Pierre-Emerick Aubameyang war perfekt vorbereitet. 62. Minute, Flanke, Kopfball Aubameyang, Tor zum 2:0 für Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München - und schwupps hatte der Angreifer eine rote Maske aus seinem rechten Socken gefummelt, nur um wenige Sekunden später mit dem Stoffteil über das Gesicht gestülpt als "Spider-Man" zusammen mit den BVB-Fans und seinen Teamkollegen zu feiern. Doch was steckt eigentlich hinter der exzentrischen Jubelgeste?

Die Sache mit dem Versteck im Stutzen, die ist nicht neu. Pierre-Emerick Aubameyang ist nicht der Entdecker des Fußballer-Sockens als Aufbewahrungsort für eigentlich fußballfremde Habseligkeiten. Denn im Stutzen hatte schon St.-Pauli-Legende Walter Frosch einst seine Zigaretten versteckte. Aubameyang trug am Mittwochabend allerdings keine Glimmsstängel mit sich herum, der Offensivkünstler von Borussia Dortmund hatte im rechten Schuh eine Spider-Man-Maske versteckt. 62 Minuten dauerte es, bis der eigentümliche Gesichtsschmuck zum Einsatz kommen durfte.

Nach seinem Treffer zum entscheidenden 2:0 für Dortmund im Supercup gegen den FC Bayern München streifte sich der 25-Jährige die Maske über und zelebrierte das Tor auf seine ganz eigene Weise. Dieser Jubel hat bei Aubameyang schon Tradition. Der jetzige Dortmunder hat sich den Superhelden-Gag bereits in seiner Zeit bei St. Etienne in Frankreich ausgedacht. Sein Teamkollege und guter Freund Jeremie Janot ist großer Spider-Man-Fan. 2005 spielte der Torhüter gegen den FC Istre sogar selbst in einem Spider-Man-Kostüm. Wenn Aubameyang sich die Maske überzieht, ist das also auch immer ein Gruß in Richtung seines Kumpels.

Im Supercup gegen die Bayern hatte Aubameyang aber noch einen weiteren guten Grund, sich die Maske aufzusetzen. Nach dem Spiel erklärte er "bild.de": "Das habe ich meinem Sohn Curtis zum dritten Geburtstag versprochen." Und ein netter Papa hält eben seine Versprechen. Da kann auch BVB-Trainer Jürgen Klopp nichts dagegen haben: "Solange er mit dem Ding im Stutzen laufen kann und es kein Gelb gibt, darf er das."

Gelb hätte es laut Regelbuch allerdings geben müssen. Aber im Supercup, dachte sich wohl Schiedsrichter Peter Gagelmann, kann man schon einmal ein Auge zudrücken.