Stuttgarts Abstiegssaison: Chronologie des Scheiterns

Früh zeichnete sich beim VfB Stuttgart ab, dass es in der Bundesliga-Saison 2018/2019 nur gegen den Abstieg geht. Auch der dritte Trainer in einer Spielzeit konnte den Gang in die 2. Bundesliga nicht verhindern. Die Abstiegssaison in Bildern.

In der Bundesliga-Saison 2017/2018 führte Tayfun Korkut den VfB Stuttgart noch auf Tabellenplatz sieben, verpasste nur knapp das internationale Geschäft. Doch nach sieben Spieltagen in der abgelaufenen Saison, fünf von 21 möglichen Punkten und dem 18. Tabellenplatz wurde der Trainer einen Tag nach der 1:3-Niederlage in Hannover bereits früh in der Spielzeit entlassen.
Dabei hatte Korkut unmittelbar nach der Pleite vom Stuttgarter Sportchef Michael Reschke noch das Vertrauen ausgesprochen bekommen. "Ein bisschen Flunkern gehört dazu", sagte Reschke anschließend der "Bild" und räumte damit eine Lüge ein.
Auf Korkut folgt Markus Weinzierl. Doch auch der neue VfB-Trainer kann das Ruder nicht herumreißen. Erst in seinem vierten Pflichtspiel gewinnen die Stuttgarter - mit 2:0 beim 1. FC Nürnberg.
Aus den anschließenden sechs Spielen holt der VfB sechs Punkte bei zwei Siegen und vier Niederlagen. Die Stuttgarter beenden die Hinrunde am 17. Spieltag mit einer 1:3-Heim-Niederlage gegen Schalke 04 und Tabellenplatzplatz 16. Winterpause, Zeit für Veränderungen.
Die Stuttgarter reagieren auf die Negativserie und verpflichten unter anderem Ozan Kabak (links) für 11 Millionen Euro von Galatasaray Istanbul. Der 19-Jährige ist der teuerste Zugang der Vereinsgeschichte und soll der Defensive Stabilität verleihen. Bei seinem ersten Einsatz am 19. Spieltag in München klappt das allerdings nicht. Die Stuttgarter verlieren mit 1:4.
Nicht nur das Spielerpersonal wird erneuert, auch der Sportchef wird gewechselt. Thomas Hitzlsperger (Mitte links), ehemaliger Stuttgart-Profi, übernimmt für Reschke. Doch Hitzlspergers neue Impulse bleiben ohne Wirkung. Der VfB sammelt weiterhin zu wenig Punkte.
Dann mal wieder ein Erfolgserlebnis - und was für eins: Im Abstiegsduell schickt Stuttgart Hannover mit einer 5:1-Packung nach Hause. Kabak trifft doppelt.
Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer. Es folgen sechs Spiele ohne Sieg - und am 30. Spieltag bekommt der VfB sechs (!) Tore vom FC Augsburg eingeschenkt.
Fassungslosigkeit bei den Stuttgart-Profis nach Spielende. Es ist der vorläufige Tiefpunkt einer verkorksten Saison. Stuttgart trennen vier Spieltage vor Saisonende sechs Punkte vom rettenden Ufer. Auf den 17. aus Nürnberg sind es nur drei Punkte Vorsprung. Dem VfB droht die Relegation - und damit eventuell der Gang in die 2. Bundesliga.
Die höchste Niederlage der Saison bleibt für Weinzierl nicht folgenlos: Der Trainer muss gehen. Sein Nachfolger kommt aus dem eigenen Verein ...
... heißt Nico Willig (links) und trainierte zuvor die U19. Willig übernimmt die Schwaben im Saisonendspurt - und führt sie in seinem ersten Bundesligaspiel direkt zum Sieg über Borussia Mönchengladbach (1:0).
Lange hält die Freude beim VfB aber nicht: In Berlin verliert Stuttgart (rote Trikots) mit 1:3. Damit steht nach dem 32. Spieltag fest, dass die Schwaben in die Relegation müssen.
Dort treffen die Stuttgarter auf Union Berlin (dunkle Trikots). Im Hinspiel sieht es für den VfB zunächst gut aus. Zweimal geht Stuttgart in Führung, doch am Ende steht es 2:2. Vorteil Union.
Union schickt den VfB Stuttgart nach einem 2:2 und einem 0:0 in die zweite Liga und steigt erstmals in der Vereinsgeschichte in die 1. Bundesliga auf, der VfB zum dritten Mal ab.