Sechs Jahre lang trug Niklas Dorsch das Trikot des FC Bayern München, doch nur ein Mal in der Bundesliga. Frustriert wechselte eines der größten Talente des Rekordmeisters im Sommer 2018 nach Heidenheim. Vor dem Wiedersehen im DFB-Pokal rechnet Dorsch mit dem Großteil der Mannschaft ab.

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Die Chance, für den FC Bayern München zu spielen, "kommt nur einmal im Leben", wie Niklas Dorsch im Interview mit dem "kicker" betont.

Der gebürtige Franke Dorsch ergriff sie, als er 14 Jahre alt war und beendete als C-Jugendlicher seine Zeit beim 1. FC Nürnberg.

Niklas Dorsch: Bundesligaspiel und -tor unter Jupp Heynckes

Beim zweiten Mal war er 20 Jahre alt. Der damalige Trainer Jupp Heynckes gab Dorsch die einmalige Chance, in der Bundesliga aufzulaufen. 43 Minuten später hatte Dorsch sein erstes Bundesligator auf dem Konto. Beim 4:1 über den späteren Pokalsieger Eintracht Frankfurt gelang DFB-Junior Dorsch das 1:0.

Bayern Münchens Bundesliga-Debütant Niklas Dorsch, Mitte, eröffnet am 28. April 2018 im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt den Torreigen. Endstand: 4:1 für den Gastgeber.

"Das Training war, neben Testspielen, bis zum Spiel gegen Frankfurt meine einzige Chance, mich zu zeigen", klagt Dorsch im "kicker". Er erhielt keine weitere. Auch, weil er nach dem 32. Spieltag erkrankte. "Ein schöner Abschied."

Doch niemals geht man so ganz. Das Wiedersehen findet anlässlich des Viertelfinales im DFB-Pokal (ab 18:30 Uhr in unserem Live-Ticker) statt. Dorsch reist als Stammspieler des Zweitliga-Sechsten 1. FC Heidenheim in seine frühere Wahlheimat.

Noch immer wird er von der Agentur des Sohnes von Karl-Heinz Rummenigge beraten und vermarktet.

Dorsch weiß ganz genau, auf wen er sich freut. "Mit Mats Hummels habe ich kurz nach der Auslosung geschrieben. Er, Josh Kimmich oder Niklas Süle waren top für mich."

Dorsch: "Hummels, Kimmich und Süle sind zu Recht bei den Bayern"

Dorsch begründet auch, warum. "Das sind Persönlichkeiten, die zu Recht dort spielen, weil sie alle mit ins Boot nehmen."

"Kimmich wollte mir immer helfen", schwärmt Dorsch von einem Kollegen, der sich mittlerweile zu einer Stütze der Nationalmannschaft entwickelt hat. "Er hatte auch schwierige Zeiten und konnte sich gut in mich reinversetzen", betont Dorsch.

Dorsch kommt mit seiner neuen Mannschaft als krasser Außenseiter zu seiner alten. Im Gepäck aber hat er die Sieger-Mentalität des Gegners.

Immerhin hat er sechs Jahre lang fast immer als Favorit auf dem Platz gestanden. "Für diese Eigenschaft bin ich dankbar, weil ich in jedes Spiel gehe, um zu gewinnen." Auch gegen den FC Bayern.

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