• Der FC Bayern München zieht mit Villarreal ein gutes Los für das Viertelfinale der Champions League.
  • Das Hinspiel findet in Spanien statt, das Rückspiel dann in der Allianz Arena.
  • Bei einem Sieg stehen die Bayern im Halbfinale gegen Liverpool oder Benfica.
Eine Analyse
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Am Freitag wurde im Schweizer Nyon das Viertelfinale in der Champions League ausgelost. Der FC Bayern München ging dabei den ganz großen Brocken aus dem Weg. Gegner ist der FC Villarreal, zuerst muss der Rekordmeister auswärts antreten.

Am 5./6. sowie am 12./13. April finden die Spiele statt, auch die möglichen Gegner im Halbfinale stehen schon fest. Setzt sich der FC Bayern gegen die Spanier durch, wartet der Sieger aus dem Duell zwischen Benfica Lissabon und dem FC Liverpool.

FC Bayern gegen Villarreal: Eines der besten Lose

Wenn Klubs wie der FC Liverpool, Manchester City, Chelsea oder Real Madrid als mögliche Gegner im Viertelfinale der Champions League drohen, muss man den FC Villarreal wohl als gutes Los ansehen. Die Spanier stehen aktuell auf dem siebten Platz in La Liga, die Mannschaft gehört also nicht zum obersten Regal, sowohl in Spanien als auch in Europa.

Gleichzeitig sollte man den FC Villarreal nicht unterschätzen. Das kleine Estadio de la Ceramica ist ein enges Stadion, in dem eine beachtliche Lautstärke herrscht und in dem die Fans sehr nahe dran sind. Und dann wären da noch die Variablen, die kaum vorherzusehen sind. Hasan Salihamidzic, Sportvorstand des FC Bayern, warnte nach der Auslosung bereits: "Villarreal ist amtierender Europa League-Gewinner, das ist eine gute Mannschaft, keine Frage. Wir sind der FC Bayern und fahren mit viel Selbstvertrauen dort hin. Wir werden sie nicht unterschätzen."

FC Villarreal: Ein unangenehmer, defensivstarker Gegner

Den amtierenden Gewinner der Europa League zu unterschätzen wäre fatal. Doch was für ein Gegner erwartet den FC Bayern? Das Wort "unangenehm" wird im Fußballkontext zwar gerne inflationär benutzt, dennoch ist festzuhalten, dass dieses Wort auf die Spanier zutrifft. In der Gruppenphase belegten die Spanier nach Manchester United und vor Atalanta und den Young Boys Platz zwei.

In der heimischen Liga zeichnet sich Villarreal durch eine kompakte Defensive aus. 26 Gegentore in 28 Spielen sind ein guter Wert, lediglich Tabellenführer Real Madrid und der Zweite, der FC Sevilla, haben weniger Gegentreffer hinnehmen müssen. Wie gefährlich die Mischung aus Kompaktheit und schnörkellosem Spiel nach vorne sein kann, haben auch schon Topklubs bemerken müssen. Gegen Real Madrid holte Villarreal zweimal ein 0:0, Chelsea konnte die Spanier erst im Elfmeterschießen im europäischen Supercup besiegen.

Unai Emery, der die Mannschaft trainiert, hat bereits Erfahrung bei vielen Topklubs, darunter Sevilla, PSG und Arsenal, sammeln können. Er hat die Mannschaft mit einer flexiblen Systematik ausgestattet. Ein kompaktes, enges 4-4-2 mit Fokus auf das Zentrum und der Verknappung von Räumen ist ebenso vorstellbar wie ein 4-3-3 mit schnellen Flügelspielern, die das Umschaltspiel forcieren können. Insbesondere gegen einen hoch verteidigenden FC Bayern, der viel Risiko geht, kann das zum Erfolg führen. Die Fähigkeit, aus wenig Möglichkeiten viel herauszuholen, ist neben nicht planbaren Faktoren wie Verletzungen oder einem Corona-Ausbruch die größte Gefahr für den FC Bayern.

Die Stars des Europa-League-Siegers

Auch wenn sich die Spanier durch ein sehr gutes Mannschaftsgefüge und einen guten Zusammenhalt im Team auszeichnen, verfügt der Kader über den einen oder anderen Topspieler. Zu nennen wäre vor allem Innenverteidiger Pau Torres. Der 25-Jährige ist extrem ballsicher, passstark und steht bei nahezu jedem Topklub in Europa auf der Liste. Das Mittelfeld ist extrem laufstark und diszipliniert, hier sei allen voran Dani Parejo erwähnt, der das Zentrum ordnet und dem Team Stabilität verleiht.

Die offensiven Außen, Yeremi Pino und Arnaut Danjuma, sind blitzschnell und dribbelstark. Gegen hoch stehende Gegner sind sie ein oft benutztes Mittel, werden mit langen Bällen hinter die Kette in Szene gesetzt. Topstürmer ist Gerard Moreno, spanischer Nationalspieler, der trotz Verletzungsproblemen in dieser Saison auf 16 Torbeteiligungen in 20 Spielen kommt. Diese Achse wird gegen den FC Bayern von Bedeutung sein.

Die Ansatzpunkte für den deutschen Rekordmeister liegen auf der Hand. Offensiv hat Bayern klare Vorteile. Diese Klasse muss ausgespielt werden, mit einer Mischung aus Geduld und Konsequenz. Ein offener Schlagabtausch sollten die Bayern bei Villareals Konterstärke vermeiden. Daraus folgt auch gleich der nächste wichtige Punkt, nämlich die Balance. Die Konterabsicherung macht dem Rekordmeister mitunter Sorgen, zu viel Offensive kann auch hinderlich sein.

Sollte es der FC Bayern schaffen, von Verletzungen und Ausfällen verschont zu bleiben und seine normale Form auf den Platz zu bringen, reicht es aber sehr wahrscheinlich auch für das Weiterkommen. Wenn nicht, dann kann Villarreal nach Juventus auch für den Favoriten aus München zum Stolperstein werden.

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