Der FC Bayern bekommt es mit dem Freistoß-Spray zu tun. Bei der Klub-Weltmeisterschaft in Marokko werden die Schiedsrichter das Hilfsmittel auf Wunsch der Fifa einsetzen. Der Weltverband beweist ausnahmsweise einmal Pioniergeist - allerdings an der falschen Stelle.

Bravo, liebe Fifa! Bist Du doch über Deinen riesigen Schatten gesprungen und hast der Fußballwelt eine Neuerung geschenkt. Nur schade, dass es keine besonders sinnvolle Neuerung ist. Dinge, die den viel kritisierten Schiedsrichtern tatsächlich das Leben erleichtern könnten.

Nein! Es geht um das Freistoß-Spray. Bei der Klub-WM im Dezember werden die Schiedsrichter mit Spraydosen magische, wieder verschwindende Linien ziehen. Die sollen gelbe Karten für unerlaubtes Zentimeterfeilschen der Mauer verhindern und angeblich für mehr Freistoß-Tore sorgen.

Können wir uns eigentlich kaum vorstellen. Denn ein Freistoßschütze scheitert doch wohl eher an seiner eigenen Schusstechnik, als an einer etwas herangerückten Mauer.

Und auch die Schiris scheinen nicht gerade begeistert. Als das Super-Spray bei der U20-WM 2013 in der Türkei ausprobiert wurde, hatte sich ein Bundesliga-Schiri anonym in der "Bild" geäußert: "Das fehlt uns gerade noch. Demnächst laufen wir dann mit Rucksack auf und messen den Mauer-Abstand mit dem Zentimetermaß nach." Dem können wir nur zustimmen.

Die Idee für das Zauber-Spray soll übrigens in einer Amateurliga Argentiniens entstanden sein, als sich eine Mauer nur drei Meter vom Spielgerät entfernt aufgestellt und so ein Freistoß-Tor verhindert hatte. Der Schiedsrichter dieser sicherlich denkwürdigen Partie muss komplett unmotiviert oder betrunken gewesen sein. Denn offensichtlich konnte er drei Meter nicht mehr von 9,15 Metern unterscheiden. Ein solches Versäumnis sieht man jedoch weder in der Bundesliga noch bei Weltmeisterschaften. Da geht es tatsächlich meistens um Zentimeter.

Der grundsätzliche Einsatz des Sprays ist bereits seit März 2012 von Fifa erlaubt. Dass es in Europa bisher niemand einsetzt, sagt eigentlich schon alles.