332.000 Einwohner hat Island laut Statistik. Da die Geschichte des Völkchens nur mit einer Handvoll Wikinger begann, kann es schon einmal passieren, dass man versehentlich mit der Cousine flirtet. Eine App schafft Abhilfe - inklusive "Inzest-Alarm".

Mit dem Erfolg der Isländer bei der EM 2016 in Frankreich nimmt auch das Interesse an dem kleinen Inselstaat zu. Mit welchen Problemen sich dessen Bewohner teilweise so herumschlagen müssen, scheint absurd.

Beispielsweise ergibt es für Isländer Sinn, eine "Inzest-App" zu benutzen - damit man nicht versehentlich die bisher unbekannte Cousine datet. "Islendinga" ist eine mobile Version der Datenbank "Islendingabók", dem "Buch der Isländer". Die Datenbank hat sich laut eigener Angaben zum Ziel gemacht, alle Familienverbindungen unter Isländern von der Zeit der Besiedelung der Insel bis in die Gegenwart ausfindig zu machen und dazu genetische Informationen zu sammeln.

"Finde heraus, wie ihr verwandt seid"

Die App holt diese Datenbank mitten ins wahre Leben und wird unter anderem mit folgender Funktion beschrieben: "Durchsuche die Datenbank für jeden Isländer und finde heraus, wie ihr verwandt seid."

Wieso die App in Island nicht nur spannend, sondern äußerst sinnvoll ist, macht die Geschichte der Besiedelung der Insel deutlich: Im Jahr 874 nach Christus bevölkerte eine Handvoll Wikinger aus Norwegen die Atlantikinsel. Seitdem gab es keine größere Einwanderungswelle - und damit kaum Zustrom zum Genpool der Isländer. (she)