Europas Serienmeister: Die Vorbilder des FC Bayern München

Acht Meistertitel nacheinander: Mit dieser beeindruckenden Bilanz stellen die Bayern in Europa nur Mittelmaß dar. Selbst in Deutschland gibt es einen Klub, der einst sogar zehn Meisterschaften aneinander reihte.

Deutschlands Rekordmeister FC Bayern München begann mit seinem Titelgewinn 2013 einen Lauf, den es so in der Bundesliga noch nicht gegeben hat. Acht Titel in Serie stellen in Europas Liga-Historie allerdings nur Mittelmaß dar. Wir zeigen, warum.
In Bulgarien gibt Ludogorets Razgrad (grünes Trikot) mit acht Meisterschaften in Folge seit 2012 den Ton an und hofft als Tabellenführer auf die Fortsetzung der Saison, die die Corona-Pandemie nach dem 24. von 26 Spieltagen unterbrochen hat.
In Wales sicherte sich The New Saints FC (grün-weißes Trikot) bereits im Januar 2020 den neunten Titel nacheinander. Die oberste walisische Liga beherbergt jedoch nicht die stärksten Klubs des Landes. Diese bevorzugen die Teilnahme an den englischen Profiligen.
Der neunte Titel in Folge ist Celtic Glasgow in Schottland sicher. Dies bedeutet die Einstellung des bestehenden Landesrekords, den Celtic und Stadtrivale Rangers halten. Die Rangers indes weisen als Rekordmeister 54 Meisterschaften auf. Das ist die Bestmarke in Europa. Celtic kommt bisher auf 44 Landesmeisterschaften.
In Moldawien legte der Rekordmeister und Rekordpokalsieger FC Sheriff Tiraspol (gelbes Trikot) zwischen 2001 und 2010 eine Serie von zehn Meistertiteln in Folge hin. Seit 2016 bastelt der Klub mit seinen Meisterschaften an einem möglichen neuen Rekord.
In Armenien sorgte der FC Pjunik Jerewan im selben Zeitraum von 2001 bis 2010 für - wahlweise - Langeweile oder Kontinuität in der Tabelle. 14 Meisterschaften hat der Rekordmeister des Landes bis dato errungen.
Der MTK Budapest (blaues Trikot) hat seine besten Jahre hinter sich und kämpft inzwischen in der zweiten ungarischen Liga um die Rückkehr ins fußballerische Oberhaus. Vor und nach dem Ersten Weltkrieg aber sammelte der Klub zwischen 1914 und 1925 zehn Meistertitel nacheinander ein.
Unvergessen ist auch die Titelserie des Rekordmeisters der DDR. Dynamo Berlin war zwischen 1979 und 1988 nicht von der Spitze zu verdrängen. Dass dafür nicht nur die sportliche Qualität des Kaders sorgte, sondern auch politischer Einfluss auf den Ausgang der damaligen DDR-Oberliga genommen wurde, ist eine andere Geschichte.
Georgiens Rekordmeister Dinamo Tiflis (blaues Trikot) wurde erst 2000 nach zehn Titeln in Folge von Torpedo Kutaisi entthront. Bedeutet: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion beherrschte der Klub national das erste Jahrzehnt.
Dinamo Zagreb legte als Rekordmeister Kroatiens seine bisher eindrucksvollste Serie zwischen 2006 und 2016 mit elf Meisterschaften nacheinander hin. Nach den Titeln 2018 und 2019 winkt der Hattrick 2020.
Der Rosenborg BK aus Trondheim (rosa Trikot) hat Norwegens Fußball über Jahre in der Champions League würdig vertreten und mit manchem Überraschungssieg weltweit bekannt gemacht. In dieser Phase, zwischen 1992 und 2004, sammelte Rosenborg die Hälfte seiner bisher 26 Meisterschaften en bloc ein.
Mit dem 3:1 über den FC Bayern feierte Weißrusslands Dominator Bate Borissow in der Gruppenphase der Champions League im Herbst 2012 seinen bisher vielleicht bedeutendsten Sieg, zumindest international. National marschierte der Klub zwischen 2006 und 2018 zu 13 Meisterschaften in Serie.
Der FC Skonto Riga (dunkles Trikot) setzte sich im Anschluss an die Auflösung der ehemaligen Sowjetunion zwischen 1991 und 2004 14-mal als Meister in Lettland durch. Seitdem aber reichte es nur noch 2010 zum Titel. Nach 2004 gab es sechs verschiedene Meister im Land.
Die 14 Titel des Lincoln Red Imps FC (rot-schwarze Trikots) in Gibraltar in Folge suchen derzeit ihresgleichen in Europa. Zwischen 2003 und 2016 sammelte der Klub den Großteil seiner bislang 22 Meisterschaften ein. International ist der Verein insofern regelmäßig im Einsatz, aber immer schon ausgeschieden, wenn es in die Gruppenphasen von Champions League und Europa League geht.