Die Hälfte der Spiele der Champions-League-Gruppenphase ist gespielt. Zeit, zurückzublicken und ein Zwischenfazit zu ziehen. Wie steht der BVB nach der 0:2-Niederlage gegen Inter Mailand da? Was machen Bayer, Leipzig und der FC Bayern? Und wie sieht es bei den anderen Klubs aus?

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Nach drei Spieltagen der Gruppenphase in der Königsklasse stehen die deutschen Klubs höchst unterschiedlich da. Wir erklären, wer sich in die Pole-Position fürs Achtelfinale gebracht hat und für wen es – Stand jetzt – eng werden könnte.

Borussia Dortmund: Ziel Gruppenzweiter

Der BVB und sein Trainer Lucien Favre stehen nach der 0:2-Niederlage bei Inter Mailand in der Champions League unter Druck. In der zweiten Hälfte der Gruppenphase müssen sich die Dortmunder steigern, um das Ziel K.-o.-Runde zu erreichen.

Die Dortmunder Gruppe F führt der FC Barcelona, der am Mittwoch bei Slavia Prag mit 2:1 gewann, mit sieben Punkten an. Der BVB liegt punktgleich hinter den zweitplatzierten Mailändern (jeweils vier Punkte). Slavia Prag liegt mit einem Punkt auf dem letzten Platz der Gruppe.

Dortmund dürfte sich ärgern. Ein Sieg gegen Barcelona wäre drin gewesen - doch Schwarz-Gelb kam über ein 0:0 nicht hinaus.

Nun geht es darum, das Rückspiel gegen Inter Mailand am 5.11. in Dortmund zu gewinnen. Mit einem Sieg dort und gegen Prag hätte der BVB immer noch gute Chancen, zumindest als Gruppenzweiter ins Achtelfinale einzuziehen.

RB Leipzig: Platz eins verteidigen

Vom ersten Platz grüßt RB Leipzig in seiner sehr ausgeglichenen Gruppe G. Nach dem 2:1-Sieg gegen Zenit St. Petersburg liegen die Leipziger mit sechs Punkten vor den Russen (vier Punkte). Es folgen das punktgleiche Olympique Lyon und Benfica Lissabon (drei Punkte).

Auf Leipzig warten in der zweiten Hälfte der Gruppenphase noch zwei schwierige Auswärtsspiele bei Zenit und in Lyon. Benfica empfangen die Sachsen in einem Heimspiel.

Aufgrund der guten Ausgangslage hat Leipzig aktuell aber realistische Chancen, die K.-o.-Phase zu erreichen.

FC Bayern: So gut wie durch - aber ...

Der FC Bayern (Gruppe B) war bereits am Dienstag im Einsatz und fuhr bei Olympiakos Piräus den dritten Sieg (3:2) im dritten Spiel ein.

Bei den Münchnern kommt aber dennoch nicht so recht Jubel-Stimmung auf. Zu schwer musste der FCB um die drei Punkte kämpfen, zu ideenlos hatte er agiert, zu sehr schmerzt die Verletzung von Rekordmann Lucas Hernández.

Rein statistisch sieht es in der Gruppenphase der Champions League für den deutschen Rekordmeister allerdings rosig aus. Mit der maximalen Ausbeute von neun Punkten steht er mit fünf Punkten Vorsprung auf den größten Konkurrenten Tottenham, den die Bayern höchstpersönlich mit 7:2 auseinander genommen hatten, auf Platz eins der Gruppe B.

Gar sechs Punkte Vorsprung sind es auf den Dritten Roter Stern Belgrad. Mit einem Sieg am vierten Spieltag, an dem es wieder gegen Piräus geht, kann Bayern den Einzug ins Achtelfinale bereits perfekt machen.

Bayer 04 Leverkusen: Blick auf Europa League

Ganz anders sieht es für die Werkself aus Leverkusen aus, für die es im Spiel bei Atlético Madrid die dritte Niederlage (0:1) setzte. Den ersten Dämpfer hatte es bereits am ersten Spieltag gegeben. Bayer 04 verlor zu Hause überraschend mit 1:2 gegen den vermeintlich schwächsten Klub in der Gruppe, Lokomotive Moskau.

Nun steht Leverkusen nach zwei weiteren Niederlagen mit null Punkten auf dem letzten Platz der Gruppe D. Die beiden Favoriten Juventus Turin und Atlético Madrid auf den Plätzen eins und zwei liegen mit sieben Punkten schon fast außer Reichweite.

Will Bayer nochmal ernsthaft in den Kampf um die K.-o.-Runde einsteigen, muss es die verbleibenden drei Partien allesamt gewinnen.

Realistischer scheint da der Kampf mit Moskau um Platz drei, der zur Teilnahme am Sechzehntelfinale der Europa League berechtigt. "Unser Ziel muss es jetzt sein, Dritter zu werden, auch wenn rechnerisch noch alles möglich ist", sagte deswegen auch Leverkusens Manager Rudi Völler nach der Partie gegen Atlético.

Paris und Manchester City dominant

Und wie ist die Lage in den Gruppen ohne deutsche Beteiligung? Auf Platz eins der Gruppe A steht mit voller Punktzahl und weißer Weste (Torverhältnis von 9:0) aktuell Paris Saint-Germain vor Real Madrid (vier Punkte). Beim 5:0 im Spiel am Dienstag beim FC Brügge zeigte Superstar Kylian Mbappé eine überragende Leistung – samt Hattrick.

Es ist davon auszugehen, dass Paris als Gruppenerster vor Real ins Achtelfinale einziehen wird, während Brügge und Galatasaray den Kampf um die Qualifikation für die Europa League unter sich ausmachen.

Ähnlich stark wie Paris zeigt sich Manchester City, das seine Gruppe C ebenfalls mit neun Punkten vor Dinamo Zagreb und Schachtar Donezk (jeweils vier Punkte) anführt. Atalanta Bergamo liegt abgeschlagen mit null Punkten auf dem letzten Platz. Damit kann das Team von Trainer Pep Guardiola ebenfalls fürs Achtelfinale planen.

Salzburg könnte Liverpool in die Europa League verbannen

Die Gruppe E von Jürgen Klopps FC Liverpool wird mit sieben Punkten von Neapel angeführt. Der amtierende Champions-League-Sieger aus England belegt mit sechs Punkten den zweiten Platz und hat weiterhin gute Chancen, ins Achtelfinale einzuziehen.

Auf dem dritten Platz mit drei Punkten liegt RB Salzburg dank des 6:2-Sieges gegen Genk am ersten Spieltag. Die Österreicher können sich berechtigte Hoffnungen auf die Teilnahme an der Europa League machen. Sollte es ihnen gelingen, einen der Favoriten Neapel und Liverpool im direkten Duell zu schlagen, ist auch noch eine Überraschung und der Einzug ins Achtelfinale möglich.

In der Gruppe H zeichnet sich ein Dreikampf zwischen dem FC Chelsea, Ajax Amsterdam (jeweils sechs Punkte) und dem FC Valencia (vier Punkte) ab. Der OSC Lille liegt mit einem Punkt auf dem letzten Platz.

Der vierte Spieltag der Champions-League-Gruppenphase findet am 5. und am 6. November statt.

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