Berlin (dpa) - Weltmeister Bastian Schweinsteiger rechnet durch seine Zeit bei Manchester United noch einmal mit einer Leistungssteigerung. "Ich bin überzeugt, dass ich durch die Erfahrung Manchester United für Deutschland noch stärker und wertvoller werden kann", sagte der Kapitän des DFB-Teams in einem Interview der "Bild"-Zeitung (Dienstag). Der 111-malige Fußball-Nationalspieler betonte, dass die Europameisterschaft im kommenden Jahr in Frankreich für ihn "sehr wichtig" sei.

Durch seinen Wechsel vom deutschen Rekordmeister FC Bayern München zum englischen Rekordchampion Manchester United habe er nun eine "neue, große Herausforderung vor der Brust". Und dies könne "einen guten Effekt" auf ihn haben. Als Weltmeister und erster deutscher Fußballer im Profi-Team von ManUnited sei die Erwartungshaltung natürlich sehr hoch endlich wieder Titel zu gewinnen, aber er könne nicht sagen: "Ich habe für drei Jahre unterschrieben, jetzt werden wir dreimal Meister".

Doch wer Bastian Schweinsteiger kenne, der weiß, dass er stets heiß auf Titel-Gewinne sei. Er fügt hinzu: "Manchester United ist ein Verein, der Titel gewinnen kann" und bekräftigte, dass er überzeugt sei, dass mit Manchester unter Ex-Bayern-Coach Louis van Gaal eine neue Ära möglich sei. "Ähnlich wie beim FC Bayern damals. Gerade das macht den Reiz für mich aus", sagte der 31-Jährige. "Ich kann versprechen, dass ich alles raushauen werde und versuche, mit meiner Erfahrung dabei zu helfen, um auch international das Level von Real Madrid, Barcelona und Bayern zu erreichen." Auf die Frage, ob sein ehemaliger Trainer van Gaal großen Anteil daran habe, dass er nun auf der Insel spiele, antwortete der Weltmeister ganz nüchtern: "Ich bin in erster Linie wegen des Vereins Manchester United nach England gegangen. Dass der Trainer dann noch so gut passt, ist natürlich ideal."

Die Fans würden einen Großteil dazu beitragen, dass er sich in seiner neuen Wirkungsstätte wohlfühle. "Schon beim Aufwärmen vor meiner Einwechslung sind die Leute aufgesprungen, haben geschrien und applaudiert. Ich hatte Gänsehaut. Das macht Hunger auf mehr. Nach dem Spiel schoss mir durch den Kopf: Ich will sofort das nächste Match in diesem Stadion spielen.", erzählt er begeistert. Die Kritik und den Spott der Presse nach den ersten Ligaspielen nehme er nicht so ernst: "Ich esse Sauerkraut zwar gar nicht gern, kann jedoch darüber schmunzeln, weil ich mich intern ja selbst als 'Kraut' vorgestellt habe. So nennen sie die Deutschen hier spaßeshalber." Die Engländer, so Schweinsteiger, würden einfach über einen speziellen Humor verfügen. (dpa/slau)