Das machen die deutschen WM-Sieger von 1990 heute

Im Juli jährt sich der Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Italien zum 30. Mal. 1990 schoss Andreas Brehme Deutschland mit seinem 1:0 über Argentinien zum Titel. Doch was machen die WM-Helden von damals eigentlich heute?

Guido Buchwald wurde in Diensten des VfB Stuttgart 1990 Weltmeister. In Erinnerung blieb er den Fans vor allem, weil er im Finale Argentinien-Star Diego Maradona kaltstellte. Noch heute trägt der gebürtige Berliner wegen seiner hervorragenden Leistung den Spitznamen "Diego". In Stuttgart war der heute 59-Jährige bis Februar 2019 Aufsichtsratsmitglied.
Rudi Völler war nicht nur als Spieler mit dem DFB-Team erfolgreich: Als Trainer wurde er 2002 mit der deutschen Nationalmannschaft Vize-Weltmeister in Japan und Korea. Seit der Saison 2018/2019 ist der heute 60 Jahre alte Ex-Angreifer Geschäftsführer Sport bei Bayer 04 Leverkusen. Seit Januar 2005 ist er bereits im Verein.
Bodo Illgner war jahrelang Torwart des 1. FC Köln (1985 bis 1996), ehe es ihn zu Real Madrid zog. 2000 beendete er seine Profi-Karriere. Heute lebt der 53-Jährige weitestgehend abgeschottet von der Öffentlichkeit. Bei Spielen seiner Kölner lässt er sich nur selten blicken.
Thomas Häßler verhalf die WM 1990 zum Durchbruch: Nach dem Turnier wechselte der heute 54-Jährige vom 1. FC Köln zu Juventus Turin. Erst nach vier Jahren in Italien kehrte er wieder zurück in die Bundesliga. Nach unter anderem einer Teilnahme beim RTL-Dschungelcamp ist der WM-Sieger nun Trainer vom Berliner Landesligisten BFC Preussen.
Andreas Brehme war der Held des Finales gegen Argentinien. Mit seinem Treffer in der 85. Spielminute zum 1:0-Endstand machte der Verteidiger Deutschland zum Weltmeister. Nach seinem Karriereende 1998 war der heute 59-Jährige zunächst als Co-Trainer und schließlich als Trainer aktiv. Nach einer Berater-Tätigkeit in Serbien zog er sich 2017 aus dem Fußballgeschäft zurück.
Weltmeister, Europameister, Champions-League-Sieger, DFB-Pokal-Gewinner, Deutscher Meister, Europa-League-Sieger und den Weltpokal: Andreas Möller hat sie alle inne, die wichtigsten Titel im (deutschen) Fußball-Geschäft. Nach seinem Karriereende (2004) arbeitet der 52-Jährige heute bei Eintracht Frankfurt. Dort ist er Leiter des Nachwuchsleistungszentrums.
Paul Steiner beendete seine Karriere nur ein Jahr nach dem Titelgewinn beim FC Köln. Von 1997 bis 2008 war er bei Bayer 04 Leverkusen für die Videoanalyse zuständig - und wechselte anschließend in selber Funktion zurück zum "FC". Heute genießt der 63-Jährige seinen Ruhestand - und den WM-Sieg, obwohl er in Italien nicht zum Einsatz kam.
Andreas Köpke (58) ist eines der bekanntesten Gesichter des 90er WM-Titels - zumindest heute. Der ehemalige Torhüter ist seit 2004 Torwarttrainer beim DFB-Team. Bei Turnier in Italien blieb er ohne Einsatz.
Frank Mill (rechts) machte sich zwischen 1986 und 1994 im Trikot von Borussia Dortmund einen Namen. In 227 Spielen für den BVB war der Ex-Stürmer an 83 Toren direkt beteiligt, ein Treffer im DFB-Team blieb ihm bei 17 Einsätzen jedoch verwehrt. Weltmeister ist er trotzdem. Heute arbeitet der 61-Jährige unter anderem als Unternehmer.
