(ska) Der Transfer von Javi Martínez zum FC Bayern zum Preis von 40 Millionen Euro Ablöse hat in Fußballdeutschland für einige Aufregung gesorgt. Auch FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß war bei dieser hohen Summe gar nicht wohl.

Kein Bundesligaspieler hat je soviel gekostet wie der Spanier Javi Martínez. In den letzten Wochen wurde viel geredet über die Vertretbarkeit einer derartig hohen Ablösesumme. Nun hat Bayern-Präsident Uli Hoeneß im Interview mit dem Magazin "11 Freunde" eingeräumt, dass auch ihm die 40 Millionen Euro Magenschmerzen bereitet haben.

"Ich fragte mich oft, wie viele Kindergärten wir von 40 Millionen Euro Ablöse bauen könnten", gibt Hoeneß zu. Allerdings sei diese Entscheidung keine "Schnapsidee" gewesen, sondern in einem "wochenlangen Prozess" gefällt worden. Auch die Tatsache, dass Martínez auf acht Millionen Euro Gehalt verzichtet und sich die Transfersumme so auf 32 Millionen Euro reduziert, habe das Zustandekommen des Wechsels gefördert. Doch Hoeneß erklärt auch: "Aus meiner Sicht sind das immer noch zehn Millionen zu viel. Aber sei's drum."

Derartig hohe Summen sollen beim FC Bayern jedoch nicht zur Normalität werden: "Die Leute sollten nicht annehmen, dass nun auch beim FC Bayern der Automatismus des Wahnsinns greift. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in den nächsten zehn Jahren noch mal einen so teuren Transfer machen, ist ziemlich gering."

"Bei Gewalt hört der Spaß auf"

Auch zur anhaltenden Fanproblematik äußert sich Hoeneß in dem Interview und spricht sich dabei ganz klar gegen die Abschaffung von Stehplätzen aus: "Wenn es nach mir geht, gibt es auf jeden Fall in zehn Jahren in deutschen Stadien noch Stehplätze." Das Abbrennen von Pyrotechnik sieht der Bayern-Präsident jedoch äußerst problematisch: "Ich dulde fast alles im Stadion, aber bei Gewalt hört der Spaß auf. Und Gewalt ist für mich auch, wenn einer in der 70. Reihe Pyro zündet und die Fackel fallen lässt, so dass sie unten ein Kind verletzt."