Korrupte Schiedsrichter, illegale Wetten, Schiebereien und Bilanzfälschungen: kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft wurde Italiens Fußball-Skandal öffentlich bekannt.

Ziel der Ermittlungen: der Juventus Manager Luciano Moggi, der jahrelang wie ein Pate alle Fäden des italienischen Fußballs in der Hand hielt. Schon 2004 von der Staatsanwaltschaft Turin abgehörte Telefongespräche belegen, dass sich Moggi bei Italiens Schiedsrichter-Koordinator Pierluigi Pairetto gewisse Unparteiische für Juve-Spiele wünschte. Auch Schiedsrichter und Linienrichter habe Moggi versucht zu beeinflussen.

Nach und nach wurde das wirkliche Ausmaß des Skandals bekannt: Die Staatsanwaltschaft ermittelte auch gegen die Clubs Juventur Turin, AC Mailand und Lazio Rom. Während der italienische Fußball durch die Weltmeisterschaft immer mehr unter Druck geriet, brodelte es im Inneren.

Der Präsident des AC Florenz, Diego Della Valle und sein Bruder Andrea mussten zu Spielen der Saison 2004/05 Stellung nehmen, bei denen Florenz von Schiedsrichtern begünstigt worden war.

Die Staatsanwaltschaft ermittelte auch gegen die Spieler-Vermittlungsgesellschaft GEA um Moggis Sohn Alessandro. Alessandro Moggi und sein Vater sollen Druck auf Klubs bei Transfers bestimmter Spieler ausgeübt haben, die bei der GEA unter Vertrag standen. So hatte Moggi bei Cannavaros Wechsel von Inter Mailand zu Juventus die Hände im Spiel.

Auch Davide Lippi, Sohn des Nationaltrainers Marcello Lippi, sowie Chiara Geronzi, Tochter des mächtigen Bankiers Cesare Geronzi, standen auf der Liste der Ermittler.

Juventus Turin bemühte sich unterdessen um einen Neuanfang und benannte eine neue Führung. Verwaltungsratsvorsitzender wurde nach dem Willen der Investoren der Agnelli-Familie der Manager Giovanni Cobolli Gigli.