Jürgen Klopp bekommt seine Nerven scheinbar einfach nicht in den Griff. Nach der 0:3-Niederlage von Borussia Dortmund im Viertelfinale der Champions League bei Real Madrid lässt der BVB-Trainer ZDF-Moderator Jochen Breyer im Interview gehörig auflaufen. Der gibt jedoch inzwischen zu: "Das war schon eine dämliche Frage."

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Die Ausraster des Jürgen K.

Ob Schiri-Pöbler oder Trainer-Streit: Klopps Mimik spricht Bände. Der BVB-Coach ist nicht erst seit dem Samstag für seine grausigen Gesichter bekannt.

Jürgen Klopp ist sichtlich angefressen, als er von Jochen Breyer im ZDF-Studio willkommen geheißen wird. Das kann man ihm kaum verdenken. Borussia Dortmund hat gerade das Hinspiel bei Real Madrid im Viertelfinale der Champions League mit 0:3 verloren. Von den "Cojones", die der Trainer vor dem Spiel gefordert hatte, war nichts zu sehen.

ZDF-Moderator Jochen Breyer sieht sich mit der undankbaren Aufgabe konfrontiert, dem BVB-Trainer einige Fragen zum Spiel zu stellen. Doch auch er hat keinen guten Tag. Breyers Fragen sind Klopp zu suggestiv und manchmal auch einfach ein bisschen zu doof. Schon als der Moderator nach dem gelbgesperrten Robert Lewandowski fragt, kämpft Klopp sichtlich damit, die Contenance zu wahren.

Doch dann wählt Breyer eine Formulierung, bei der dem BVB-Trainer der Kragen platzt. "Die Sache ist doch durch, oder?" meint Breyer und Klopp wird patzig: "Wie könnte man mir Geld überweisen für meinen Job, wenn ich heute hier sagen würde, die Sache ist durch? Das wäre genau so doof, als wenn ich sagen würde, wir hauen die sicher weg."

Breyer sieht die Schuld bei sich: "eine dämliche Frage"

Als Breyer nervös lacht, lenkt Klopp zunächst ein: "Entschuldigung, ich möchte nicht im ZDF-Studio schon wieder mit jemandem aneinander geraten" - nur um danach noch einen drauf zu setzen: "Aber auf doofe Fragen kann ich nur doof antworten." Und dann: "Sind wir fertig?" Dem ZDF-Moderatoren bleibt nicht anderes übrig, als den genervten Klopp mit einem weiteren nervösen Lachen in Freiheit zu entlassen: "Wir sind fertig, Sie dürfen gehen."

Einen Tag später sieht Moderator Breyer die Schuld für das Interviewdebakel auch bei sich: "Ich muss zugeben, dass das schon eine dämliche Frage war", gibt er im Gespräch mit "derwesten.de" zu. "Ich wusste sofort, dass das mega-unglücklich formuliert war. Ich habe eine Aussage getätigt, die da nicht hingehört. Das war mein Fehler."

Trotzdem wird es langsam offensichlich: Klopp und das ZDF sind sich nicht ganz grün. Bereits nach der verlorenen Achtelfinalpartie der Dortmunder gegen Zenit St. Petersburg vor wenigen Wochen, war der BVB-Trainer mit ZDF-Experte Oliver Kahn aneinander geraten. Bei seinem genervten Abgang nach dem Spiel gegen Real gibt Klopp Kahn noch einmal die Hand mit den vor Sarkasmus triefenden Worten "Olli, super heute wir zwei".

Ein glattgebügelter Medienprofi wird aus Klopp wohl nie mehr.

Die Netzgemeinde jedenfalls gibt dem BVB-Trainer recht. Auf Twitter schreibt ein User "Bin ja kein Kloppo Freund, aber Breyer vom ZDF stellt wieder so dämliche Fragen, bewirbt sich wohl für WettenDass". Und ein anderer meint "Richtig reagiert, Herr Klopp. Irgendjemand muss den gebührenfinanzierten ZDF-Journalisten bei solchen Fragen mal ihre Grenzen aufzeigen."