"Recht geschieht es ihm" tönte es in den sozialen Netzwerken und durch die Fußballwelt, als Cristiano Ronaldo im Spiel gegen Österreich den entscheidenden Elfer verschoss. Häme und Spott erntete der als so eitel und selbstverliebt verschriene Starkicker Portugals. Dieses Bild rückt nun einer zurecht, der ihn wirklich kennengelernt hat.

Bayern Münchens neuer Trainer Carlo Ancelotti hat seinen früheren Spieler Cristiano Ronaldo gegen die immer wiederkehrende Kritik und Häme unter Fußballfans verteidigt. "Der Rest der Welt schaut geradezu besessen auf sein Image und sein Aussehen, wie er Tore bejubelt und damit umgeht, wenn etwas schiefläuft. Ich sehe nur einen Spieler, der immer sein Bestes geben will", schreibt Ancelotti in einer Kolumne für die britische Tageszeitung "The Telegraph" am Samstag.

Der Italiener arbeitete mit Ronaldo von 2013 bis 2015 bei Real Madrid zusammen, beide haben ein exzellentes Verhältnis.

"Ich habe ihn nie vor dem Spiegel gesehen"

"Es ist ein Vergnügen, ihn zu trainieren", erklärt Ancelotti. Ronaldo sei ein Perfektionist auf dem Trainingsplatz. Er kümmere sich sehr um sein Team. Er mache sogar Witze in der Kabine. "Wir hatten viel Spaß in diesen zwei Jahren", schreibt Ancelotti. "Der Junge lebt für dieses Spiel." Sein ganzes Leben sei darauf ausgerichtet.

Auch seine Eitelkeit lege Ronaldo an der Kabinentür ab: "Ich habe ihn in der Kabine nicht ein einziges Mal vor dem Spiegel gesehen oder festgestellt, dass er sich über sein Aussehen Gedanken macht", betont Ancelotti, "es ging ihm immer nur darum zu gewinnen."

Bei der Fußball-EM in Frankreich trifft Ronaldo am Samstagabend mit Portugal im Achtelfinale auf Kroatien. (dpa/af)