Schon klar, am Samstag finden wir alle Italien doof. Genauer gesagt: Die italienische Nationalmannschaft, die bei der EM 2016 Viertelfinalgegner des DFB-Teams ist. Doch tief im Herzen empfinden wir anders. Wir haben 11 Gründe gesammelt, warum wir Italien lieben - so lange gerade nicht eine EM oder WM gespielt wird.

Der Countdown läuft: EM 2016, Viertelfinale, Deutschland gegen Italien. Am Samstag werden wieder Millionen Deutsche vor ihren Fernsehern sitzen und über die Italiener schimpfen. Italiens Team nervt. Erst recht, weil es andauernd gegen Deutschland gewinnt.

Wir wollen ein wenig dagegenhalten. Ganz bewusst. Denn seien wir ehrlich: Wir alle mögen Italien eigentlich, wenn nicht grade ein Fußballturnier ansteht. Und daran wollen wir vor dem so wichtigen EM-Spiel erinnern.

Hier kommen die Gründe, warum wir Italien lieben:

Die Kaffee-Kultur

Man kann einen schwarzen Filterkaffee brühen. Geht schon, schmeckt aber nur mittelmäßig. Erst recht, wenn man italienischen Kaffee kennt. Espresso oder Cappuccino sind ein Hochgenuss. Der Kult darum auch. Der Italiener nimmt sich Zeit für ein gutes Tässchen, das er noch immer mit einem Bialetti-Kaffeekännchen zubereitet. Ein Traum!

Die Liebe zu Kindern

In Italien haben Kinder noch den Stellenwert in der Gesellschaft, den sie haben sollten! Man begegnet den Kleinen mit Respekt. Bisweilen ein großartiger Kontrast zur mangelnden Kinderfreundlichkeit in Deutschland, wo schon mal Anwohner-Beschwerden zur Schließung von Spielplätzen führen können.

Die Schönheit des Landes

Es ist großartig, in der sommerlichen Abenddämmerung in den toskanischen Hügeln über Florenz auf einer Terrasse zwischen Weinreben und Olivenbäumen zu sitzen, den warmen Wind auf der Haut, ein Glas Montalcino in der Hand und die Erkenntnis, auf einmal den Sinn des Lebens verstanden zu haben. Und Sie können die Toskana gerne ersetzen durch den Gardasee, die Dolomiten oder Sardinien - Italien ist wunderschön.

Die Schönheit der Städte

Die Hauptstadt Rom ist einfach eine der drei schönsten, sehenswertesten und historisch spannendsten Städte der Welt. Vor Florenz und Siena halt.

Der feine Humor

Man ist immer wieder dankbar, wenn im TV der feine Humor von Don Camillo und Peppone den stumpfen Mainstream-Brachial-Klamauk aus den USA aufbricht.

Der grobe Humor

Bud Spencer, der eigentlich Carlo Pedersoli hieß und leider vor wenigen Tagen verstorben ist, bleibt unvergessen. Wir lachen noch immer Tränen, wenn wir seine Filme mit Terence Hill sehen.

La Dolce Vita

Die Italiener verstehen es, das Leben zu genießen – sicher mehr als wir pflichtbewussten Deutschen. Das nervt zwar manchmal, weil so vieles nicht funktioniert. Aber ein Stück weit bewundern wir die Italiener auch dafür, dass ihnen "La Dolce Vita" wichtiger ist als irgendwelche Alltagsaufgaben.

Nutella

Wer liebt denn Nutella nicht? Speziell italienisches Nutella in kleinen bunten Gläsern, das so anders ist als die schon unglaublich Leckerei, auf die wir so ungern verzichten. Und in Italien wissen sie zudem auch, was man sonst noch alles mit Nutella anstellen kann:

Die Mode

Die Fashion Week in Mailand: ein Erlebnis. Prada: teuflisch schön. Die Schuhe in Italien: seufz! Erst recht für kleine Menschen. Versuchen Sie mal, in Deutschland hübsche Schuhe in Größe 36 zu finden. Vergessen Sie es. In Italien ist das kein Problem.

Die Essenskultur - viel mehr als nur Pizza und Pasta

Klar, auf Pizza, Pasta und Eis wollen wir nicht verzichten. Doch die italienische Küche kann so viel mehr. Von der Burrata bis zu Involtini, von der Minestrone bis zum Tiramisu. Es gibt in Italien irgendwie nichts zu essen, was nicht eine kleine Sensation ist. Erst recht, wenn die italienische Mama selbst am Herd stand.

Ape, Vespa und der kleine Fiat

Kaum ein Auto ist so faszinierend wie der Ferrari. Aber richtig, richtig cool sind ein uralter Fiat, die dreirädrige Ape 50 oder eine Vespa. Wir Deutschen mögen vielleicht unsere dicken Autos gerne am Samstag liebevoll waschen und polieren. Doch so cool wie der Italiener auf seinem kleinen Gefährt sind wir nicht.