Zum 25. Jahrestag trafen sich gestern die Weltmeister von 1990 am Kalterer See, um an den Titelgewinn zu erinnern. Allerdings fehlte ein wichtiger Akteur: Siegtorschütze Andreas Brehme. Dabei ist der Grund für sein Fernbleiben durchaus nachvollziehbar.

Am Kalterer See waren sie wieder alle versammelt: die Weltmeister von 1990. Dort, wo die Reise hin zum dritten Weltmeistertitel der deutschen Nationalmannschaft begann. Die Streiche im Südtiroler Trainingslager, das Solo von Lothar Matthäus, die Spucke in Rudi Völlers Haar, die Elfmeter-Paraden von Bodo Illgner - und der entscheidende Strafstoß im Finale von Andreas Brehme: Als auf zwei Leinwänden die Höhepunkte des Turniers gezeigt wurden, gab es immer wieder Szenenapplaus.

Andreas Brehme allerdings verpasste die Veranstaltung - und sorgte damit für Unruhe im DFB-Lager. "Wir haben am vergangenen Mittwoch telefoniert. Er wollte versuchen, Termine zu verschieben. Dann habe ich nichts mehr von ihm gehört", erklärte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach der "Bild". Lothar Matthäus fühlte sich auf Nachfrage der "Bild" gar von Brehme im Stich gelassen: "Bei einigen kann man verstehen, dass sie nicht da sind, aber bei Andi nicht".

Dabei fehlte Brehme nur vermeintlich unentschuldigt. Denn der DFB wusste über Brehmes Termine Bescheid, wie der Ex-Fußballer unserem Portal exklusiv erzählte: "Ich verstehe die ganze Aufregung nicht".

Der Weltmeister von 1990 befindet sich derzeit im ägyptischen Hurghada und baut dort eine Fußballschule auf. Eine Verpflichtung, die er offenbar nicht so einfach vernachlässigen konnte und wollte.

(ska/dpa)