Am Samstag starten endlich die Achtelfinals bei der EM 2016! Das Turnier nimmt Fahrt auf. In gut zwei Wochen wissen wir, wer sich die kontinentale Fußball-Krone aufsetzen darf. Wobei diese drei Gründe eigentlich nur einen Europameister zulassen - und zwar Deutschland.

Der Start in die EM 2016 verlief für die deutsche Nationalmannschaft zugegebenermaßen recht holprig. Da bedurfte es im Auftaktspiel der artistischen Künste von "Auf-der-Linie-Retter" Jérôme Boateng, um eine Blamage gegen die Ukraine zu verhindern.

Nach der Slowakei warten ganz dicke Brocken auf das DFB-Team.

Selten agierte das deutsche Team so einfallslos wie in der zweiten Partie gegen Polen. Die Nordiren bekamen im letzten Gruppenspiel dann erstmals die ganze Wucht der deutschen Offensivpower zu spüren. Dass es am Ende nur zu einem mickrigen 1:0 reichte, trieb aber nicht nur Joachim Löw an der Seitenlinie zeitweise an den Rand der Verzweiflung.

Was lernen wir also aus dieser Vorrunde? Deutschland wird Europameister! Und warum bitte? Aus diesen drei Gründen:

1. Weil die Defensive Titel gewinnt

Wie bereits erwähnt war der Start der deutschen Viererkette gegen die Ukraine mehr als nur ausbaufähig. Allerdings steigerte sich der Abwehrverbund um Chef Jérôme Boateng und Rückkehrer Mats Hummels bereits gegen die Polen merklich. Auch gegen Nordirland ließ die deutsche Defensive so gut wie keine gegnerischen Offensivaktionen zu.

Nun wartet mit der Slowakei der nächste Gegner, den die deutsche Verteidigung nutzen sollte, um noch näher an ihre volle Leistungsfähigkeit heranzukommen. Spätestens im Viertelfinale gegen Spanien oder Italien werden Boateng und Co. dann auf absolutem Top-Niveau sein und den Laden hinten dicht halten.

Thorsten Legat ist vom Verteidiger beeindruckt und glaubt an EM-Titel.

Dass sie es können, dürfte außer Zweifel stehen. Mit der Innenverteidigung Hummels-Boateng kann im weltweiten Vergleich wohl bestenfalls das spanische Duo Ramos-Piqué mithalten. Auf der rechten Seite hat Deutschland nach dem furiosen Auftritt von Joshua Kimmich gegen Nordirland sogar zwei Alternativen. Denn auch Benedikt Höwedes hat bereits bei der WM 2014 sein Potenzial als Außenverteidiger unter Beweis gestellt.

Links spielt Jonas Hector bisher eine grundsolide EM. Wenn die großen Gegner kommen, wird er sich beweisen müssen. Doch selbst wenn mal ein Kontrahent zum Abschluss kommt: Mit Manuel Neuer haben wir ja auch immer noch den besten Torhüter der Welt in der Hinterhand. Und mal ernsthaft: Warum sollte einer, der in den ersten drei Spielen keinen einzigen Treffer kassiert, seinen Kasten nicht auch in den folgenden vier Partien sauber halten?

2. Weil wir Thomas Müller haben

Europameisterschaften sind bisher nicht die Sache des Thomas Müller. Kaum zu glauben, aber wahr: In keinem seiner bisherigen acht EM-Auftritte schoss der Bayern-Star ein Tor. Dabei hatte er allein gegen Nordirland die Chance mindestens drei oder vier Buden zu machen.

Dass diese Serie so nicht weitergehen kann, liegt eigentlich auf der Hand. Ein kurzer Ausflug in die Welt der Statistik: Müller hat bisher 353 Pflichtspiele für den FC Bayern bestritten und dabei sagenhafte 152 Tore erzielt.

In 74 Spielen für die Nationalmannschaft war er 32 Mal erfolgreich. Für seine zehn Tore bei Weltmeisterschaften brauchte Müller nur dreizehn Einsätze. Bei solchen Quoten müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn der Knoten bei Müller nicht spätestens im Achtelfinale gegen die Slowakei platzen sollte.

Trainer-Fuchs Lucien Favre bezeichnete Thomas Müller in einem Interview mit der "Sport Bild" jüngst als den "intelligentesten Spieler der Welt". Unser Tipp: Dieser Kerl ist allemal gut genug, um mit drei Toren im Finale gegen Belgien den Pott nach Deutschland zu holen.

3. Weil vieles an die WM 2014 erinnert

Was waren wir nicht alle besorgt nach der Vorrunde der WM 2014. Mit Glück erzitterte sich der spätere Weltmeister im zweiten Spiel ein 2:2 gegen Ghana. Zum Abschluss folgte ein glanzloser 1:0-Erfolg gegen die USA. Die Parallelen zu den EM-Auftritten gegen Polen und Nordirland sind nicht von der Hand zu weisen.

Und wie ging es vor zwei Jahren weiter? Mit dem vermeintlichen Freilos Algerien! Was folgte war ein vollkommen unverdienter 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen teilweise haushoch überlegene Afrikaner. Auch bei dieser EM wartet mit der Slowakei ein klarer Außenseiter in der Runde der besten 16. Ob sich auch hier die Geschichte wiederholen wird?

Ab dem Viertelfinale folgten bei der WM in Brasilien mit Frankreich, Brasilien und Argentinien die ganz großen Kaliber. Der Ausgang ist bekannt: Deutschland holte den vierten Stern. Bei der EM könnten die weiteren Kontrahenten bis zum Titel Spanien, Frankreich und Belgien heißen. Auch in Sachen Europameisterschaft wäre es übrigens der vierte Turniersieg.

Alles Zufall? Kann sein. Dennoch: Deutschland hat das Zeug dazu wieder einen großen Coup zu landen. Diese Einschätzung mag eine sehr subjektive sein. Eines ist aber gewiss: Ab Samstag hat das Vorgeplänkel ein Ende und die EM kann so richtig durchstarten.