Bayer 04 Leverkusen lässt nach furiosen 6:2-Sieg seine Krise vergessen und trotzdem sieht sich Trainer Heiko Herrlich bei Sky harter Kritik ausgesetzt. Ein Umstand, der Rudi Völler in die Luft gehen lässt.

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Es war schon ein wenig paradox, was sich am Sonntag nach dem 6:2-Sieg von Bayer 04 Leverkusen bei Werder Bremen in den Katakomben des Bremer Weserstadions abspielte. Da hatten die Gäste gerade den dringend benötigten Dreier eingefahren und wollte die Kritik an Bayer-Coach Heiko Herrlich nicht so recht verstummen.

Das stieß Sportdirektor Rudi Völler dermaßen sauer auf, dass er sich genötigt sah, vor wartenden Journalisten zu einer seiner berüchtigten Wutreden auszuholen. Sein Ärger richtete sich dabei gegen den TV-Sender Sky und da vor allem gegen Moderator Patrick Wasserziehr.

"Bei allem Respekt, dass man kritische Frage stellen muss. Aber ich finde es unsäglich, wie ein Mann, der gerade 6:2 gewonnen hat, mit einer überragenden taktischen Leistung und mit tollem Fußball, in der Sendung so vorgeführt wird. Das ist unglaublich für mich", wütete Völler. "25-mal" sei Herrlich gefragt worden, ob er nun Trainer bleibe, echauffierte sich Leverkusens Sportdirektor: "Habt ihr keine anderen Fragen?"

Völler nimmt sich Wasserziehr zur Brust

Besonders Fragensteller Wasserziehr bekam sein Fett weg: "Ich kenne ihn lange, mag und schätze ihn. Aber ich bin heute auch deswegen nicht hin, weil ich es nicht mehr hören kann - Woche für Woche die gleichen Fragen. Ich fand das sehr unsäglich. Ich bin sehr enttäuscht."

Zur ganz großen Medienschelte, wie Völlers Kollegen beim FC Bayern vor einigen Tagen, wollte er sich dann aber doch nicht hinreißen lassen. Nach schlechten Leistungen gehöre Gegenwind dazu, räumte der 58-Jährige ein, "aber was bei Sky abgelaufen ist, das ist eine große Sauerei".

Heiko Herrlich werde definitiv nicht entlassen. Der Trainer selbst hatte zuvor erstaunlich ruhig auf die ständigen Nachfragen zu seiner Person reagiert. Er habe sich daran gewöhnt, in der Kritik zu stehen, erklärte er bei Sky. (ska/dpa)

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