Es gehe ihm gut, sagte Franz Beckenbauer der "Bild". Zuvor herrschte langes Schweigen - auch wegen einer Herz-Operation. Ein alter Weggefährte machte sich deswegen große Sorgen um den Fußball-Kaiser.

Franz Beckenbauer hat Befürchtungen widersprochen, sein Gesundheitszustand könne sich möglicherweise auch aufgrund der Affäre um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 verschlechtert haben. Der "Bild"-Zeitung sagte der 72-Jährige: "Nein, mir geht es gut."

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    Ein großer Sportler, ein gefallener Sportfunktionär.
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    Das FIFA-Umfeld hat ihn verdorben.
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Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte sich bei seinem Besuch im südkoreanischen Olympia-Ort Pyeongchang besorgt über ihn geäußert.

"Leider geht es ihm nicht ganz so gut. Die Sache mit der Fifa hat ihm wohl doch stark zugesetzt. Vielleicht wäre es besser gewesen zu reden als zu schweigen", hatte er der "Bild" gesagt.

Beckenbauer erwiderte nun: "Ich bin mit mir im Reinen. Meine Herzprobleme sind nach der Operation unter Kontrolle. Ansonsten habe ich nur die Wehwehchen des Alters."

Bei einem "Anfall von Bewegungswahn" habe er sich einen Faserriss zugezogen, weil er die Treppen im Haus in Salzburg 30 Mal rauf- und runtergelaufen sei.

Beckenbauer schweigt zu Vorwürfen wegen der WM

Zu den Korruptionsvorwürfen rings um die WM-Vergabe an Deutschland im Jahr 2000 gab es keine Stellungnahme. Beckenbauer hat Vorwürfe gegen ihn stets zurückgewiesen.

Ungeklärt sind weiterhin die Hintergründe einer Zahlung von 6,7 Millionen Euro, die 2002 von einem Konto von Beckenbauer und seinem verstorbenen Manager Robert Schwan auf ein Konto in Katar flossen, das zum Firmengeflecht des einstigen FIFA-Vizepräsidenten Mohamed Bin Hammam gehörte.

Bin Hammam sagte kürzlich dem ZDF: "Ich schwöre zu Gott, es war nicht für die WM."

Kurz darauf erhielt Beckenbauer diese Summe als Darlehen vom früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus zurück, der wiederum sein Geld drei Jahre später vom Deutschen Fußball-Bund zurückforderte.

2005 überwies der Verband die 6,7 Millionen Euro über ein Konto des Weltverbandes FIFA an Louis-Dreyfus.  © dpa

Die ARD-Dokumentation "Franz Beckenbauer – der Fall des Kaisers" zeichnet ein erschütterndes Bild von der deutschen "Lichtgestalt".