(ska/dpa) Auf dem Platz kennen viele Kicker kein Mitgefühl, doch in schweren Zeiten rückt die Fußballfamilie meistens eng zusammen. Das zeigen auch die Solidaritätsbekundungen nach dem schweren Verkehrsunfall von Hoffenheim-Profi Boris Vukcevic deutlich.

Die TSG 1899 Hoffenheim befindet sich weiter im Ausnahmezustand. "Wir sind immer noch die ganze Zeit mit unseren Gedanken bei Boris", sagte Andreas Beck im Interview mit "Sport Bild plus". Und auch der Rest der Bundesliga hofft weiterhin auf eine schnelle Genesung des 22-Jährigen. So hatte beispielsweise der FC Augsburg am sechsten Spieltag sein Mitgefühl durch "Gute Besserung Boris"-T-Shirts zum Ausdruck gebracht. Der FC Bayern wünschte per Anzeigentafel "eine schnelle Genesung, viel Kraft und alles Gute".

U21 trägt Vukcevic-Shirts

Die U-21-Nationalmannschaft wird nun ebenfalls beim Aufwärmen Vukcevic-Shirts tragen. Der Hoffenheimer gehört in der Mannschaft von Trainer Rainer Adrion zum Stammpersonal. "Wir sind mit unseren Gedanken alle bei ihm auf seinem harten Kampf", sagte Adrion.

Die Welle des Mitgefühls, die Angesichts des Schicksals von Vukcevic durch die Bundesliga schwappt, erinnert auch an die Geschichte von Fabrice Muamba, der am 17. März 2012 auf dem Spielfeld einen Herzstillstand erlitten hatte. Fußballer auf der ganzen Welt hatten damals ihre Anteilnahme für den Spieler der Bolton Wanderers bekundet. Muambas Herz stand 78 Minuten lang still. Dass er bereits am 16. April 2012 aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte, bezeichneten seine Ärzte als medizinisches Wunder.

Mannschaften gedenken Hillsborough-Opfern

Doch nicht nur wenn ein Spieler betroffen ist, rücken Mannschaften eng zusammen. Auch über zehn Jahre nach der Stadionkatastrophe von Hillsborough, bei der 96 Liverpool-Fans in einer Massenpanik zu Tode kamen, gedenken englische Klubs den Opfern. So trugen am 23. September 2012 sowohl der FC Liverpool als auch Manchester United die Nummer "96" auf ihren Trainingsjacken. Und auch die Fans von Liverpools Lokalrivalen FC Everton zollten den 96 Toten unter minutenlangem Applaus ihren Respekt. Nie tritt der Gedanke des Fairplay mehr in den Vordergrund, als in Zeiten wie diesen.