Mario Götze dementiert einen Wechsel vom FC Bayern München zu Juventus Turin. Doch ist die Sache damit vom Tisch? Für Pep Guardiola jedenfalls wäre ein Abgang von Götze kein großes Problem - wenn er im Gegenzug seinen Wunschspieler bekäme.

Es ist knapp über ein Jahr her, da nahm Mario Götze im wichtigsten Fußballspiel, das es gibt, eine Flanke gekonnt mit der Brust an und beförderte den Ball noch gekonnter ins Tor. Das Siegtor im WM-Finale gegen Argentinien wird Götze unvergesslich machen. Auch sein Klub, der FC Bayern München, war mächtig stolz auf ihn.

Arturo Vidal soll nach italienischen Medienberichten vor einem Wechsel zum FC Bayern München stehen. Was macht den Chilenen aus, der vor allem für Alkoholexzesse und Disco-Pöbeleien bekannt ist?

Dort allerdings dürften sie nach zwei Jahren zu der Erkenntnis gekommen sein, dass dieser Götze zwar ein genialer Fußballer ist, doch dass er sein gewaltiges Potenzial zu selten abruft. Münchens Trainer Pep Guardiola hat den 23-Jährigen in der vergangenen Saison in den wichtigen Spielen häufig auf die Bank gesetzt. Es liegt auf der Hand, dass die Situation - also die Diskrepanz zwischen dem, was möglich wäre, und dem, was Götze tatsächlich leistet - unbefriedigend ist für beide Seiten. Für Mario Götze, aber auch für den FC Bayern. Es muss etwas passieren. Ein Vereinswechsel?

Juventus Turin an Mario Götze interessiert

Seit Tagen hält sich hartnäckig das Gerücht, Juventus Turin sei an Götze interessiert. Angeblich habe Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge den Juve-Verantwortlichen erlaubt, direkt mit Götze und dessen Berater Volker Struth zu verhandeln. Götze aber sagte der "Bild"-Zeitung: "An den Gerüchten um einen Wechsel von mir ist nichts dran." Nun wäre es nicht das erste Mal, dass trotz eines Dementi alles anders kommt.

Zwar sagt auch Guardiola, dass Götze ein "überragender Spieler, ein Top-Spieler" sei. Doch pflegt der Spanier einen gewissen Euphemismus. Nicht selten werden von ihm gerade jene mit besonders viel Lob überschüttet, die in der Kritik stehen. Außerdem ließ sich Guardiola in Sachen Götze noch ein Hintertürchen offen. Er sagte nämlich auch: "Doch ich weiß, dass hier nicht allein der Trainer entscheidet. Es hängt vom Verein ab."

Götze wäre für Pep Guardiola entbehrlich

Im Falle von Götze dürfte es sich so verhalten, dass der Verein seinem schlafenden Riesen gerne noch eine Chance geben würde. Es heißt allerdings auch, dass Guardiola seit jeher ein riesiger Fan von Arturo Vidal sei. Der Chilene zeigt konstant gute Leistungen; und sehr gut spielt Vidal besonders dann, wenn es drauf ankommt. Und gerade die wichtigen Spiele verloren die Münchner unter Guardiola häufig. Anders formuliert: Einen Spieler wie Vidal kann Guardiola sehr gut gebrauchen, der unstete Götze dagegen wäre entbehrlich. Daher könnte ein Verrechnungsgeschäft mit Götze durchaus eine Option sein.

Dagegen spräche allerdings, dass der Vertrag von Pep Guardiola nur noch bis 2016 läuft und es Stimmen und Schwingungen gibt, dass der Spanier den Klub im nächsten Jahr verlassen wird. Der Verein wird sich deswegen von seinem Trainer emanzipieren wollen, auch in puncto Transfers nicht jedem seiner Wünsche folgen. Sollte Götze wechseln, wäre er nach Bastian Schweinsteiger der zweite deutsche Weltmeister, der dem FC Bayern München den Rücken kehren würde.

Götze-Wechsel könnte abschrecken

Das Fußballmagazin "Kicker" vermutet, dass der FC Bayern Götze schon allein deshalb nicht verkaufen werde, da dies "rufschädliche" Folgen haben könnte. Junge Spieler könnten durch das Beispiel Götze abgeschreckt sein vor einem Wechsel zum deutschen Rekordmeister. Eine steile These, schließlich wissen die Münchner schon allein durch ihre Finanzkraft zu überzeugen.

Ein klein bisschen was dürfte aber dran sein. Geld spielt eine sehr große Rolle im Fußball. Nur wollen sich junge Spieler auch entwickeln - und dafür braucht es nicht nur einen Top-Klub, sondern auch viel Spielzeit.

Auch Götze wird in der kommenden Saison mehr Spielzeit haben wollen. Ob sie ihm Trainer Guardiola gibt, liegt zuvorderst an Götze selbst.