Verletzung, Party-Skandal und Wechselgerüchte: Die Schlagzeilen um Sami Khedira von Real Madrid reißen nicht ab. Spanische Medien berichten nun von einem fixen Vorvertrag bei einem Bundesligisten. Was ist dran an den Gerüchten um den Weltmeister?

Fakt ist: Sami Khediras Situation bei Real Madrid ist derzeit alles andere als befriedigend. Am vergangenen Samstag zog sich der 27-Jährige bei der blamablen 0:4-Niederlage beim Stadtrivalen Atletico eine Verletzung am linken Oberschenkel zu. Der defensive Mittelfeldmann wird für mindestens drei Wochen ausfallen.

Schon zuvor hatte Khedira seinen lange Zeit sicheren Stammplatz im Star-Ensemble der "Königlichen" verloren. Seit Beginn der Rückrunde kam der Weltmeister fast nur noch zu Kurzzeiteinsätzen. Da Khediras Vertrag im Sommer ausläuft und es noch keine Gespräche über eine mögliche Verlängerung gab, mehren sich deshalb die Gerüchte um seinen Abschied aus Spanien.

Der spanische Radiosender "Cadena Ser" berichtete diese Woche beispielsweise, dass sich Khedira bereits mit einem deutschen Klub über einen ablösefreien Wechsel im Sommer einig sei. Um welchen Verein es sich dabei handle, sei jedoch nicht bekannt. Dem Bericht zufolge wird Khedira deswegen in Zukunft nur noch für Real auflaufen, wenn der Kader keine andere Alternative mehr bietet.

Ein weiterer Grund für diese Degradierung sei die Party-Affäre um Cristiano Ronaldo. Neben anderen Real-Stars war Khedira ausgerechnet nach dem peinlichen Auftritt im Derby gegen Atletico Gast auf Ronaldos Geburtstagsfeier, dem sogenannten "Fest der Schande". Die Party hatte zu großer Verärgerung bei Verantwortlichen und Fans der Madrilenen geführt.

Wechsel zum FC Bayern ist unwahrscheinlich

In der Vergangenheit hatten spanische Medien Khedira immer wieder mit dem FC Bayern München in Verbindung gebracht. "An diesen Gerüchten ist null Komma null dran", sagte Bayerns Mediendirektor Markus Hörwick bereits im November. Diese Aussage dürfte auch heute noch gültig sein. Denn der FC Bayern hat auf Khediras Position im defensiven Mittelfeld derzeit zwar Verletzungssorgen, doch Philipp Lahm, Javi Martinez und Thiago kehren in absehbarer Zukunft zurück. Khediras Transfer würde den Konkurrenzkampf mit Xabi Alonso und Bastian Schweinsteiger nur noch unnötig verschärfen.

Eine andere Option in der Bundesliga ist deutlich wahrscheinlicher: Borussia Dortmund. Der BVB muss im Sommer auf die verkorkste Saison reagieren. Die Verpflichtung des ablösefreien Weltmeisters wäre eine logische Konsequenz. Mit Sven Bender haben die Borussen bald nur noch einen konkurrenzfähigen Sechser im Kader. Nuri Sahin und Ilkay Gündogan sind eher offensiv ausgerichtet. Und Sebastian Kehl beendet nach dieser Saison seine Karriere. Die Vertragsverlängerung von Marco Reus ist ein starkes Argument für den BVB. Allerdings ist der Klassenerhalt die entscheidende Voraussetzung für den Transfer.

Eine weitere Möglichkeit in der Bundesliga ist der VfL Wolfsburg. Der von VW unterstützte Klub hat sich durch den Wechsel von Khediras Nationalelf-Kollegen Andre Schürrle selbst ins Gespräch gebracht. Möglicherweise war der Überraschungscoup nur der Beginn einer großen Transferoffensive. Die Wölfe wollen sich hinter den Bayern als zweite Kraft in der Bundesliga etablieren. Einen weiteren Weltmeister in die Autostadt zu holen, kann dabei nicht schaden.

Nur eine Außenseiterchance im Transferpoker um Khedira dürften hingegen die Engländer haben. Noch in der Winterpause galt Arsenal London als aussichtsreichster Kandidat auf eine Verpflichtung. Und auch der FC Chelsea unter Khediras Ex-Trainer Jose Mourinho hatte die Fühler nach dem Deutschen ausgestreckt. Doch laut britischen Medien scheinen sich die beiden Vereine nun aus dem Rennen um den Mittelfeldspieler verabschiedet zu haben.