Er war der vermutlich beste Stürmer seiner Zeit: Ronaldo Luís Nazário de Lima. Und beinahe hätte er seinen Anfang in der Bundesliga genommen - wären dem VfB Stuttgart nicht vier Millionen Euro Ablöse zu viel für einen 17-Jährigen gewesen. Aus der Rubrik "Beinahe-Transfers".

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Am 30. Juni 2002 steht die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft im WM-Finale von Yokohama. Der Titel ist zum Greifen nahe. Oliver Kahn spielt das womöglich beste Turnier seines Lebens. Doch ausgerechnet im Endspiel zeigt der DFB-Schlussmann Nerven.

Kahn kann einen Schuss von Rivaldo nicht festhalten. Der Ball prallt nach vorne und der angestürmte Ronaldo Luís Nazário de Lima, kurz Ronaldo, schiebt ein zum 1:0 für Brasilien. Es bleibt nicht der einzige Treffer des Stürmers an diesem Abend.

30. Juni 2002: Ronaldo küsst den WM-Pokal, den eher wenige Minuten zuvor mit Brasilien im Finale gegen Deutschland gewann. An seiner Seite: Rivaldo.

Nur zwölf Spielminuten nach seinem Führungstor überwindet Ronaldo Kahn erneut (79.) - und versetzt ganz Deutschland in Schockstarre. Das zweite Tor des 25-Jährigen besiegelt gleichzeitig den Endstand.

Brasilien kürt sich zum Weltmeister. Angeführt von einem Mann, der acht Turniertore beisteuert und dessen Haarschnitt womöglich nicht schlechter sein könnte - und dessen europäische Laufbahn beinahe in Deutschland begonnen hätte.

Rangnick: "Das war damals ausgeschlossen"

1994, im zarten Alter von 17 Jahren, wagte Ronaldo den Schritt aus Brasilien nach Europa. Der VfB Stuttgart war interessiert. Ralf Rangnick, damals noch A-Jugend-Trainer der Schwaben, war auf das Nachwuchs-Talent aufmerksam geworden - und wollte es verpflichten.

Und so reiste Rangnick nach Brasilien. Zunächst, um Ronaldo zu beobachten. Dann, um ihn von einem Transfer nach Deutschland zu überzeugen. Deshalb überreichte Rangnick dem Brasilianer bereits in Brasilien ein Stuttgart-Trikot, wie Jahre später bekannt wurde.

Den Spieler von einem Transfer zu überzeugen, ist das Eine, den eigenen Verein aber das Andere: Ronaldos Verein EC Cruzeiro rief eine Ablösesumme von umgerechnet vier Millionen Euro auf. Zu viel Geld für die Schwaben. Der Transfer platzte.

"Sechs Millionen Dollar für einen relativ unbekannten 17-Jährigen. Das war damals ausgeschlossen", erklärte Rangnick 2015 gegenüber der "Leipziger Volkszeitung". Und so wechselte Ronaldo statt nach Stuttgart zur PSV Eindhoven.

Ronaldo wechselt nach zwei Jahren bei der PSV zum FC Barcelona

Obwohl Ronaldo nie für den VfB auflief, spielt der Klub dennoch eine wichtige Rolle in seinem Leben, wie er mal sagte. "Stuttgart war der erste Klub weltweit, der sich für mich interessiert hat", so der heute 43-Jährige.

Auf die Niederlande folgte für den vermutlich besten Stürmer seiner Zeit Spanien. Nach nur zwei Saisons bei der PSV wechselte Ronaldo zum FC Barcelona. Im Alter von nur 19 Jahren war er den Katalanen 15 Millionen Euro wert - eine durchaus hohe Summe in Anbetracht der Zeit.

Nach einer weiteren Saison ging es für Ronaldo weiter nach Italien zu Inter Mailand. Der Rest ist Geschichte.

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