Bei Ausschreitungen vor dem Spiel des FC Schalke 04 gegen Borussia Dortmund bringen Chaoten gezielt unbeteiligte Fans in Gefahr. Das ist widerlich und raubt dem Fußball ein Stück seiner Seele.

Fünf Minuten vor Anpfiff stürmen vermummte Gestalten den Fanblock von Borussia Dortmund. Innerhalb von Sekunden ist die Fankurve in gelben Rauch gehüllt. Böller knallen, Leuchtraketen fliegen. BVB-Torhüter Roman Weidenfeller will schlichten. Auch er muss einer Rakete ausweichen. Die Krawallmacher interessieren sich genauso wenig für ihn wie für die vielen unbeteiligten Fans, die sie durch die Aktion in Gefahr bringen.

Denn viele Leuchtraketen und Böller fliegen gezielt in den Schalker Sitzplatzbereich. Dort freuen sich unter anderem Familien mit Kindern auf das Spiel. Menschen, denen der Spaß am Fußball durch ein paar Chaoten genommen wird. Das ist nicht nur traurig, das ist abscheulich!

Es ist dabei völlig egal, welches Emblem diese Männer auf ihrer Brust tragen. Sie sind keine Fans - weder des BVB noch des Fußballs. Das zeigt das Verhalten gegenüber "ihrem" Torhüter Weidenfeller sehr deutlich. Auch, dass sie vor Anpfiff ihre Pyrotechnik abbrannten, lässt keinen Zweifel: Hier ging es nicht um ein Fußballspiel. Das war kein Ausbruch von Emotionen, kein Statement für Fußballkultur, sondern einzig der Versuch, Angst und Schrecken zu verbreiten. Fußball als bloßes Instrument für das Ausleben von erhöhtem Aggressionspotential also.

Besonders bitter: Im Nachklang von Aktionen wie dieser leiden wieder nur normale Fans. Eine ganze Personengruppe wird von ein paar Idioten in Verruf gebracht. Sollten sich derartige Vorfälle häufen, hat die DFL bald genug Gründe, ihre Vorstellung von strikteren Sicherheitsauflagen wie Nacktzelte und das Verbot von Stehplätzen durchzusetzen.

Also herzlichen Dank, ihr vermummten Chaoten, dass ihr mit eurer Aktion vielen Menschen nicht nur ein Spiel versaut habt, sondern dem Fußball und seiner Kultur wieder ein Stück seiner Seele genommen habt!