Luca Beckenbauer, Enkel von Deutschlands Fußball-Legende Franz Beckenbauer, träumt von der Bundesliga. Der junge Kicker hat schon mit 19 bewegte Jahre hinter sich - und würde für sein großes Ziel sogar das Unverständnis vieler Bayern-Fans auf sich ziehen.

Mehr Fußballthemen finden Sie hier

Seine rechte Wade ziert ein dezent gestochenes Tattoo. Man erkennt es nur, wenn er die Stutzen in Richtung Kickschuhe streift. "1.12.1968", ist dann zu lesen.

"Es ist das Geburtsdatum meines Vaters. Das habe ich mir nach seinem Tod als Erinnerung an ihn stechen lassen", erzählte Luca Beckenbauer unlängst der Münchner AZ.

Dezember 1968 – ein halbes Jahr später wurde sein Großvater Franz Beckenbauer das erste Mal Deutscher Meister mit dem FC Bayern München. Es war der erste Meilenstein einer einzigartigen Karriere.

Luca Beckenbauer will auch in den Profi-Fußball

Luca ist 19, Fußballer, wie "Opa". So nennt er seinen Großvater immer, wenn er auf eines der größten Idole des deutschen Fußballs angesprochen wird. Auf des Kaisers Spuren kommt er um Vergleiche nicht herum.

Sein Weg soll auch ihn in den Profi-Fußball führen, über Umwege. Denn: Luca Beckenbauer hat in seinen jungen Jahren nicht nur erfahren, wie groß die Aufmerksamkeit bei einem prominenten Namen ist, sondern auch, wie hart das Leben sein kann.

Ein Rückblick: Das Jahr 2015 hat die Familie Beckenbauer schwer gebeutelt. Luca war 14 als sein Vater Stephan, einst Jugendtrainer bei den Bayern, im Juli an einem Hirntumor starb.

Opa Franz traf der Verlust immens, das ist überliefert. Wenige Monate später wurde sein Großvater dann auch noch mit schweren Vorwürfen zur Vergabe der Fußball-WM 2006 nach Deutschland konfrontiert.

Schwere Zeit für Bayern-Idol Franz Beckenbauer

Opa Franz zog sich auf sein Anwesen im Tiroler Kitzbühel zurück, hatte mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und musste sich einer Herz-Operation unterziehen lassen. In den Monaten vor der Coronakrise trat der Fußball-Kaiser dann wieder verstärkt rund um den FC Bayern in Erscheinung, Franz Beckenbauer sah gesünder aus.

In diese Zeit fiel die Rückkehr von Luca nach München, beide sollen ein enges Verhältnis pflegen. "Ich kenne es ja schon mein ganzes Leben lang, dass ich auf meinen Nachnamen angesprochen werde, dass man mich mit meinem Opa vergleicht", erzählte der Enkel mit dem prominenten Nachnamen einmal – und meinte: "Wie ich heiße, ist doch egal!"

Beim FC Bayern München unter anderem Nachnamen

Der Meinung waren sie beim deutschen Rekordmeister offenbar nicht. In der Jugendabteilung spielte der junge Beckenbauer unter anderem Nachnamen, wohl um ihn zu schützen.

Von der Säbener Straße zog es ihn zuerst in die Nachwuchsakademie des FC Schalke, von dort zu Hannover 96. Sowohl in Gelsenkirchen als auch in Niedersachsen war der 1,84 Meter große Innenverteidiger Kapitän der Junioren. "Über den Wechsel zu 96 hat Opa gesagt, ich soll das machen, womit ich mich am wohlsten fühle", erzählte Luca.

Doch der Durchbruch gelang ihm bei keinem der beiden Bundesligisten. Auch auf das Betreiben seines Großvaters hin wechselte der Teenager im Sommer 2019 zum SV Heimstetten in die Regionalliga Bayern.

Heimstetten liegt sieben Kilometer von der Stadtgrenze entfernt im Osten der bayerischen Landeshauptstadt, hat weniger als 13.000 Einwohner, aber ein schmuckes Sportgelände und in Oberbayern einen guten Ruf.

Ideal, für einen zweiten Anlauf? "Ich habe schon das Ziel, nächste Saison mindestens eine Liga höher zu spielen. Mein Ziel ist es, in der kommenden Saison in der Dritten Liga zu spielen", erklärte der Abwehrspieler der AZ: "Ich könnte mir aber auch Österreich oder die Schweiz vorstellen, das sind auch interessante Ligen für junge Spieler."

Wechsel zu 1860 wäre für Beckenbauer "kein Problem"

Für sein großes Ziel würde er aus Sicht mancher Bayern-Fans sogar einen regelrechten Affront begehen – so schließt er einen Wechsel zum Rivalen der "Roten" nicht aus. Schließlich spielt der TSV 1860 München in besagter 3. Liga. Und schließlich schnürte auch Vater Stephan einst die Kickschuhe für die Löwen (1988 bis 1990).

Am Nachnamen "würde es nicht scheitern", meint Luca Beckenbauer: "Für mich wäre das kein Problem." Selbst, wenn er Gegenwind bekäme. Das Leben hatte schon größere Herausforderungen für ihn parat.

Verwendete Quellen:

  • abendzeitung-muenchen.de: Beckenbauer-Enkel Luca: Ich werde immer mit Opa verglichen
  • tz.de: Ein Beckenbauer für den TSV 1860?
  • sport1.de: Auf den Spuren von Opa Franz? Das ist Luca Beckenbauer
Bildergalerie starten

Weltmeister 1990 und "krummbeiniger Kobold": Pierre Littbarski wird 60 Jahre alt

Pierre Littbarski, einer der deutschen Weltmeister von 1990, feiert einen runden Geburtstag. Rund sind auch immer noch seine unnachahmlichen Beine - weshalb er vielen Verteidigern noch heute als nächtlicher Alptraum erscheint. Wir blicken mit teils vergessenen Fakten auf Littbarskis Laufbahn zurück.