Jetzt müssen die Bayern zeigen, wie gut sie wirklich sind. Gegen Real Madrid und Cristiano Ronaldo soll der nächste Schritt Richtung Triple gelingen. Bayern-Trainer Jupp Heynckes hat ein gutes Gefühl. Er sieht Parallelen zur Triple-Saison 2013. Sein Zauberwort heißt Teamgeist.

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Ronaldos Torflut? Bekannt. Reals Gewinner-Gen in der Champions League? Schön und gut. Aber die Bayern haben etwas anderes, ganz Großes: Jupp Heynckes.

Der 72 Jahre alte Trainer thront einen Tag vor dem Anpfiff des europäischen Fußball-Klassikers gegen Real Madrid im Pressesaal der Münchner Allianz-Arena auf dem Podium und verströmt die weise Gelassenheit eines Triple-Champions, der bis dato zudem noch jedes Halbfinale in der Champions League gewinnen konnte.

Jupp Heynckes: "Ähnliche Situation wie 2013"

Aber nicht nur deswegen gehe "sehr optimistisch" in das Gigantenduell. "Für mich gibt es keinen Favoriten, obwohl ich ein gutes Gefühl habe."

Viermal nacheinander scheiterten die Bayern aber zuletzt kurz vor dem Ziel an spanischen Mannschaften. Da hießen die Trainer jedoch Pep Guardiola und Carlo Ancelotti.

Mit Heynckes dagegen besiegten die Bayern erst 2012 Real im Halbfinale und ein Jahr später auf dem Weg zum Triumph in London gegen Borussia Dortmund den FC Barcelona.

Heynckes' Zauberwort heißt in diesem Jahr Teamgeist. "Sie können keine Champions League kaufen. Eine Mannschaft muss wachsen und sich verstehen", sagte der Trainer, der mit Real (1998) und Bayern (2013) den Henkelpott holte.

"Die Champions League gewinnt die Mannschaft, die am homogensten ist und den optimalen Fußball spielt." Für ihn sind das natürlich seine Bayern, die er "in einer ähnlichen Situation wie 2013" sieht.

Wie ist Ronaldo zu stoppen?

Auch Jerome Boateng geht optimistisch ins Duell mit dem Titelverteidiger. "Der Trainer gibt uns immer ein gutes Gefühl. Und da er immer ins Finale kommt, wissen wir hoffentlich, in welche Richtung es gehen wird", erklärt der Innenverteidiger, den Heynckes als Leader bezeichnet hat.

Eine zentrale Frage lautet: Wie ist Ronaldo zu stoppen, der beim Münchner Viertelfinal-K.o. im Vorjahr fünf der sechs Real-Treffer erzielte? "Sie können auch fragen, wer schaltet Robert Lewandowski aus?" kontert Heynckes.

"Er ist ein unglaublicher Athlet, es geht nur zusammen im Team", meint hingegen Boateng.

Besonders motiviert dürfte ein Team-Kollege sein: Real-Leihgabe James Rodriguez. Der Kolumbianer ist seit Wochen in bestechender Form. "Unsere Zuschauer sind entzückt, wenn sie ihn Fußball spielen sehen", sagte Heynckes.

"Er hat Fantasie, er ist fußballerisch top", schwärmte der Coach von seinem Südamerikaner. James wird seinem Ex-Coach Zinedine Zidane sicherlich beweisen wollen, dass er von ihm bei den Königlichen in Madrid verkannt wurde.

Ein Fragezeichen steht noch hinter den Einsätzen von David Alaba und Corentin Tolisso. Bei beiden entscheidet sich erst am Mittwoch, ob sie einsatzfähig sind. Alaba hatte am Dienstagmorgen das Abschlusstraining verpasst. (ms/dpa)