Im DFB-Pokal ist der FC Bayern München zwar ohne Probleme weitergekommen, dennoch geht beim Rekordmeister kurz vor Saisonstart die Angst um. Erst reißt sich Javi Martinez das Kreuzband, nun muss sich der FCB auch noch Sorgen um Bastian Schweinsteigers Gesundheit machen. Doch wie schwer ist Schweinsteiger tatsächlich verletzt? Ein Sportmediziner erläutert die Tücken der Blessur.

"Basti hat schon letzte Saison immer mit Problemen gespielt, auch in Brasilien. Er macht im Moment gar nichts", sagte Trainer Pep Guardiola vor dem Pokalspiel gegen Preußen Münster (4:1). Es klingt ernst, wenn er das sagt.

Der Ausfall von Bastian Schweinsteiger ist für den FC Bayern München nur sehr schwer zu kompensieren. Aber besonders bitter ist in Schweinsteigers Fall, dass nur schwer abschätzbar ist, wie lange er noch ausfallen wird.

Der Mittelfeldchef kämpft seit Monaten mit einer Reizung der Patellasehne. Sportorthopäde Prof. Dr. Andreas Imhoff vom Münchner Klinikum Rechts der Isar weiß die Verletzung einzuordnen: "Eine Reizung der Patellasehne ist eine häufige Verletzung bei Fußballern oder überhaupt bei Leistungssportlern", sagt Imhoff im Gespräch mit unserem Portal. Bastian Schweinsteiger befindet sich also in bester Gesellschaft. Auch Cristiano Ronaldo beispielsweise laborierte vor der WM an der tückischen Verletzung. "Wir wissen von Vergleichsfällen, dass so eine Reizung nicht so leicht zu behandeln ist", erklärt Imhoff. "Die Verletzung braucht Ruhe und das dauert meistens ein paar Wochen."

Allerdings kämpft Schweinsteiger schon seit Monaten mit der Verletzung. Schon das Pokal-Finale der vergangenen Saison verpasste er wegen ihr. Die WM 2014 in Brasilien muss sehr schmerzhaft für ihn gewesen sein. Kurz nach dem Turnier hatte Schweinsteiger zugegeben: "Es war ein Kampf, aber es musste sein. Hier wollte ich mit aller Gewalt so weit kommen."

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Bastian Schweinsteiger: Wie wird er nun behandelt?

Eine Entscheidung, die Schweinsteiger bei der Ausheilung der Verletzung wohl um mehrere Woche zurückgeworfen hat. Nun muss er das Knie wahrscheinlich einige Zeit ruhigstellen. Allerdings können Dehnübungen oder lokale Spritzen, die die akuten Schmerzen behandeln, den Heilungsprozess etwas beschleunigen, erklärt Imhoff. Außerdem könne man mit Physiotherapie die Fasern etwas dehnen, um die Gewebestruktur zu verbessern.

Der Sportmediziner kann die Fans zumindest ein bisschen beruhigen. "Wenn man genügend Zeit hat, die Reizung heilen zu lassen, dann kann man später wieder ganz normal belasten und trainieren." Die Verletzung wird also keinesfalls Schweinsteigers Karriereende bedeuten.

Allerdings sieht der Sportmediziner ein generelles Problem: "Die Schwierigkeit ist ja die, dass unsere Profisportler wenig Zeit haben. Sie müssen sehr früh wieder mit dem Training beginnen." Dennoch lobt der Experte den Weg des FC Bayern: "Ich finde es vernünftig, dass er jetzt ein bisschen geschont wird, um ihn nicht unnötig diesem Stress auszusetzen".