(ska/mac) Man sah den Bayern-Verantwortlichen die Erleichterung an. Heute wurde der teuerste Neuzugang der Bundesliga, Javi Martínez, endlich offiziell vorgestellt. In einem wochenlangen Sommertheater hat der FC Bayern den längeren Atem bewiesen.

Ein Satz dominierte die Pressekonferenz des FC Bayern in der Allianz Arena. Sportdirektor Matthias Sammer, Trainer Jupp Heynckes und auch Javi Martínez sind alle "glücklich, dass der Transfer endlich realisiert wurde". Vor allem Sammer und Martínez selbst strahlten auf der Pressekonferenz in der Allianz-Arena um die Wette. Auch Trainer Jupp Heynckes drückte seine Erleichterung aus: "Ich bin natürlich sehr glücklich, einmal für den Spieler, für meine Mannschaft, für den FC Bayern und natürlich auch für mich selbst, dass er ab sofort, das Trikot des FC Bayern überstreifen kann."

Auch ein zweiter Satz stand im Mittelpunkt der Vorstellung von Martínez als Bayern-Neuzugang. Sowohl Sammer als auch Heynckes betonten mehrmals: "Er ist genau der Spielertyp, den Bayern braucht." Der Trainer sieht die größte Stärke von Martínez in dessen "Polyvalenz": "Er kann sowohl im defensiven Mittelfeld, als auch in der Innenverteidigung spielen, hat überragende Kopfballqualitäten und kann ein Spiel lesen."

Martínez selbst brennt nach dem ganzen Theater darauf, endlich für den FC Bayern spielen zu dürfen: "Ich habe unglaublich Lust, das Spielfeld zu betreten. Ich wollte die Chance unbedingt ergreifen, nach München zu kommen. Bayern gehört zu den besten Mannschaften der Welt." Dabei ist es ihm egal, auf welcher Position er aufläuft: "Ich spiele da, wo der Trainer es haben möchte. Ich habe da keine besonderen Präferenzen."

Die Bayern haben das Muskelspiel mit Athletic Bilbao dank einer sogenannten "Buy-out-Klausel" im Vertrag von Martínez für sich entscheiden können. Dieser Transfer ist auch ein Sieg bayerischer Hartnäckigkeit über baskische Sturheit. "Besonders Karl-Heinz Rummenigge hat alles Mögliche gemacht, um diesen Transfer zu realisieren", sagte Trainer Heynckes und Sammer ergänzte: "Großes Kompliment an unsere Klubführung. Sie hat Großartiges geleistet." Doch auch Martínez selbst war offensichtlich in seinem Wunsch, zu Bayern zu wechseln, hartnäckig geblieben. Sowohl Heynckes als auch Sammer lobten, dass der Spieler stets seine Bereitschaft signalisiert hatte, nach München zu kommen. Sammer sieht darin den "charakterfesten, verlässlichen Siegertyp", den der FC Bayern derzeit brauche.

Kampf um die Stammplätze verschärft sich

Mit der Ankunft des 40-Millionen-Manns dürfte sich beim FC Bayern der Kampf um die Stammplätze auf allen Positionen noch einmal verschärfen. Im Sturm macht Neuzugang Mario Mandzukic bereits dem verletzten Mario Gomez Druck, auf den Außen drängt Xherdan Shaqiri in die Startelf. Nun wird es also auch im defensiven Mittelfeld eng. Bastian Schweinsteiger, Luiz Gustavo und Anatoli Tymoshchuk kämpfen alle um einen Platz neben Martínez. Auch Toni Kroos oder der derzeit verletzte David Alaba können auf dieser Position spielen.

Dabei hat wohl Schweinsteiger, trotz seiner Verletzungsschwierigkeiten, die besten Karten. Denn Trainer Heynckes erklärte: "Für mich ist Schweinsteiger einer der besten Mittelfeldspieler Deutschlands." Es gibt erste Hinweise darauf, dass vermutlich Tymoshchuk den Verein verlassen wird, denn Sammer hatte bereits vor einigen Tagen erklärt: "Gustavo geht auf keinen Fall". Doch der Verein werde von sich aus auf keinen Spieler zugehen. "Das ist unser Kader", sagte Sammer in der Pressekonferenz.

Martínez könnte bereits am Sonntag gegen den VfB Stuttgart erstmals für den FC Bayern auflaufen. Auch wenn Heynckes sagt, "es ist nicht wichtig, ob er schon am Wochenende im Aufgebot ist", so ist es doch schwer vorstellbar, dass der Trainer seinen 40-Millionen-Mann auf der Bank schmoren lässt.