(ska) Am 10. November jährt sich der Tod von Robert Enke zum dritten Mal. Der Nationaltorhüter hatte sich das Leben genommen. Er litt unter Depressionen. Mit der "Robert-Enke-Stiftung" versucht seine Frau Teresa Enke mehr Anlaufstellen für depressive Menschen zu schaffen.

Einen geliebten Menschen zu verlieren, ist schwierig. Wenn sich dieser Mensch jedoch selbst für den Tod entscheidet, ist es umso schwieriger für die Angehörigen, damit zurecht zu kommen. Das sagt auch Teresa Enke im Interview mit der "Sportbild": "Man verarbeitet so einen Tod nicht. Uns Angehörige lässt jeder einzelne Tag trauern. Ich werde es nie verarbeiten, sondern lerne lediglich, damit zu leben."

Vereine wenden sich an die Stiftung

Nach dem Tod ihres Mannes hat Teresa Enke die "Robert-Enke-Stiftung" gegründet, die "Maßnahmen und Einrichtungen, die der Aufklärung über die Krankheit Depression und der Erforschung oder Behandlung dieser Krankheit dienen", fördert. Sie ist überzeugt, dass diese Stiftung auch die Fußballvereine mehr für Krankheit sensibilisiert. Im Interview sagt sie: "Es gibt auch Vereine, die sich an uns wenden und Hilfe suchen. Mit denen arbeiten wir zusammen. Sie müssen sich vorstellen, dass wir damals selbst gar nicht wussten, wo wir mit Roberts Depressionen überhaupt hinsollten."

Durch Enkes Tod habe sich die Einstellung vieler Vereine geändert. Die "Arschbacken zusammen und weitermachen"-Mentalität gehört bei den meisten Klubs der Vergangenheit an.

"Für Depression braucht man Experten"

Die Arbeit von Sport-Psychologen, die inzwischen vierlerorts beschäftigt werden, sieht Teresa Enke allerdings als wenig förderlich im Kampf gegen die Krankheit: "Ein Sport-Psychologe ist in erster Linie dafür da, die Leistung der Spieler zu steigern, das Maximale herauszuholen. Es gibt eine enge Vernetzung mit dem Trainer-Team. Deswegen gibt es logischerweise eine Zurückhaltung aufseiten der Spieler. Das ist ein Problem. Für Depression und Burn-out braucht man unabhängige Experten, ausgebildete Therapeuten. Viele Vereine haben das noch nicht verstanden."

Mit Fußball hat Teresa Enke inzwischen nicht mehr viel zu tun. Nur mit dem ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und auch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hat sie noch Kontakt.