Paukenschlag in Zürich: Fifa-Präsident Sepp Blatter tritt völlig überraschend zurück. Das gab der 79 Jahre alte Schweizer am Dienstag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Zürich bekannt. Die aktuellen Ereignisse in unserem Live-Ticker.

Zum Aktualisieren hier klicken.

22:55 Uhr: Laut US-amerikanischen Medien ermittelt das FBI gegen Blatter. Der Sender beruft sich laut "Spiegel"-Informationen auf Insider, die mit der Angelegenheit vertraut seien. Eine Bestätigung hierfür gibt es nicht.

22:26 Uhr: Auch aus der Politik kommen Reaktionen auf den Rücktritt: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zeigte sich überrascht. "Ich habe gesagt, es ist ein Neuanfang notwendig, wenn der Fußball und die Fußballbegeisterung überleben sollen. Und ich bin froh, dass der Rücktritt von Herrn Blatter diesen Neuanfang jetzt möglich macht", sagte Steinmeier am Dienstag nach der Preisverleihung des "Deutschen Fußball-Botschafters" in Berlin. "Ich hatte den Eindruck, dass die Kluft zwischen Fußball-Funktionären auf der einen Seite und Fußball-Volk auf der anderen Seite kaum jemals größer war als während des Fifa-Kongresses in Zürich." Es sei aber nicht Aufgabe der Politik, Empfehlungen abzugeben.

21:17 Uhr: Die US-Regierung bestreitet, Blatter aus dem Amt gedrängt zu haben. Marie Harf, Sprecherin im US-Außenministerium, verneinte eine Nachfrage eines Journalisten. "Die Vereinigten Staaten haben keine Position zu der Frage, wer der Präsident der Fifa ist", sagte Harf. Die Sprecherin fügte hinzu: "Ich tendiere außerdem dazu, American Football etwas mehr Beachtung zu schenken." Ermittlungen amerikanischer Strafverfolger hatten vergangenen Woche zur Festnahme von sieben Fußball-Funktionären geführt. Insgesamt klagte die US-Justiz 14 Menschen wegen Korruptionsverdachts an.

20:58 Uhr: DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sagte im Interview mit der dpa, dass ihn die Entscheidung total überrascht hätte. Weiter erklärte er: "Ein Aufbruch, den die FIFA dringend nötig braucht, ist nur mit einem neuen Mann an der Spitze möglich. Wenn Sepp Blatter jetzt nicht mehr da ist, dann kann man beginnen, die Probleme zu lösen." Auf die Frage, was von Josef Blatters Amtszeit übrig bleiben wird, findet Niersbach versöhnliche Worte: "Ich hätte ihm trotz allem einen großen Abschied von der Weltbühne des Fußballs gewünscht. So ist es eben total überschattet. Und ich stehe auch dazu, dass Sepp Blatter auch viele gute Dinge für die Entwicklung des Fußballs gerade auch auf anderen Kontinenten gebracht hat."

20:47 Uhr: Der Rücktritt des Fifa-Präsidenten Sepp Blatter wird bisher mehrheitlich begrüßt. So auch von Ligapräsident Reinhard Rauball: "Dies ist ein guter Tag für den Weltfußball", sagte Rauball in einem Statement, das die Deutsche Fußball Liga am Dienstagabend veröffentlichte. Blatter habe der FIFA mit seinem Rücktritt einen großen Dienst erwiesen. "Alle, die für eine Reform der FIFA ernsthaft eingetreten sind, sind nun gefordert, mit konstruktiven Vorschlägen zur Einheit des Fußballs beizutragen", forderte Rauball.

Glaubwürdigkeit und Transparenz müssten dabei an oberster Stelle stehen. "Es gilt nun, möglichst schnell inhaltlich, strukturell und personell tragfähige Lösungen für die Zeit nach Sepp Blatter zu erarbeiten und auf den Tisch zu legen. Denn klar ist auch: Mit dem Rücktritt alleine sind noch lange nicht alle Probleme gelöst", sagte Rauball. Blatter hatte kurz zuvor in Zürich nach 17 Jahren an der Spitze der FIFA seinen Rücktritt angekündigt.

Beckenbauer zeigt Verständnis für Blatters Entscheidung

19:52 Uhr: Franz Beckenbauer äußerte Verständnis für den überraschenden Rücktritt. Zur "Bild" sagte Beckenbauer: "Es war eine vernünftige Entscheidung von Sepp Blatter. Der Druck wurde zu groß. Er wäre nie mehr zur Ruhe gekommen, ob er Schuld an den Skandalen trägt oder nicht. Das Problem der Fifa liegt in seinem System."

19:38 Uhr: Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sprach von einer überfälligen Entscheidung: "Es ist eigentlich eine Tragik, warum er es sich selber und uns allen das nicht erspart hat, dass er das früher gemacht hätte." Mit dem Rücktritt seien aber nicht "alle Probleme gelöst".

19:35 Uhr: UEFA-Präsident Michel Platini begrüßte die überraschende Rücktrittsankündigung von Joseph Blatter. "Es war eine schwierige Entscheidung, eine mutige Entscheidung, und die richtige Entscheidung", sagte Platini in einer Stellungnahme am Dienstag. Der Franzose hatte schon vor der Wiederwahl des Schweizers beim Fifa-Kongress am vergangenen Freitag versucht, Blatter zum Rückzug zu bewegen. Für den Fall einer fünften Amtszeit hatte Platini einen Rückzug europäischer Teams aus FIFA-Wettbewerben nicht ausgeschlossen.

19:25 Uhr: Ein Nachfolger für Sepp Blatter als Fifa-Präsident soll nun bei einem außerordentlichen Fifa-Kongress zwischen Dezember und März gewählt werden. Bis dahin will Blatter sein Amt weiter ausüben. Der Chef der Fifa-Compliance-Kommission, Domenico Scala, soll weitere, angekündigte Reformen bis zum Kongress mit Blatter anstoßen.

19:20 Uhr: Erst am Freitag war Sepp Blatter zum fünften Mal zum Fifa-Präsidenten gewählt worden. Nun erklärte er völlig überraschend seinen Rücktritt. Auf einer Pressekonferenz erklärte er: "Die Wahlen sind vorbei, aber die Verwicklungen der Fifa haben kein Ende genommen in dem Skandal", sagte der 79-Jährige, der den Posten 1998 übernommen hatte. "Trotz des Mandates, das ich von den Mitgliedern der Fifa erhalten habe, habe ich nicht das Gefühl, dass ich das Mandat der gesamten Fußballwelt erhalten habe – von den Fans, den Spielern, den Klubs und den Menschen, die den Fußball leben, atmen und ihn genauso lieben wie wir bei der Fifa", sagte er weiter. "Daher habe ich mich dazu entschieden, mein Mandat niederzulegen."

Mit Material von dpa und AFP