Paukenschlag in Zürich: Fifa-Präsident Sepp Blatter hat völlig überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Das gab der 79 Jahre alte Schweizer am Dienstag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Zürich bekannt. Inzwischen überschlagen sich die Ereignisse: Interpol hat sechs Fifa-Funktionäre auf die Fahndungsliste gesetzt. Die aktuellen Ereignisse im Live-Ticker.

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+++ 16:00 Uhr: Watzke findet Blatters Rücktritt gut +++

Eine Nachricht erschüttert am Donnerstagabend die Sportwelt: Sepp Blatter tritt nur eine knappe Woche nach seiner Wiederwahl als Präsident des Weltfußballverbandes Fifa zurück. Die Reaktionen von Beobachtern und Profisportlern lassen nicht lange auf sich warten.

+++ 13:30 Uhr: Blatter ist schon wieder im Büro +++

Blatter ist zwar zurückgetreten, aber weg ist der Fifa-Präsident noch lange nicht. Stattdessen geht Sepp Blatter seinem Tagesgeschäft nach.

"Alles geht weiter wie bisher", sagte eine Fifa-Sprecherin. "Bis zur Wahl seines Nachfolgers ist der Präsident immer noch der Präsident." Neue Mitteilungen oder Pressekonferenzen wurden nicht angekündigt.

Nur wenige Tage nach seiner Wiederwahl zum Fifa-Präsidenten ließ er die Bombe platzen: Sepp Blatter stellt sein Amt zur Verfügung. So kommentiert die nationale und internationale Presse den überraschenden Rücktritt des Schweizers.

+++ 13:10 Uhr: De Maiziére warnt: Blatter-Rücktritt ohne Fifa-Reform wertlos +++

Bundesinnenminister Thomas de Maizière drängt nach dem angekündigten Rücktritt von Fifa-Präsident Joseph Blatter auf grundlegende Strukturreformen im Fußball-Weltverband. "Wenn die Chance jetzt nicht genutzt wird, Verkrustungen aufzubrechen und Verfahren zu schaffen, die Transparenz garantieren und Vetternwirtschaft verhindern, bliebe der Rückzug von Blatter ein Muster ohne Wert", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch.

Den Rückzug des 79-Jährigen bezeichnete er als richtig und notwendig. "Im Fokus steht jetzt die dringend notwendige Aufklärung und das wird ein wahrhaft schwieriger Prozess für die Fifa", betonte de Maizière.

+++ 13:00 Uhr: Russland hält weiter zu Blatter +++

Auch nach dem angekündigten Rücktritt von Fifa-Chef Joseph Blatter will Russland bis zur Wahl eines Nachfolgers eng mit dem Präsidenten des Fußball-Weltverbandes zusammenarbeiten.

Moskau rechne damit, dass Blatter sein Amt bis zur Neuwahl beim nächsten Fifa-Kongress ausüben werde, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch. Bis zuletzt hatte Präsident Wladimir Putin Blatter unterstützt.

"Das Wichtigste ist, dass Russland seine Vorbereitung für die Weltmeisterschaft 2018 fortsetzt", betonte Peskow der Agentur Interfax zufolge. Die Schweizer Behörden ermitteln wegen Korruptionsverdachts bei den WM-Vergaben an Russland 2018 und Katar 2022. Moskau weist Forderungen nach einer Neuvergabe mit Nachdruck zurück.

+++ 11:31 Uhr: Justizminister Maas fordert Überprüfung der WM-Vergaben +++

Nach dem angekündigten Rückzug von Fifa-Chef Blatter fordert Bundesjustizminister Heiko Maas jetzt auch eine Überprüfung der WM-Vergaben an Katar und Russland. Gegenüber "Bild" sagte Maas: "Blatters Rücktritt kann nur der Anfang für die dringend erforderliche Aufklärung sein. Wenn bei den WM Vergaben Schmiergelder geflossen sind, müssen die Entscheidungen komplett neu überdacht werden. Maßgeblich für die Entscheidung, wo eine WM stattfindet, darf doch nicht sein, wer die höchsten Schmiergelder zahlt."

+++ 11:30 Uhr: Protokoll des Blazer-Verhörs soll veröffentlicht werden +++

Die amerikanische Bundespolizei FBI wird voraussichtlich am heutigen Mittwoch das Protokoll des Verhörs von Chuck Blazer veröffentlichen. Das berichtet die Schweizer Zeitung "Blick". Die frühere rechte Hand von Sepp Blatter, Chuck Blazer, gilt als Kronzeuge im Fifa-Skandal.

+++ 11:00 Uhr: Interpol setzt sechs ehemalige und aktuelle Fifa-Funktionäre auf die Fahndungsliste +++

Interpol hat zwei frühere und vier aktuelle Fifa-Funktionäre auf die internationale Fahndungsliste gesetzt. Jack Warner (früherer Fifa-Vizepräsident), Nicolás Leoz (Vorsitzender des südamerikanischen Kontinentalverbands), Alejandro Aurzaco, Hugo und Mariano Jinkis und José Margulies (auch bekannt als José Lazaro) werden im Zusammenhang mit Korruption, Verschwörung und organisiertem Verbrechen gesucht.

Interpol bittet seine Mitgliedsstaaten mit einer sogenannten roten Ausschreibung um Amtshilfe, die sechs Personen ausfindig zu machen und festzusetzen, damit sie ausgeliefert werden können.

Die sechs Beschuldigten stehen auf einer Liste des US-Justizministeriums, mit der am 27. Mai der jüngste Fifa-Skandal ins Rollen gebracht worden war. Schweizer Behörden nahmen damals sieben hochrangige Fußball-Funktionäre in Zürich in Auslieferungshaft. Warner wurde in seinem Heimatland kurzzeitig festgenommen und auf Kaution wieder freigelassen.

Interpol stellt jedoch klar, dass das Ersuchen für ein Mitglied nicht verpflichtend ist. Es ist kein internationaler Haftbefehl.

+++ 9:00 Uhr: Ermittelt das FBI gegen Blatter? +++

Berichte der Zeitung "New York Times" und des Senders ABC legen den Schluss nahe, dass Blatter nur auf juristischen Druck - und eventuell sogar in einer Kurzschlussreaktion - agiert haben könnte. Das FBI soll auch gegen ihn ermittelt haben. Das berichtete am Dienstag die "New York Times" unter Berufung auf Ermittler. Die Zeitung hatte in der Vorwoche die Verhaftungen von führenden Fußball-Funktionären als erste publik gemacht und den Anstoß zur neuen Eskalationsstufe der massiven Fifa-Glaubwürdigkeitskrise kurz vor Blatters dennoch geglückter Wiederwahl am Freitag gegeben.

Das geschah am Tag von Blatters Rücktritt.