Borussia Mönchengladbach beklagt die "überzogene Härte" italienischer Ordner und Polizisten nach dem Europa-League-Spiel in Rom. Tausende Fans des Tabellenführers der Bundesliga werden in ihrem Block festgehalten. Es gibt Verletzte und eine Festnahme.

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Nach dem Europa-League-Spiel von Borussia Mönchengladbach bei der AS Rom hat es Probleme beim Auslass der deutschen Fans aus dem Olympiastadion gegeben.

Nach Angaben des Tabellenführers der Bundesliga wurden nach der Partie am Donnerstagabend einige Anhänger und ein Mitarbeiter des Vereins in Polizeigewahrsam genommen und an der Abreise aus Rom gehindert.

Gladbach wirft den Sicherheitskräften "überzogene Härte" vor

"Nach unseren Erkenntnissen und zu unserem Bedauern sind der italienische Ordnungsdienst und die Polizei mit für deutsche Verhältnisse überzogener Härte vorgegangen. Warum dies so war, können wir im Moment nur mutmaßen", sagte Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers.

Zuvor hatten die rund 7.000 Fans bei strömendem Regen nach Spielende eine Stunde lang im Gästeblock ausharren müssen, ehe sie den Bereich verlassen durften.

Wie die "Bild"-Zeitung erfuhr, habe es anschließend weitere eineinhalb Stunden gedauert, ehe auch der letzte Fan die Polizeisperre passiert habe.

Auf die entstandene Unruhe unter den Fans, denen aufgrund der Verzögerung ihrer Abreise zum Teil die Geduld ausgegangen war, habe die Polizei mit Gewalt geantwortet. Auch Frauen und Kinder, so beklagte die Gladbacher Fanhilfe auf Facebook, seien geschlagen worden. Fans seien mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus gekommen.

Gladbacher Mitarbeiter wird wegen Handy-Aufnahmen festgenommen

Ein Mitarbeiter des Gastvereins versuchte per Handy, die Vorgänge zu dokumentieren. Als er sich weigerte, sein Mobiltelefon der Polizei auszuhändigen, habe sie ihn abgeführt. Gladbachs Fanbeauftragter Thomas Weinmann sei, schrieb die "Bild" weiter, extra in Rom geblieben, um das Geschehen aufzuklären und mit dem in Gewahrsam genommenen Mann dann an den Niederrhein zurückzukehren.

Die Vereinsführung der Borussia hatte versucht, über die UEFA Einfluss auf das Vorgehen der italienischen Sicherheitsdienste zu nehmen. Die Mannschaft konnte schließlich erst um 0:30 Uhr - eine Stunde später als geplant - die Rückreise antreten.

Schon beim Auswärtsspiel in Istanbul hatte es Probleme mit den türkischen Sicherheitskräften gegeben, weil Fahnen der Gladbach-Fans konfisziert und Borussen-Anhänger des Stadions verwiesen worden waren. (hau/dpa)

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