Vom umjubelten Weltklasse-Fußballer beim FC Arsenal zum bitterarmen Arbeitslosen - Emmanuel Eboues Leben hat sich in wenigen Jahren um 180 Grad gedreht.

Zwischen 2005 und 2011 bestritt Emmanuel Eboue 132 Premier-League-Spiele für den FC Arsenal.

Im Champions-League-Finale am 17. Mai 2006 stand er an der Seite von Legenden wie Thierry Henry, Sol Campbell und Robert Pires in der Startelf der Gunners - und unterlag dem FC Barcelona denkbar knapp mit 1:2.

Auch nach seinem Wechsel zu Galatasaray Istanbul blieb der Ivorer den Fußballfans ein Begriff und wurde auch in der Türkei zum Stammspieler.

Für die Elfenbeinküste absolvierte der heute 34-Jährige 79 Länderspiele und nahm an den Weltmeisterschaften 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika teil.

Vermeintliches Traum-Leben findet jähes Ende

Eboue lebte vermeintlich den Traum eines jeden fußballbegeisterten Jugendlichen. Um Geld musste er sich angesichts von Millionenverträgen in London und Istanbul nie besonders viele Gedanken machen.

Das alles endete mit einer Entscheidung der FIFA im März 2016: Der Fußball-Weltverband sperrte Eboue für zwölf Monate. Grund waren anhaltende Geld-Streitigkeiten zwischen ihm und seinen früheren Beratern.

Von da an begann der beispiellose Abstieg des einstigen Weltklasse-Spielers. Dem britischen Boulevard-Blatt "Mirror" berichtete Eboue nun, wie schlimm es um seine aktuelle Situation tatsächlich bestellt ist.

Trotz der Sperre 2016 und ausbleibender Zahlungen habe er es verpasst, seinen Lebensstil zu ändern und von da an zig Millionen verprasst.

Auch schon zuvor sei er sehr "naiv" mit Geld umgegangen. Um finanzielle Angelegenheiten haben sich schon immer Berater und sein Ex-Frau gekümmert. An diese hat er in einem Scheidungskrieg weitere Unsummen verloren.

Wie er selbst betont sei ihm nur noch ein Haus im Norden Londons geblieben - das nun aber auch gepfändet werden soll.

Nicht genug Geld für eine Waschmaschine

"Wenn ich in dem Haus bin, traue ich mich kaum, das Licht anzumachen. Damit niemand weiß, dass ich da bin", gesteht Eboue.

Er lebe in ständiger Angst, dass plötzlich die Polizei auftaucht. Anwaltskosten könne er sich längst nicht mehr leisten, tauche oft zum Übernachten bei einer Bekannten unter und leide sogar unter Selbstmordgedanken.

Selbst genug Geld für eine Waschmaschine ist ihm nicht mehr geblieben. "Die Sachen, die ich tagsüber trage, wasche ich abends mit den Händen", so Eboue.

Mit seiner Offenheit will der Ivorer andere junge, afrikanische Spieler davor bewahren, ein ähnliches Schicksal zu erleiden.

Sie sollen sich immer selbst um ihre finanziellen Belange kümmern, sodass ihr oftmals niedriges Bildungsniveau nicht von skrupellosen Beratern ausgenutzt werden kann - wie es bei ihm passierte.

"Wenn ich im Fernsehen Freunde sehe, mit denen oder gegen die ich gespielt habe, sage ich mir selbst 'Ich sollte dort sein'. Es ist hart für mich, sie so zu sehen." (fte)