Madrid (dpa) - Gut zwei Wochen nach dem Tod eines Fußballfans bei einer blutigen Massenschlägerei in Madrid hat die Polizei mehr als 30 mutmaßliche Hooligans festgenommen.

Darunter seien auch zwei Fans von Atlético Madrid gewesen, die im Verdacht stünden, bei der Schlägerei am 30. November einen Anhänger von Deportivo La Coruña getötet zu haben, verlautete am Dienstag aus Polizeikreisen.

Insgesamt seien 34 Verdächtige festgenommen worden, die an der Massenschlägerei in der Nähe des Altético-Stadions vor dem Spiel zwischen dem spanischen Meister und La Coruña teilgenommen haben sollen. Alle gehörten dem radikalen Fanclub "Frente Atlético" (Atlético-Front) an. Die Festnahmen erfolgten in Madrid und mehreren Städten der Umgebung. Die Polizei habe es sich zum Ziel gesetzt, alle Teilnehmer der Schlägerei dingfest zu machen, hieß es.

Ein 43-jähriger Deportivo-Fan war bei der Prügelei mit einer Eisenstange niedergeschlagen und in den Fluss Manzanares geworfen worden. Er wurde von der Feuerwehr 20 Minuten später aus dem Wasser geborgen, konnte aber nicht mehr wiederbelebt werden. Bei der Massenschlägerei standen sich Mitglieder des als rechtsradikal eingestuften "Frente Atlético" und der als linksradikal geltenden "Riazor Blues" aus La Coruña gegenüber. Der Zwischenfälle löste in Spanien eine Debatte über die Gewalt militanter Fanclubs aus.