(ska) Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger holt in seiner Autobiographie "Die Zwanziger Jahre" zum Rundumschlag aus. Nachdem sich schon Bierhoff auf seiner Abschussliste wiedergefunden hatte, kritisiert Zwanziger in seinem Buch die Bayern-Führung rund um Uli Hoeneß scharf.

Eigentlich geht es beim FC Bayern seit der Verpflichtung von Matthias Sammer als neuem Sportdirektor äußerst harmonisch zu. Zwanziger ist sich jedoch sicher, besonders lange wird die Zusammenarbeit zwischen Sammer und Klub-Präsident Uli Hoeneß nicht ohne Probleme bleiben. Er schreibt in den bei "bild.de" erschienenen Auszügen in seinem Buch: "Ob Sammers Verpflichtung für den FC Bayern ein Gewinn ist, wird sich herausstellen. Ich habe da so meine Zweifel. Weniger wegen Sammer, auch wenn ich erfahren habe, dass er in seiner Fußball-Leidenschaft manchmal sehr nervig sein kann. Wenn zwei so starke, man könnte auch sagen dickköpfige, Persönlichkeiten aufeinanderprallen, kann das nicht gut gehen."

Hoeneß und Zwanziger werden wohl keine Freunde mehr. Doch das beruht auf Gegenseitigkeit. Erst im Juni diesen Jahres hatte Hoeneß in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" Zwanziger vorgeworfen, er lasse sich als Fifa-Exekutivmitglied umgarnen und beschmusen. Nötige Änderungen in der Politik der Fifa könne Zwanziger deshalb nicht durchsetzen.

"Hoeneß kennt keinen Respekt"

Zwanziger benutzt nun seine Autobiographie "Die Zwanziger Jahre" um Hoeneß endgültig als besserwisserischen Macho abzustempeln: "Er scheint nicht verstanden zu habe, dass ihm als Präsidenten eine andere Rolle zukommt. Er hat seine Philosophie des Provozierens mit ins Präsidentenamt genommen. Das wird auch Matthias Sammer zu spüren bekommen, der ja seine Rolle in diesem Verein mit den vielen Besserwissern erst finden muss."

Auch Hoeneß' Einstellung zum Frauenfußball kritisiert Zwanziger scharf: "Es gibt für eine Frau, die sich im Sport um ehrliche Anerkennung bemüht, nicht Demütigenderes als dumme Sprüche. Zu diesen Machos gehört auch Uli Hoeneß. Bei all seinen Verdiensten um den deutschen Männerfußball, dieser Mann kennt einfach keinen Respekt." Hoeneß hatte, zum Thema Frauen-Fußball befragt, geantwortet: "Ich dachte, wir reden jetzt über Fußball."

Zwar lenkt Zwanziger in Bezug auf Hoeneß dann doch kurz ein - er bescheinigt ihm eine großartige soziale Ader - dennoch sind seine Aussagen harter Tobak. Es dürfte wohl nicht lange dauern, bis Hoeneß da zum Gegenangriff ausholt.