Selbst wenn alle Einwohner von Lens ins Stade Bollaert-Delelis kommen würden, wären auf den Tribünen immer noch Plätze frei. Denn in der nordfranzösischen Kleinstadt leben etwa 34.000 Menschen, während das Stadion bei UEFA-Wettbewerben 35.000 Zuschauer fasst.

Das Stadion ist benannt nach dem ehemaligen Vorsitzenden der Minengesellschaft Felix Bollaert und dem einstigen Bürgermeister André Delelis.

Bereits 1984 fanden in diesem Stadion EM-Spiele statt, 1998 war es Austragungsort der WM.

Zusammen Fußball schauen und jubeln bereitet echten Fans und solchen, die es während der EM erst noch werden, einfach mehr Spaß. Dank der vielen Fanmeilen wird die Europameisterschaft 2016 sicherlich wieder zu einem einzigartigen Erlebnis.

2016 werden in der Fußballarena unter anderem die Schweiz, England und die Türkei Gruppenspiele austragen, außerdem ist ein Achtelfinale in Lens angesetzt.

Die deutsche Elf werden wir allerdings nicht im Stade Bollaert-Delelis spielen sehen. Deutschen Fans bietet sich dennoch die Gelegenheit, Lens zu besuchen. Denn das Gruppenspiel Deutschland gegen die Ukraine findet im nur 35 Kilometer entfernten Lille statt.

Der Louvre Lens: weltbekannte Werke in der Provinz

Den Louvre in Paris kennt wahrscheinlich jeder - zumindest dem Namen nach. Doch kaum jemand weiß, dass es 200 Kilometer entfernt in Lens ebenfalls einen Louvre gibt.

Bussi links, Bussi rechts? Darauf müssen EM-Fans in Frankreich achten.

Im Dezember 2012 wurde in der kleinen Stadt eine Zweigstelle des weltbekannten Pariser Museums eröffnet. Der Louvre in Lens kann zwar hinsichtlich seiner Größe und der Berühmtheit der ausgestellten Werke nicht mit dem Hauptstadtmuseum konkurrieren.

Beeindruckend ist das Museum trotzdem. Wo früher eine Kohlehalde war, errichtete ein japanisches Architekturbüro einen quaderförmigen Bau aus Glas und Aluminium.

In dem 360 Meter langen Gebäude kann man unter anderem Werke von Rubens, Rembrandt und Botticelli besichtigen. Ein Großteil der ausgestellten Gemälde und Skulpturen befindet sich in der "Gallerie du Temps", die Werke aus der Antike, dem Mittelalter und der Moderne zeigt.

Über Touchscreens können Besucher des Louvre Lens in den riesigen Depots stöbern. Denn nur etwa ein Viertel des Gebäudes dient als Ausstellungsfläche. Auf der übrigen Fläche befinden sich Lager und Restaurierungswerkstätten.

Auf den Spuren der Kohle

Ähnlich wie im Ruhrgebiet prägte der Kohlebergbau den Norden Frankreichs über mehrere Jahrzehnte. Und ebenso wie im Ruhrgebiet hat sich seit dem Ende der Kohleförderung vieles verändert.

Zunächst gingen Arbeitsplätze verloren, Menschen zogen weg und viele Industriegebäude standen leer.

Das Département Pas-de-Calais bemüht sich seitdem, diesen Wandel aktiv zu gestalten: Es initiiert Wirtschaftsprojekte und bemüht sich um eine Umnutzung der bestehenden Industriebauten.

Die wohl markantesten Symbole des Wandels sind die "terrils jumeaux" - zwei Abbauhalden, die sich als riesige Hügel über das Land erstrecken. Heute kann man auf ihnen wandern.

Das beschauliche Zentrum von Lens wurde ebenso hergerichtet wie der Bahnhof, dessen Mauern einer Dampflok nachempfunden sind. Von Lens aus bietet sich ein Ausflug in das nahegelegene Arras an.

Die Innenstadt von Arras ist weltweit für ihre historischen Bauten bekannt, zu denen zwei große Plätze im Zentrum, ein gotisches Rathaus und eine gotische Kathedrale gehören. Der Belfried des Rathauses gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Spielplan der EM 2016 als PDF zum Download  © 1&1 Mail & Media