Bereits am zweiten Spieltag haben Meister Bayern München und Vizemeister Borussia Dortmund einen Dämpfer hinnehmen müssen. Die Niederlagen in Hoffenheim (Bayern) und Augsburg (BVB) taten weh - und sorgen im direkten Duell der beiden im Supercup für unerwartete Brisanz.

Steffen Meyer
Eine Kolumne
von Steffen Meyer

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Am Mittwochabend (Anpfiff 20:30 Uhr, bei uns im Live-Ticker) treffen der FC Bayern München und Borussia Dortmund im deutschen Supercup aufeinander. Es ist eigentlich das Duell des Meisters gegen den DFB-Pokalsieger. Weil die Münchner allerdings - wie häufiger zuletzt - das nationale Double gewannen, darf mit dem BVB der Vizemeister im Supercup antreten.

Der Supercup kämpft seit Jahren um Bedeutung. Für die Fans hat er so gut wie keinen Wert. Für einen hochdekorierten Klub wie den FC Bayern, der als Dauermeister seit Jahren im Supercup spielt, ist er ebenfalls nachrangig. Irgendwie passt es da ins Bild, dass die Partie in einer leeren Allianz Arena stattfinden wird.

Höllischer Terminplan beschäftigt beide Teams

Doch in dieser durch Corona stark beeinträchtigten Saison wirkt die Ansetzung noch einmal etwas deplatzierter. In normalen Spielzeiten dient der Supercup für die Teilnehmer zumindest als letzter großer Test vor dem Start der Saison. Nun findet er nach dem zweiten Spieltag statt. Eingepresst in einen Terminkalender, der insbesondere dem FC Bayern und Borussia Dortmund ohnehin schon sehr viel abverlangt.

Beide Teams sind in der durch die Corona-Turbulenzen gestauchten Saison in drei Wettbewerben gefordert. Der FC Bayern spielte zudem durch das späte Champions-League-Turnier quasi seit Anfang August durch. Durch den Sieg in der Champions League waren sie in der Vorwoche bereits im europäischen Supercup über 120 Minuten gefordert. Als Krönung wartet im Dezember auch noch eine kräftezehrende Klub-WM, über deren Bedeutung man ebenfalls trefflich streiten kann.

So ist es das wohl unsinnigste Spiel des Jahres und die DFL muss sich schon fragen, ob es in Anbetracht dieser Umstände nicht möglich gewesen wäre, auf diesen Cup in dieser Saison zu verzichten.

Vor allem Dortmund braucht ein Erfolgserlebnis

Nun findet er aber eben nun mal statt. Immerhin unter etwas anderen Vorzeichen als vermutet. Denn beide Kontrahenten patzten am Wochenende gewaltig. Dortmund mit einer 0:2-Niederlage in Augsburg. Der FC Bayern ging in Sinsheim gegen Hoffenheim sogar mit 1:4 unter.

Die Gründe für die Niederlagen sind dabei sehr unterschiedlich. Während Dortmunds junge Mannschaft noch nach Wegen sucht, die eigenen Qualitäten konstant in Torgefahr und Spielkontrolle umzumünzen, wirkt der FC Bayern nach kräftezehrenden Wochen erschöpft und überspielt.

Hinzu kommt beim Rekordmeister allerlei Unruhe rund um die Personalsituation. Flick fordert neue Spieler, David Alaba mehr Wertschätzung und neben Thiago könnten mit Cuisance, Ulreich und Martínez noch weitere Spieler den Verein verlassen. Top-Neuzugang Leroy Sané fehlt derweil erstmal verletzt.

Lucien Favre braucht jeden Titel

Klar ist: Wer den Supercup verliert, hat in den Tagen danach die Diskussion. Beim BVB um Trainer Favre, der endlich beweisen muss, dass er eine hochtalentierte Mannschaft zu Titeln führen kann. Und beim FC Bayern um einen möglicherweise zu dünnen Kader, der kurz vor der Transferdeadline am 5. Oktober nur noch wenige Tage verstärkt werden kann.

Und so wird das vielleicht unsinnigste Spiel des Jahres plötzlich doch noch relevant - zumindest für dessen Verlierer.

Der FC Bayern München setzt der Vertrags-Posse um David Alaba ein Ende

David Alaba erhält bis zum Ende der Transferperiode am 5. Oktober keine Freigabe seines Arbeitgebers FC Bayern München für einen möglichen Transfer. Hintergrund ist das Ringen um einen neuen Vertrag ab dem 1. Juli 2021. In dessen Verlauf soll Alaba über seinen Berater ein Jahresgehalt von 25 Millionen Euro gefordert haben.