Die Alten haben es wieder gerichtet: Der FC Bayern München steht nach seinem 5:1-Lebenszeichen gegen Benfica Lissabon im Achtelfinale der Champions League, ist aber keinen Schritt voran gekommen. Die Namen der Torschützen senden das falsche Signal.

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Zweimal Arjen Robben, zweimal Robert Lewandowski, dazu Franck Ribéry: Diejenigen, die den FC Bayern München beim 5:1 über Benfica Lissabon vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League schossen, sind zusammengezählt 99 Jahre alt. Die spanische Sportzeitung "Marca" resümiert: "Die üblichen Bayern gewinnen mit den üblichen Akteuren."

Robben (34), Lewandowski (30) und Ribéry (35) spielen gemeinsam seit 2013 für den Rekordmeister. Ribéry ist bereits seit 2008 ein Münchner. Robben kam ein Jahr später hinzu.

Gegen Benfica, das sich wie ein besserer Sparringspartner präsentierte, haben sie für sich getroffen und - zwangsläufig - auch für ihren Trainer. Das ist professionell, denn zumindest Ribéry und Robben wird nicht das innigste Verhältnis zu Niko Kovac nachgesagt.

Keine Treffer für Hoeneß' Umbruch

Die drei Bayern-Legenden Robben, Lewandowski und Ribéry haben jedoch nicht für den Umbruch getroffen, den Präsident Uli Hoeneß vollmundig für den kommenden Sommer angekündigt hat. Das 5:1 gegen Lissabon ist in jeder Hinsicht ein kurzfristiger Sieg und nicht nur das aktuellste, sondern das schlagendste Argument gegen eine sichtbare Blutauffrischung.

Die hat allerdings sanft begonnen. Ab dem 1. Januar 2019 ist die kanadische Perle Alphonso Davies spielberechtigt. Der 18-Jährige kann auf beiden Flügeln stürmen, also Robben wie auch Ribéry ersetzen. Doch Davies ist neu in München, und er ist eben erst 18 Jahre alt.

Kingsley Coman, immerhin schon 22 Jahre alt und bereits im vierten Jahr Profi beim FC Bayern, plagt sich wieder mal mit einer langwierigen Verletzung herum.

Schon deshalb bleibt Kovac keine andere Wahl, als auf Robben und Ribéry zurückzugreifen. Ihre Erfahrung ist unbestritten wertvoll. Zudem vergöttern die Fans "Robbéry". Und auch vom Fitnesstand her sind die beiden Haudegen längst noch nicht Mitte 30.

Gegen Benfica kam nur Jeong

So saß die Zukunft des FC Bayern auch gegen Benfica auf der Bank: Verteidiger Jonathan Meier neben den Mittelfeldakteuren Meritan Shabani und Wooyeong Jeong. Alle drei sind 19 Jahre alt.

Jeong durfte mitspielen, als keine Gefahr mehr bestand, den schönen Vorsprung mit seiner Hereinnahme zu riskieren. Jeong kam in der 81. Minute für den zehn Jahre älteren Thomas Müller und ging sogleich forsch ins Dribbling.

Müller, im Jahr 2018 zumeist auf der Suche nach seiner Form, hatte sein "Comeback" mit einem Doppelpack beim 3:3 gegen Düsseldorf gefeiert.

Auch für Müller gilt: Mit 29 Jahren steht er nicht für einen Umbruch, gäbe aber eine prima Figur ab, um ihn anzuführen. Die Trennung von ihrem Eigengewächs fiele den Bayern mindestens so schwer wie von Robben und Ribéry. Solange sie den Fans soviel Spaß machen wie gegen Lissabon, ist ein FC Bayern ohne sie nicht denkbar.

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Teaserbild: © Alex Hassenstein/Getty Images