Für die Gruppenauslosung der WM spielt auch die FIFA-Weltrangliste eine wichtige Rolle. Um seine Position auf dieser zu verbessern hat Polen im Vorfeld der WM 2018 eine zweifelhafte Methode angewandt und sich so einen Platz im ersten Topf der WM-Auslosung gesichert

Ganze 16 Tore schoss Robert Lewandowski in den zehn Spielen der WM-Quali für Polen. Damit ist Lewandowski der beste europäische Torschütze bei der WM-Vorrunde. Die Leistung des Bayern-Stürmers war einer der Gründe für die insgesamt acht Siege von Polen in der Qualifikation.

Dass die "Weiß-Roten" bei der WM-Gruppenauslosung im ersten Topf gesetzt sind, sorgt allerdings für Verwunderung. Denn auch trotz starker Quali, zählt Polen im internationalen Fußball nicht unbedingt zu den "Big Playern".

Ein maßgeblicher Grund für die gute Ausgangslage Polens ist die Weltrangliste der FIFA. Bei der Auslosung für die WM in Russland entscheidet diese erstmals alleine, welche Nation in welchen Topf kommt. Das sorgt allerdings für Probleme. Denn immer wieder nutzen Länder zweifelhafte Tricks, um sich auf der FIFA-Liste besser zu positionieren. So auch Polen.

Fast ein Jahr ohne Testspiel

Errechnet wird die Weltrangliste nach einer komplizierten Formel, die vier verschiedene Faktoren berücksichtigt. Dazu gehören der Ausgang eines Spiels, dessen Bedeutung, sowie die Stärke des Gegners und seiner Konföderation.

Die Faktoren werden jeweils miteinander multipliziert, woraus sich die Tabellen-Punktzahl ergibt (die genaue Berechnung können sie hier nachlesen).

Besonders der zweite Faktor, lässt dabei Spielraum für Tricksereien offen. Um die Bedeutung eines Spieles zu ermitteln, werden Partien unterschiedlich stark gewichtet. So erhält ein Testspiel den Faktor 1 und ein Qualifikationsspiel den Faktor 2,5.

Damit macht die Gewichtung ein Testspiel, für Mannschaften die auf der Liste nach oben klettern wollen, prinzipiell unattraktiv. Denn gewinnt eine Elf die Partie hat das kaum Einfluss auf die Listen-Platzierung, während eine Niederlage sie sogar einen Platz kosten kann.

Auch Polen scheint das so zu sehen. Denn zwischen dem 15. November 2016 und dem 09. November 2017 trat die Mannschaft um Robert Lewandowski nicht ein einziges Testspiel an.

Die WM-Qualifikation der Polen gewinnt damit zusätzlich an Bedeutung. Denn die acht Siege sicherten dem Land nicht nur die Teilnahme an der WM-Endrunde, sondern eben auch den sechsten Rang auf der Weltrangliste und damit einen Platz im ersten Topf der Gruppenauslosung.

Wie der "kicker" berichtet ist Polen aber nicht das erste Land mit dieser Strategie. So bestritt zum Beispiel auch Wales zwischen September 2014 und Oktober 2015 ebenfalls kein einziges Testspiel.

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