Der 1. FC Union Berlin spielt vor dem Start der neuen Saison erstmals in der Coronakrise wieder vor Zuschauern. Ein Testspiel gegen den 1. FC Nürnberg soll vor 5.000 Fans stattfinden. Auch Stadtrivale Hertha BSC treibt seine Planungen voran.

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Ungeachtet der ungelösten Debatte um eine Rückkehr der Fans in die Stadien wagt Fußball-Bundesligist Union Berlin Anfang September nun doch einen Testlauf mit Zuschauern.

Wie "die Eisernen" am Freitag mitteilten, soll das Testspiel gegen Zweitligist 1. FC Nürnberg am 5. September (17:30 Uhr) mit den in der Hauptstadt dann maximal erlaubten 5.000 Teilnehmern im heimischen Stadion "An der Alten Försterei" durchgeführt werden.

"Es ist für uns selbstverständlich, nicht tatenlos abzuwarten, sondern aktiv dazu beizutragen, das gesellschaftliche Leben auch im Bereich Veranstaltungen ohne Abstand wieder zu ermöglichen", sagte Union-Präsident Dirk Zingler.

Bund und Länder hatten am Donnerstag besprochen, dass Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, bis mindestens Ende Dezember 2020 nicht stattfinden sollen.

Berliner Fußballklubs profitieren von lokaler Senatsverordnung

Die Berliner Fußballklubs profitieren allerdings von der lokalen Senatsverordnung, die trotz Corona-Pandemie ab dem 1. September Großveranstaltungen mit bis zu 5.000 Teilnehmern unter freiem Himmel gestattet – vorausgesetzt, das Hygiene-Konzept wird von den lokalen Gesundheitsämtern akzeptiert.

Union hatte erst kürzlich mit Plänen überrascht, schon zum Start der neuen Spielzeit wieder vor einem ausverkauften Stadion spielen zu wollen. Dies war aber nicht realisierbar und erhielt von der Politik eine deutliche Absage.

Auch der Vorstoß, mit Hilfe von präventiven Corona-Tests aller Besucher schnell für eine Vollauslastung des Stadions mit 22.012 Zuschauern zu sorgen, scheiterte bislang.

Tickets werden mittels Losverfahren an Fans vergeben

Mit Hilfe eines Losverfahrens sollen nun Tickets vergeben werden - ausschließlich an Unions Vereinsmitglieder. Pro Vereinsmitglied könne ein kostenfreies Los erworben werden.

Die Eintrittskarten werden personalisiert und dürfen nicht weitergegeben werden, teilte Union mit und ergänzte: "Es ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen." Nur am Platz könne die Maske abgenommen werden, bei Verlassen des Platzes und auch sonst müsse sie auf dem Stadiongelände getragen werden.

Die Berliner feiern in diesem Jahr ihr 100-jähriges Stadionjubiläum. Gegen Nürnberg hatte es am 7. August 1920 im Stadtteil Köpenick auch das offizielle Einweihungsspiel gegeben.

Auch Hertha BSC treibt Planungen voran

Auch Stadtrivale Hertha BSC will sich trotz des drohenden Zuschauerausschlusses bis zum Jahresende auf eine mögliche Rückkehr von Fans zu Bundesliga-Spielen vorbereiten.

"Oberste Priorität hat die Gesundheit. Das betrifft auch die Diskussion um die Zulassung von Zuschauern. Nichtsdestotrotz sehen wir es als unsere Aufgabe an, uns vorzubereiten auf die Wiederzulassung von Zuschauern, in welchen Schritten und welchem Zeitraum auch immer", sagte Michael Preetz am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Man wolle "kurzfristig auf Szenarien reagieren", sagte der Manager des Berliner Bundesligisten.

Wie die "Bild" berichtet, sagte Herthas Finanzchef Ingo Schiller: "Im Moment gehen wir davon aus, dass bis Jahresende mit 5.000 Teilnehmern geplant werden kann."

Herthas Hygiene-Konzept sei fertig und an das Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf übermittelt worden. Mehrere Stufen mit niedriger und hoher Teilnehmerzahl im Olympiastadion seien dabei ausgearbeitet worden, unter anderem für 5.000, 18.000, 25.000 und 50.000 Zuschauer. (dpa/AFP/lh)

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