Tim Wiese steigt am Donnerstag zum ersten Mal bei einem offiziellen Kampf in den Wrestling-Ring. Vorher rechnet der Ex-Nationaltorwart noch mit dem Deutschen-Fußball-Bund ab. Außerdem kritisiert er das heutige Profi-Geschäft.

Der ehemalige Bundesliga-Torhüter Tim Wiese sagte in einem Interview mit der "Sport Bild", dass er bei WM 2010 als Stammtorwart hätte spielen müssen. "Das haben mir die Jungs in der Mannschaft auch gesagt. Es war meine beste Zeit."

Stattdessen nominierte Bundestrainer Joachim Löw Manuel Neuer als Nummer eins im deutschen Tor. Wiese weiter: "Es war ein abgekartetes Spiel. Wohl auch aus politischen Gründen. Man hat mich damals lange hingehalten, bis sich Oliver Bierhoff verplapperte. Daraufhin stellte ich ihn im Trainingslager in Südtirol zur Rede, aber er hat sich rausgeredet."

Aus Wieses Sicht ist es heute deutlich leichter, einen Profi-Vertrag in der Bundesliga zu bekommen. "Leider bin ich nur 15 Jahre zu früh geboren. Jeder, der heutzutage dreimal den Ball geradeaus schießen kann, bekommt einen Vertrag in der Bundesliga, hält sich schon für Cristiano Ronaldo und wird von allen Seiten hofiert und chauffiert. [...] Früher war das aber harte Arbeit, um Profi zu werden. Man musste sich echt durchbeißen."

Wiese weiter: "Ich begann um die Jahrtausendwende beim 1. FC Kaiserslautern meine Profi-Karriere, war um die 20 Jahre alt. Da musstest du nicht nur die Bälle schleppen. Wenn die etablierten Spieler wie Mario Basler oder Youri Djorkaeff was sagten, dann hast du das auch gemacht. Wenn nicht, hättest du was auf die Fresse gekriegt. Früher musstest du dich durchboxen, deinen Mann stehen." (fu)