, weshalb er nicht mehr darüber reden wolle, erklärt der deutsche Nationalspieler, das alles zu dem Thema gesagt sei. "Und schon gar nicht finde ich, dass es mir zusteht, bei einer Verharmlosung mitzumachen. Ins Lächerliche werde ich meinen Fehler bestimmt nicht ziehen. Ich habe einige Menschen enttäuscht, auch meine Familie und mich. Aber mehr, als um Entschuldigung bitten, kann ich nicht machen. Und das habe ich getan. Ich würde lieber über Sport reden. Über Fußball. Über die WM. Das sind meine Themen."

+++ Schweinsteiger wird zur "Spezialkraft" +++

Ab sofort gehört Bastian Schweinsteiger zum neuen WM-Sonderkommando von Joachim Löw. Es ist allerdings kein Aufstieg für den 102-maligen Nationalspieler, Champions-League-Sieger, Clubweltmeister, je siebenmaligen deutschen Meister und Pokalsieger sowie Vizeeuropameister. Denn der Bundestrainer hat kurz vor dem mit Spannung erwarteten ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft am Montag gegen Portugal seine Ersatzmänner zu "Spezialkräften" erklärt. "Sie haben die Aufgabe, der Mannschaft neue Energie zu geben, neue Impulse zu setzen", sagte Löw.

Was sich wie eine Aufwertung anhört, ist bei Schweinsteiger zunächst allerdings eine Rückstufung. Denn gegen die starken Portugiesen stehen allen Vorzeichen nach andere Spieler auf dem Rasen der Arena Fonte Nova in Salvador da Bahia.

+++ Löw ist der Rasenpapst +++

Der Bundestrainer entpuppt sich als wahrer Rasenkenner. "Er wächst ein bisschen anders als in Europa: nicht nur nach oben, sondern auch in die Breite", erklärte Jogi Löw in Santo Andre, nachdem er sich das Gras auf dem Trainingsgeländer scheinbar ganz genau angeschaut hatte. Mit 22 Millimetern habe der Rasen die selbe Länge und sei genauso beschaffen wie der in den Stadien, die alle in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet seien, berichtete Löw. So wurde auch der Trainingsplatz errichtet. "Wir haben hier wirklich gute Bedingungen." Spezialist Rainer Ernst hat das Projekt über Monate begleitet "und hat das super hinbekommen", meinte der DFB-Chefcoach.

+++ Dirk Nowitzki kann sich nicht entscheiden +++

Da hat wohl einer Entscheidungsschwierigkeiten. Deutschlands Basketballsuperstar Dirk Nowitzki antwortet auf die Frage nach seinem Lieblingsspieler bei der WM mit "Poldi, Müller, Neuer, Schweini, Hummels und alle anderen deutschen Spieler". Ja, das geht uns eigentlich auch so.

Donnerstag, 12.06.2014

+++ Magath: "Löw hat qualitativ besten Kader" +++

Er trainiert zwar nur einen Zweitligisten und das auch noch in England. Aber dennoch liegt Felix Magath viel an der deutschen Nationalmannschaft. Der DFB-Elf traut er bei der WM 2014 Großes zu: "Joachim Löw kann auf den qualitativ besten Kader bauen, mit dem jemals ein Bundestrainer bei einer WM angetreten ist", meinte Magath auf seiner Facebook-Seite. Das wird Löw gerne hören.

Was Magath weiter schreibt, aber wohl eher nicht, denn Löw gilt als akribischer Arbeiter, wenn es um ein Ziel geht. Und das heißt WM-Sieg. Laut Magath hänge der Titelgewinn aber von vielen - auch unkontrollierbaren - Faktoren ab. Glück gehöre auch dazu. Möge das auf Jogis Seite sein, kann man da nur sagen.

+++ Löw tippt auf knappen Sieg von Brasilien gegen Kroatien +++

Um 22:00 Uhr findet das Eröffnungsspiel Brasilien gegen Kroatien statt (hier finden Sie unseren Liveticker). Auch Joachim Löw und die DFB-Elf werden sich das Duell ansehen: "Wir werden uns das Spiel zusammen angucken, gemeinsam vor einem großen Fernseher." Der Bundestrainer tippt auf einen knappen Sieg für Brasilien: "Brasilien ist schon ein großer Topfavorit des Turniers. Sie spielen zu Hause, die Mannschaft hat sich beim Confed Cup gefunden, ist richtig zusammengewachsen", sagte er auf der Pressekonferenz.

+++ Löw sicher: DFB-Elf spielt für Marco Reus +++

Er ist der Pechvogel in der deutschen Nationalmannschaft. Im letzten Vorbereitungsspiel gegen Armenien verletzte sich Marco Reus am Sprunggelenk - und verpasst deswegen die WM. Auch für Bundestrainer Joachim Löw war der Ausfall ein Schock. Doch seine Gedanken und die des Teams sind bei dem BVB-Spieler. Gleich zu Beginn der Pressekonferenz wandte sich der Bundestrainer direkt an Reus: "Marco. Ich glaube, die Mannschaft vermisst dich hier sehr. Wir wünschen dir von hier alles Gute. Gute Genesung", sagte Löw. "Ich bin sicher, die Mannschaft wird hier auch für dich spielen."

+++ Alle sind wichtig - vor allem die Einwechselspieler +++

Unabhängig von Bastian Schweinsteiger, dürfte es zu Härtefällen in der DFB-Auswahl kommen - gerade im Mittelfeld und im Sturm. Bundestrainer Joachim Löw baut in der Pressekonferenz schon einmal vor und betont: "Es ist keine Strafe, wenn du nicht von Minute eins auf dem Platz bist", sagte Löw in Santo André und ergänzte: "Vielleicht ist es für einige Spieler von Vorteil." Der Plan ist einfach: Die Einwechselspieler sollen "den Gegner empfindlich treffen, wenn andere müde sind."

+++ Lahm soll im Mittelfeld auflaufen +++

Am Montag findet das erste Spiel der DFB-Elf bei der WM 2014 in Brasilien statt. Heute gibt Bundestrainer Joachim Löw noch einmal eine große Pressekonferenz. Thema Nummer eins: Wo spielt Philipp Lahm im Duell mit Portugal? Beim letzten Test für die WM 2014 gegen Armenien (6:1) hatte er im Mittelfeld gespielt. "Ich bin ziemlich sicher, dass dies auch die Lösung sein wird für Montag", sagte Löw nun.

Nur, was wird dann mit Bastian Schweinsteiger? Nimmt ihm Lahm etwa den Platz im zentralen Mittelfeld weg? Das hört Löw gar nicht gerne, denn die beiden könnten ja auch zusammen auflaufen - schließlich "spielen sie ja seit zehn Jahren zusammen", betont der Bundestrainer. Bis die genaue Aufstellung für das Spiel gegen Portugal am Montag bekannt gegeben wird, dürfen die rund 80 Millionen deutschen "Nationaltrainer" weiter über die beste Aufstellung diskutieren.