Klaus Augenthaler wurde nach Ablauf seiner Spieler-Karriere ein in der Bundesliga angesehener Trainer: Er arbeitet unter anderem für Bayer 04 Leverkusen und den VfL Wolfsburg. Heute ist der 62-Jährige Nachwuchs-Trainer beim FC Bayern.
Uwe Bein zählt noch heute zu den bekanntesten deutschen Fußballern: In vier von sieben Weltmeisterschaften kam er zum Einsatz. 1997 beendete er seine Laufbahn und wurde 2005 Sportlicher Leiter der Kickers Offenbach. Heute ist der 59-Jährige Botschafter von Eintracht Frankfurt.
Franz Beckenbauer, der "Kaiser", der Weltmeister-Trainer von 1990 lebt heute zurückgezogen. Nur selten lässt sich der 74-Jährige in der Öffentlichkeit blicken. Der Ehrenpräsident des FC Bayern gewann auch als Spieler die Weltmeisterschaft (1974).
Jürgen Klinsmann lief 108 Mal für die Deutsche Nationalmannschaft auf. Eines seiner besten Spiele im DFB-Trikot machte er bei der WM im Achtelfinale gegen die Niederlande (2:1): Mit 1:0 brachte der heute 55-Jährige die Deutschen in Führung. Zuletzt hatte "Klinsi" bei Hertha BSC den Trainerjob inne, trat aber völlig überraschend nach wenigen Wochen zurück. Dies verkündete er bei Facebook und ohne das Wissen der Vereinsführung.
Stefan Reuter ist dem Fach treu geblieben: Nach seinem Karriere-Ende 2004 wechselte der ehemalige Defensivspieler vom Feld an den Spielfeldrand. Zunächst Teammanager beim BVB, wurde der heute 53-Jährige anschließend Sportlicher Leiter bei 1860 München. Seit 2013 ist er Geschäftsführer Sport beim FC Augsburg.
Günter Hermann wurde ebenfalls ohne Einsatz Weltmeister. Besser lief's in der Bundesliga: 262 Spiele bestritt der heute 59-Jährige im Oberhaus. 1997 trat er zurück - aber blieb dem Fußball treu. Er ist Sportlicher Leiter beim FC Oberneuland (Bremenliga).
Lothar Matthäus führte das DFB-Team bei der WM 1990 als Kapitän zum Titel. Noch heute ist der 59-Jährige mit 150 Einsätzen deutscher Rekordspieler. Nach Ende seiner Profi-Karriere machte Matthäus vor allem Schlagzeilen im privaten Bereich, seit der Bundesliga-Saison 2012/2013 arbeitet er als Experte bei Pay-TV-Sender "Sky".
Thomas Berthold blickt auf 322 Einsätze in der Bundesliga zurück sowie drei WM-Teilnahmen und eine Europameisterschaft. Nachdem er seine Schuhe an den Nagel gehängt hat, war der heute 55-Jährige in der Sportler-Agentur "Media-Star" und Fortuna Düsseldorf als Generalmanager tätig.
Jürgen Kohler wurde nicht nur Weltmeister, er feierte auch den Gewinn der Bundesliga, der Champions League, der Europa League (ehemals UEFA-Cup) und wurde Europameister. Trotz der Erfolge arbeitete er aber nie in der Bundesliga. Zuletzt war der Ex-Verteidiger Interimstrainer bei Viktoria Köln. Nebenbei soll der 54-Jährige als Vermögensberater arbeiten.
Karlheinz Riedle trägt den Spitznamen "Air", den er seiner enormen Sprungkraft verdankt, einen wichtigen Treffer steuerte er bei der WM aber mit dem Fuß bei: im Elfmeterschießen des Halbfinals gegen England. Heute arbeitet der 54-Jährige unter anderem als internationaler Markenbotschafter für Borussia Dortmund.
Pierre Littbarski, ein weiterer Kölner Weltmeister von 1990, ist heute Marketingmitarbeiter beim VfL Wolfsburg. Seine Karriere beendete der 60-Jährige vor mehr als 20 Jahren in Japan.