Der FC Bayern München verliert im Viertelfinale der Champions League mit 1:3 beim FC Porto - doch es hätte noch schlimmer kommen können. Denn die Münchner hatten Glück, dass Torwart Manuel Neuer nicht bereits in der 2. Minute vom Platz gestellt wurde.

Der größte Aufreger ereignete sich nach nicht einmal 100 Sekunden: Nach einem Fehler von Xabi Alonso läuft Portos Jackson Martinez alleine auf Manuel Neuer zu, versucht ihn samt Ball zu umkurven. Neuer kommt heraus, trifft den Kolumbianer, der Schiedsrichter pfeift Strafstoß - und zeigt dem Torwart des FC Bayern München nur die Gelbe Karte. Nach Ansicht von Manfred Kranzfelder, Schiedsrichter-Lehrwart des bayerischen Fußballverbands, hätte Neuer vom Platz gemusst. "Die richtige Entscheidung wäre Rot gewesen", sagt Kranzfelder im Gespräch mit unserem Portal.

So kommentiert die Presse die Pleite des FC Bayern gegen den FC Porto.

Kranzfelder erläutert die Szene wie folgt: "Der Torhüter Neuer nimmt dem Spieler Martinez die klare Einschussmöglichkeit durch dieses Foulspiel. Es hätte außer Neuer keiner mehr ins Spiel eingreifen können. Wenn Martinez an Neuer vorbeigeht, schiebt er den Ball ins leere Tor. Das ist klar Rot."

Dass sich die Szene so früh im Spiel ereignete, spiele bei der Frage nach dem Strafmaß "überhaupt keine Rolle". Neuer dürfe als Torwart auch nicht anders behandelt werden als ein Spieler. "Das hatte es mal gegeben, dass man bei den Torhütern großzügiger verfahren ist, aber das gibt's seit zwei Jahren nicht mehr", erklärt Kranzfelder. "Der Torhüter ist mit einem Spieler gleichzustellen, wenn er eine Torchance verhindert." (tfr)