Lukas Podolski kritisiert das Gebaren deutscher Bundesliga-Klubs in der Nachwuchsförderung. "Mein Sohn ist jetzt sechs, er spielt bei den Bambini. Und da wird heutzutage schon gescoutet. Jetzt wollen ihn Köln, Leverkusen und Gladbach zum Probetraining haben. In dem Alter! Verrückt", sagte Lukas Podolski in einem Interview mit dem Männermagazin "Playboy".

"Die Kinder sollten sich erst mal entwickeln und nicht einem Ernährungsplan folgen und einen Anpfiff kriegen, weil sie einen Fehlpass spielen. Die müssen erst mal frei Fußball spielen dürfen, Spaß haben", sagte Lukas Podolski.

In Erinnerung an die eigene Kindheit schildert Podolski in dem Interview, wie er als junger Fußballfan nur mit Not und kleinen Tricks zu den Spielen ins Stadion des 1. FC Köln kam. "Am Wochenende ging es zu den Köln-Spielen. Da sind wir mit dem Zug in die Stadt gefahren, manchmal schwarz, es war ja keine Kohle da", so der heute 29-Jährige. "Als Jugendspieler bei Köln bekam ich dann immer ein oder zwei Karten vom Verein. Oft bin ich zum Stadion gefahren, habe die verkauft und bin wieder heim", sagte Podolski.

Seine Kindheit und Jugend in Bergheim bei Köln schildert er trotz damals knapper Kassen als eine der schönsten Phasen seines Lebens: "Flasche Wasser, trockenes Brötchen, auf dem Fahrrad zum Bolzplatz, dort fünf Stunden spielen, dann Hausaufgaben machen, am nächsten Tag zur Schule und dann wieder von vorn. Das hat mich glücklich gemacht." (tfr)