Einfallslos, glanzlos, sieglos - die deutsche Presse findet deutliche Worte für das Unentschieden der DFB-Elf gegen Irland. Fazit: "Der Weltmeister darf sich nicht selbst belügen."

"Welt": Der Weltmeister darf sich nicht selbst belügen. Das 1:1 gegen Irland mag keine absolute Pleite sein, doch ohne Stammkräfte wird die Qualifikation schwierig. Einige Spieler investierten beunruhigend wenig. Nur Jerome Boateng hat eine richtige Idee.

"Spiegel online": Ein Königreich für eine Idee. Selten hat ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft so wenig Spaß gemacht - auch ihr selbst nicht. Gegen destruktive Iren fehlen Ideen, auch flehende Blicke von Lukas Podolski bringen nichts. Die Laune verdirbt ein spätes Gegentor.

"Sky.de": Der Glanz des Weltmeisters verblasst. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der Qualifikation zur EM 2016 in Frankreich erneut nicht überzeugt und den nächsten Rückschlag kassiert.

Der Weltmeister kann auch gegen die "Boys in Green" nicht gewinnen.

"Sport Bild": Nichts mit Wiedergutmachung, der Weltmeister steckt in der Klemme. Drei Monate nach dem großen Triumph von Rio hat die junge Ersatz-Nationalmannschaft von Joachim Löw auch gegen Irland nicht gewonnen. Mit dem 1:1 (0:0) vor 51.204 enttäuschten Fans auf Schalke kassierte das DFB-Team auf dem Weg zur Europameisterschaft 2016 in Frankreich einen weiteren ungewollten Rückschlag.

"Bild.de": Jogi, ihr macht uns Irre. Sie haben jetzt vier Sterne auf der Brust – aber sie spielen keinen Vier-Sterne-Fußball mehr!​

"Süddeutsche Zeitung": Es herrschen schwierige Zeiten im Fußballweltmeisterland. Und so ist zunächst auch nur sicher und beruhigend, dass es für die nächste Zusammenkunft der wankelmütigen deutschen Nationalfußballer eine Zufriedenheitsgarantie gibt. Das ist ja nicht selbstverständlich angesichts ihres holprigen Wiedereintritts in die Erdatmosphäre nach dem galaktischen Höhenflug bei der Weltmeisterschaft. Am 10. November bekommen die WM-Helden im Berliner Schloss Bellevue vom Bundespräsidenten Joachim Gauck das Silberne Lorbeerblatt überreicht, und es ist nun halbwegs beruhigend zu wissen, dass sie dem Charaktertest bei der finalen sportlichen Überprüfung am Dienstagabend in Gelsenkirchen wenigstens formal Genüge tun konnten.

"FAZ": Eine dünne Personaldecke, einfallslose lange Bälle und Schlampereien in letzter Minute: So gelingen der deutschen Elf derzeit nicht einmal glanzlose Siege. […] Emotional trennten beide Mannschaften nach dem Schlusspfiff Welten. Obwohl es unentschieden stand, fühlte sich die eine Partei als Sieger und die andere als Verlierer.

"Zeit": Wiedergutmachung gescheitert: Nach dem 0:2 gegen Polen reicht es für die deutsche Nationalmannschaft auch gegen Irland nicht zu einem Sieg. […] Dem deutschen Offensivspiel fehlte danach lange Zeit das Tempo, die Klarheit und Inspiration. Vor allem über die linke Seite mit dem Schalker Julian Draxler gab es kaum mutige Vorstöße. Bellarabi versuchte es, zog jedoch auch zu viel in die Mitte, wo die Iren kompakt standen. (far)