Diese Spieler zittern um ihren Platz

Kommentare114
Von
Jörg Hausmann

Der FC Bayern München muss die Weichen in die Zukunft stellen und sich von alternden Stars trennen. Präsident Uli Hoeneß hat den Umbruch für den Sommer 2019 angekündigt.

Franck Ribéry ist - bei allem Respekt vor seiner sportlichen Klasse - inzwischen 35 Jahre alt. Meint es der FC Bayern mit seinem Umbruch ernst, dann darf Ribéry nicht mehr dazugehören. Mit seinem Landsmann Kingsley Coman steht ein Nachfolger bereit. Zudem ist Ribéry aufgrund seiner leichten Reizbarkeit immer ein Sicherheitsrisiko. Er sollte in seinem Alter eher Vorbild für die nachrückende Generation sein.
Zudem scheint Ribéry dem Mannschaftsklima zu schaden, anstatt es als langjähriges Mitglied zu stärken: In seinem Bericht zählte das Fachblatt "kicker" ihn zu einer Gruppe von Rädelsführern gegen Trainer Niko Kovac.
Auch Ribérys kongenialer Flügelpartner Arjen Robben soll zu dieser Gruppe, die Kovacs Autorität angeblich nicht anerkennt, gehören. Mit 34 Jahren steht Robben wie Ribéry im Herbst seiner Laufbahn. Für den Niederländer gilt das Gleiche wie für den Franzosen: Ein glaubhafter Umbruch beim FC Bayern kann nur ohne Robben über die Bühne gehen. Der zum Nachfolger auserkorene Douglas Costa aber spielt längst bei Juventus Turin.
Pep Guardiolas einstiger Ziehsohn und Wunschspieler ist kein Leistungsträger des FC Bayern München mehr. In der vergangenen Saison stürzte die "kicker"-Note des spanischen Edeltechnikers von 2,71 auf 3,13 ab. Aktuell wirft neuerlich eine Verletzung den 27-Jährigen aus der Bahn.
Oft verletzt und mittlerweile auffallend langsam: 40 Millionen Euro Ablöse waren dem FC Bayern im vergangenen Sommer zu wenig, um Jerome Boateng gen Paris ziehen zu lassen. Zeigt das Formbarometer des 30-Jährigen weiterhin nach unten, wird der Rekordmeister froh sein, Boateng im kommenden Sommer überhaupt noch loszuwerden.
Im achten Jahr bereits gehört der Brasilianer Rafinha dem Kader des FC Bayern München an. Der typische, aber zuverlässige Ergänzungsspieler. Mit seinen 33 Jahren jedoch gehört auch der frühere Schalker nicht zu den Kandidaten für einen Neuanfang.
James Rodriguez wäre gerne Stammkraft beim FC Bayern München, kommt aber mit Niko Kovacs Rotation nicht klar. Sein Notenschnitt beim "kicker" ist auf 3,42 gefallen. Im Vorjahr begeisterte der Kolumbianer noch, kam auf einen Notenschnitt von 2,86. Da der 27-Jährige von Real Madrid nur ausgeliehen ist und sich schon vergangenen Sommer eine Rückkehr vorstellen konnte, ist auch sein Abgang wahrscheinlich.
Als Integrations- und Werbefigur ist Thomas Müller aus seiner Heimat nicht wegzudenken. Der 29-Jährige stagniert aber seit der WM in seinen Leistungen, wie auch Neuer, Hummels oder Boateng. Müller hat nur drei Treffer in 16 Pflichtspielen aufzuweisen. Auch er soll, so schrieb der "kicker", von Kovac als Trainer nicht viel halten. Das gilt auch für seine Frau Lisa: Deren legendärer Instagram-Post aus dem Freiburg-Spiel war eine unmissverständliche Attacke auf Kovac. Fraglich, ob Kovac und Müller in München eine gemeinsame Zukunft haben.
Robert Lewandowski schießt regelmäßig seine Tore für den FC Bayern München. Keine Rede ist mehr davon, dass der Pole gerne für Real Madrid spielen würde. Keine Vorwürfe ergehen mehr - wie nach dem Saisonfinale 2016/17 - seitens des Stürmers an seine Kollegen, sie lägen ihm keine Bälle auf. Lewandowski muss als Torjäger egoistisch sein. Doch die Gefahr besteht, dass er in der nächsten Krise wieder zur Gefahr für den Teamgeist wird. Dann würde der Ausnahmestürmer mehr schaden als nutzen. Und mit inzwischen 30 Jahren ist Lewandowski zwar zweifellos im Bayernsturm die Gegenwart, perspektivisch aber nicht mehr unbedingt die Zukunft.