Der FC Arsenal kündigt wegen finanzieller Schwierigkeiten eine Entlassungswelle an. Der Aufschrei der Fans ist groß. Im Schussfeld: Mesut Özil, der trotz Coronakrise mehr als 18 Millionen Euro im Jahr verdienen soll.

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Das Lachen ist ihm schon lange vergangen - Mesut Özil stellt für den FC Arsenal keinen Mehrwert mehr dar: Seit Ende der Corona-Pause in der Premier League Mitte Juni kam der Mittelfeldspieler keine Sekunde zum Einsatz. Auch beim Pokalsieg am vergangenen Wochenende über den FC Chelsea (2:1) blieb dem deutschen Weltmeister von 2014 nur die Rolle des Zuschauers.

Diese lässt sich Özil allerdings fürstlich bezahlen. Özil soll bei den Londonern laut britischen Medien etwa 387.000 Euro pro Woche verdienen. Das macht mehr als 20 Millionen Euro im Jahr. Damit ist er der Topverdiener beim FC Arsenal.

Wegen der Auswirkungen der Coronakrise auf Teile des Gehalts zu verzichten - so, wie es viele andere Fußball-Profis europaweit gemacht haben oder weiterhin machen, auch beim FC Arsenal: Auf diese Idee ist der 31-Jährige bislang nicht gekommen. Das hat nun im Zusammenspiel mit anderen Aspekten massive Auswirkungen für 55 Angestellte im Klub.

FC Arsenal will 55 Stellen streichen - Kritik an Özil

Der FC Arsenal will 55 Stellen streichen. Das kündigten die Londoner am Mittwoch auf ihrer Website an und begründeten den geplanten Schritt mit finanziellen Auswirkungen der Coronakrise.

Das rief in sozialen Medien teils harsche Kritik hervor, die sich auch gegen Özil richtete. "Diese 55 hart arbeitenden Angestellten, die den Klub leben, verdienen zusammen wahrscheinlich 1,4 Millionen Pfund im Monat. Vielen Dank an Arsène Wenger (Ex-Arsenal-Trainer, er verpflichtete Özil, Anm. d. Red.), dass Özil dies in vier Wochen verdient", schrieb ein Fan sarkastisch unter dem vom Klub geteilten Statement bei Twitter.

"Werdet Özil los", schrieb ein anderer Arsenal-Anhänger: "Problem gelöst." "Peinlich", kommentierte ein weiterer.

Die wichtigsten Einnahmequellen hätten sich "erheblich verringert", verteidigt der Klub den Schritt. Das läge vor allem an Einbußen bei TV-Geldern und fehlenden Zuschauereinnahmen an den Spieltagen, heißt es in der Mitteilung.

Özil will beim FC Arsenal bleiben

In neue Spieler will der Pokalsieger aber trotzdem investieren, teilte der Klub weiter mit. Arsenal verwies in diesem Zuge auf die "erhebliche finanzielle Unterstützung" der US-Eigentümer Kroenke Sports & Entertainment.

Zudem hätten Spieler und Personal durch freiwilligen Gehaltsverzicht geholfen, die finanziellen Auswirkungen der Pandemie einzudämmen und damit ermöglicht, dass weiter in die Mannschaft investiert wird. Nur Özil, der verzichtet - neben zwei weiteren namentlich nicht bekannten Arsenal-Profis - eben nicht freiwillig auf Teile seines Gehalts.

Sein Vertrag in London läuft noch bis zum Sommer 2021. Wie sein Berater kürzlich der türkischen Sport-Zeitung "Fanatik" sagte, will er diesen erfüllen - ob er spielt oder nicht.

Verwendete Quellen:

  • Deutsche Presse-Agentur
  • sport1.de: Berater nennt Özils Transferziele
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