Eine Manager-Bildungsreise quer durch die Staaten, viele Gespräche mit Verantwortlichen sowie Dirk Nowitzki als prominenter Podiumsgast: Der DFB versucht alles, um zurück zur Weltspitze zu kommen.

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Der deutsche Fußball will auf dem schwierigen Weg zurück an die Weltspitze immer mehr vom Austausch und frischen Ideen aus den USA profitieren. "Es war eine tolle, spannende und super Reise", beschrieb DFB-Direktor Oliver Bierhoff den viertägigen Bildungstrip, bei der zahlreiche Bundesliga-Manager und DFB-Entscheider unter anderem ins Silicon Valley reisten und amerikanische Profi-Clubs sowie Facebook besuchten.

Sechs Jahre nach dem letzten Champions-League-Sieg durch den FC Bayern und fünf Jahre nach dem WM-Titel von Brasilien wirkt der deutsche Fußball wieder geerdet. Statt selbst den Maßstab vorzugeben, sollen neue Impulse von außen insbesondere die Arbeit der derzeit im Bau befindlichen Akademie prägen.

Auf dem DFB-Bundestag Ende September hat der Nationalelf-Direktor Oliver Bierhoff eine wegweisende Rede zur Zukunft des deutschen Fußballs gehalten. Sein Vortrag, durchsetzt mit frischen, weil aufrüttelnden Ideen, ging bei den Feierlichkeiten um den neuen DFB-Präsidenten Fritz Keller komplett unter. Nun wagte Bierhoff einen weiteren Versuch im Kicker.

Bierhoff: "Es gibt immer wieder Dinge zu erforschen"

"Es ist natürlich schon diese Demut, sich immer bewusst zu sein, dass man immer weiter marschieren muss und dass man die Wahrheit nicht weiß. Es gibt immer wieder Dinge zu erforschen", betonte Direktor Bierhoff. Die Reise nach Amerika zeige, dass es "unglaubliches Interesse" an neuen Impulsen gebe. Leiter Tobias Haupt sagte beim Leadership Festival am Montag in Frankfurt: "Das permanente Lernen von den Besten ist etwas, was wir in der DFB-Akademie sehr intensiv vorleben."

Unter dem Motto "Vorbilder vor!" referierte auch der zurückgetretene Basketball-Star Nowitzki, der bei seinem Abstecher in die Fußballwelt großen Applaus erhielt. Der gebürtige Würzburger zählt selbst für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu den Vorbildern und wurde jüngst sogar in einer Teamsitzung thematisiert, gemeinsam mit Roger Federer. "Er war nicht nur ein Weltklasse-Basketballer, sondern der Mensch und die Haltung waren schon beeindruckend", lobte Bierhoff.

Nowitzki als Anführer: "Meine Aufgabe war, mit gutem Beispiel vorangehen"

Nowitzki sieht sich selbst gar nicht als natürlicher Anführer. "Meine Aufgabe war eher, mit gutem Beispiel vorangehen. Ich habe immer versucht, alle zu integrieren und mit allen Spaß zu haben. Ich war nicht derjenige, der große Reden schwingt", betonte der langjährige Profi der Dallas Mavericks. Bierhoff erzählte, er versuche schon seit Jahren, Nowitzki für einen Besuch beim DFB-Team zu gewinnen. Bisher habe es terminlich aber noch nicht geklappt. Konkrete Vorschläge für den deutschen Fußball hatte Nowitzki nicht. Er sei da seit 20 Jahren zu weit weg, sagte er.

In der vergangenen Woche waren 14 Bundesliga-Entscheider, darunter auch Frankfurts Fredi Bobic und Bayern Hasan Salihamidzic, durch die Staaten getourt und hatten für die Fortbildungsreise sogar auf Bundesliga-Spiele und weitere wichtige Termine verzichtet. "Wir haben einfach mal einen anderen Input bekommen. Wir waren an der Uni Stanford und haben einen Vortrag über Leadership und Motivation gehört", sagte Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche.

Es gehe auch um die Weiterentwicklung der Clubs, die Krösche als Unternehmen bezeichnet. "Ganz wichtig war der persönliche Austausch. Da entstanden Gespräche, die entstehen wahrscheinlich das ganze Jahr nicht. Wir haben zudem von erfahrenen Leuten einfach Wissen mitbekommen", verdeutlichte Bierhoff. Ein Mix aus Impuls, sich kennenlernen und ein gewisses Wissen habe die Reise geprägt, fügte der DFB-Funktionär erklärend an. (dpa/sap)  © dpa

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