Rumäniens Nationaltrainer Christoph Daum ist einen Journalisten bei einer Pressekonferenz verbal hart angegangen. Der 63-Jährige reagierte emotional, als er zu einer möglichen Vertragsauflösung gefragt wurde. Daums Ende als Nationalcoach dürfte unabhängig davon unmittelbar bevorstehen.

Christoph Daum ist bei einer Pressekonferenz der Kragen geplatzt.

Als ein Journalist den rumänischen Nationaltrainer fragte, ob er über eine einvernehmliche Auflösung seines Vertrages nachdenke, ging der 63-Jährige in die Offensive.

"Das liegt nicht auf dem Tisch! Ich weiß nicht, was Sie da konstruieren wollen. Es ist immer das Gleiche. Seit Monaten höre ich von Ihnen, dass ich zurücktreten solle", schimpfte der ehemalige Bundesliga-Trainer.

Daum weiter: "Sagen Sie mir einen Grund, gemessen an dem, was wir erreicht haben und was wir vorhaben, warum ich jetzt aufhören sollte. Nur weil die Resultate nicht stimmen?"

Daum wird bei seinen Ausführungen laut, rudert mit den Armen, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. "Alles verrückte Lügen", schreit er beinahe. "Nichts ist bewiesen, zeigen Sie Ihr wahres Gesicht."

Er greift den Journalisten sogar direkt an und unterstellt ihm mangelnde Vaterlandsliebe: "Für mich sind Sie manchmal kein Rumäne. Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin rumänischer als Sie. Das ist meine Meinung. Ich identifiziere mich mehr mit diesem Land und den Menschen als Sie. Sie helfen nicht, Sie sind nur auf dem zerstörerischen Weg."

Daum droht der Rauswurf

Für Daum könnten die Tage als Nationaltrainer dennoch bald gezählt sein. Rumänien sammelte in der WM-Qualifikation aus sechs Spielen lediglich sechs Punkte, liegt vier Zähler hinter dem Zweiten Montenegro. Rang zwei würde sehr wahrscheinlich zur Playoff-Teilnahme genügen.

Verbandschef Razvan Burleanu schließt daher eine vorzeitige Entlassung des Deutschen nicht aus, wie rumänische Medien​ berichten.

"​Der Vertrag mit Daum hatte dieses Ziel, nämlich die Qualifikation für die Weltmeisterschaft"​, sagte Burleanu.

Er bedaure es nicht, Daum im vorigen Jahr engagiert zu haben, "zugleich aber steht und fällt ein Trainer mit den Resultaten, und die Resultate sind nicht zu unserem Vorteil".

Nun werde die Technische Kommission des Verbands über Daums Leistung beraten und eine Entscheidung fällen. Daums Vertrag läuft offiziell bis 2018. (tfr/dpa)